Eisenberg baut Netzwerk für bessere Versorgung der Patienten aus

Eisenberg.  Das Waldklinikum in Eisenberg richtet einen bundesweiten Physiotherapie-Kongress in Eisenberg aus. Bundesgesundheitsminister Spahn ist Schirmherr.

Physiotherapeutin Katja Kieslich auf einem Trainingsgerät unter Anleitung der leitenden Physiotherapeutin an den Waldkliniken Eisenberg, Octavia Eckardt.

Physiotherapeutin Katja Kieslich auf einem Trainingsgerät unter Anleitung der leitenden Physiotherapeutin an den Waldkliniken Eisenberg, Octavia Eckardt.

Foto: Angelika Munteanu

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Die Idee habe es schon lange gegeben, einen Physiotherapie-Kongress auszurichten, sagen die Physiotherapeuten an den Waldkliniken Eisenberg. Die Premiere des Fachkongresses wird nun am Samstag, 18. Januar, stattfinden – mit bundesweiter Beteiligung und unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU).

„Die Resonanz ist bereits im Vorfeld riesig“, sagt Physiotherapeutin Katja Kieslich, die mit der Organisation betraut ist. „Wir hatten Teilnehmer einem Umkreis von etwa 100 Kilometern im Fokus. Letztlich hat es Anmeldungen sogar aus Nordrhein-Westfalen und Franken gegeben.“ Interessenten gebe es etwa doppelt so viele wie Plätze im Hörsaal der Waldkliniken zur Verfügung stehen. Das rufe nach einer Zweitauflage, sagt Katja Kieslich – und auch dafür habe sie inzwischen schon Anmeldungen erhalten, auch wenn es noch gar keinen Termin gibt für eine Fortsetzung.

Ganzheitliche Sicht auf den Patienten rückt zunehmend in den Fokus

„Ziel des Kongresses ist es, ein Netzwerk aufzubauen und die Zusammenarbeit zu stärken zwischen Kliniken und physiotherapeutischen Praxen in der Region und darüber hinaus“, sagt die Leiterin der Physiotherapie an den Waldkliniken Eisenberg, Octavia Eckardt. Das trage zu einer besseren medizinischen Versorgung der Patienten bei. Funktionierende Netzwerke in der Branche könnten helfen, dass ein Patient nach einer Operation in Eisenberg dann an seinem Heimatort weit entfernt eine qualitativ hochwertige Physiotherapie für die Nachbehandlung findet. Beispielsweise die an Skoliose erkrankten Kinder, die aus ganz Deutschland kommen und auf der Kinderstation der Waldkliniken Eisenberg behandelt werden, sagt Katja Kieslich. Im Gegenzug könnten die Kliniken von den Erfahrungen in Physiotherapie-Praxen profitieren.

Auf die breite Netzwerk-Bildung ist der Fachkongress am Samstag auch inhaltlich eingestellt: Von Erkrankungen des menschlichen Stütz- und Bewegungsapparates und Unfällen und deren Behandlung über zahnmedizinische Fragen bis zur Therapie mit Sportgeräten und passgenauen Bandagen reichen die Themen, die in Vorträgen behandelt werden. Zunehmend mehr spielt die ganzheitliche Sicht der Physiotherapie auf den Patienten eine Rolle – bis hin zur Schmerztherapie.

Gelähmte Radsportlerin Kristina Vogelspricht über ihre Motivationen

Zu Wort kommen wird auf dem Kongress auch eine prominente Patientin: Kristina Vogel; die erfolgreichste Bahnradsportlerin aller Zeiten, wird die Gastrede halten. Die Thüringer Sportlerin, die sich nach mehreren schweren Unfällen und Verletzungen von der Brust abwärts gelähmt ist, wird darüber sprechen, wie sie sich trotz des Schicksalsschlages zurück ins Leben gekämpft hat.

Physiotherapeuten hoffen auf bessere Ausbildungsbedingungen

Auch für den eigenen Berufsstand setzen die Physiotherapeuten Hoffnungen in den Fachkongress in Eisenberg. „Der Fachkräftemangel, der in der Pflege ein großes Thema ist, wird alsbald auch in der Physiotherapie ankommen“, sagt Katja Kieslich. Deshalb müssten die Bedingungen für die Ausbildung von Fachkräften in dieser Branche deutlich verbessert werden.

Staatliche Ausbildungsstätten gebe es nur wenige – und die nichtstaatlichen seien weitgehend gebührenpflichtig für die Auszubildenden. Diese Gebühren müssten abgeschafft werden, um dem drohenden Fachkräftemangel gegenzusteuern. Das sei eine dringende Forderung an die Politik, sagen die Eisenberger Physiotherapeutinnen.

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