Eisenberg: Frischer Schnitt für alte Kopfweiden

Gewässerunterhalt im großen Stil in den Dörfern im Wethau-Tal

Die Flussarbeiter des neuen  Gewässerunterhaltungsverbandes Roda/Untere Saale im Großeinsatz an der Wethau im Saale-Holzland beim Rückschnitt alter Kopfweiden.

Die Flussarbeiter des neuen  Gewässerunterhaltungsverbandes Roda/Untere Saale im Großeinsatz an der Wethau im Saale-Holzland beim Rückschnitt alter Kopfweiden.

Foto: Angelika Munteanu

Von Angelika Munteanu


Eisenberg/Jena. Dorfbewohner sind begeistert: "Endlich mal eine sinnvolle, nachhaltige Maßnahme" sagen sie von den Pflegemaßnahmen, die am Ufer des kleinen Saale-Zuflusses Wethau westlich von Eisenberg stattfinden.
Die Flussarbeiter des vor einem Jahr neu an den Start gegangenen Gewässerunterhaltungsverbandes Untere Saale/Roda am Ufer der Wethau im Einsatz. Die alten Kopfweiden, die dort wachsen, erhalten einen fachmännisch frischen Schnitt. "Das können wir aus naturschutzrechtlichen Gründen nur in den Wintermonaten machen", erläutert die Flussmeisterin des in Jena ansässigen Verbandes, Sindy Lachmann. Hinzukommt, dass im Winter der Zugang zu den Ufern des Fließgewässers einfacher ist für die Flussarbeiter, da die Felder gerade nicht bestellt sind.
In Petersberg sind die Arbeiten bereits erledigt. An der sogenannten Kleinen Wethau zwischen dem Petersberger Ortsteil Aubitz und Rauschwitz sind der Rückschnitt und das Schreddern und Abtransportieren des Schnittholzes von den urigen Kopfweiden noch in vollem Gange. Es soll aber in Kürze abgeschlossen sein. Das Holz bleibe als Energieträger in der Region, erläutert Vorarbeiter Stephan Büchel, ehe er mit seinen Kollegen mit Hilfe von Motorsäge und langem Seil eine große Weide „köpft“. Mit dem geschredderten Holz werden Biogasanlagen und Hackschnitzheizungen in Rauschwitz und Schlöben „gefüttert“.
Geplant ist auch die Pflege von Weiden in der Gemeinde Serba am Klengelschen Bach, der zum Hainspitzer See und von dort mit der Wethau weiter zur Saale fließt. Für diese Arbeiten würden aber noch Gespräche ausstehen mit dem Serbaer Bürgermeister und mit den Grundstückseigentümern am Fließgewässer. "Wir brauchen die Genehmigung für den Zutritt", erläutert Verbandsflussmeisterin Sindy Lachmann.
Schon im vergangenen Jahr waren Weiden am Klengelschen Bach auf Hainspitzer Flur zurückgeschnitten worden. "Die Pflegemaßnahmen hatten wir in Abstimmung mit dem Gewässerunterhaltungsverband ausgeführt", sagt der Hainspitzer Bürgermeister Jörg Lehmann. Auch notwendige Arbeiten am Zufluss zum Hainspitzer See hatte der Verband ausgeführt.
Solange der Verband im Vorjahr aufgebaut wurde, waren viele Arbeiten zur Pflege an den Gewässern noch von den Gemeinden selbst ausgeführt und abgerechnet worden. Inzwischen steht die Struktur des Verbandes, der 900 Kilometer Fließgewässer im Bereich von Roda und unterer Saale in seiner Regie hat. Dazu gehören neben der Geschäftsführung und zwei Büromitarbeiterinnen die Verbandsflussmeisterin Sindy Lachmann und sechs Flussarbeiter, die zuständig sind für operative Arbeiten. Der Verbandsingenieur Tobias Otto bereitet derzeit verschiedene Ausschreibungen vor, unter anderem für Arbeiten im Gebiet der Stadt Schkölen und für das Sichern einer Böschung in Jena.