Präventionssiegel erhalten

Eisenberg: Kreissportbund ist aktiv im Kinderschutz

Eisenberg.  Mit der Vorsitzenden Silva Fricke und Sportjugendkoordinatorin Judith Sondermann hat der KSB auch zwei Kinderschutzbeauftragte.

Der Kreissportbund (KSB) engagiert sich aktiv im Kinderschutz. Mit der Vorsitzenden Silva Fricke (links) und Mitarbeiterin Judith Sondermann gibt es im KSB nun auch zwei Kinderschutzbeauftragte. Vom Landessportbund gab es das Präventionssiegel „Sportverein aktiv im Kinderschutz".

Der Kreissportbund (KSB) engagiert sich aktiv im Kinderschutz. Mit der Vorsitzenden Silva Fricke (links) und Mitarbeiterin Judith Sondermann gibt es im KSB nun auch zwei Kinderschutzbeauftragte. Vom Landessportbund gab es das Präventionssiegel „Sportverein aktiv im Kinderschutz".

Foto: Susann Grunert

Der Kreissportbund hat in diesem Jahr ein Kinderschutzkonzept verabschiedet. Als Dachorganisation seiner 109 Mitgliedsvereine wolle man zukünftig als positives Beispiel vorangehen und sich aktiv mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. „Über 4200 Kinder und Jugendliche sind bei uns organisiert“, sagte der Vorsitzende der Kreissportjugend, Robert Stemmler, zum Jugendwartetag Anfang des Monats. Sport im Kindes- und Jugendalter solle Freude bereiten und ein sicherer Ort für alle anvertrauten Schützlinge sein. Daher nutzte Silva Fricke, Vorsitzende im Kreissportbund, den Jugendwartetag nicht nur, um den Anwesenden das Kinderschutzkonzept vorzustellen, sondern die Vereine auch dafür zu sensibilisieren, Schutzmaßnahmen zu treffen und diese zur Selbstverständlichkeit im Vereinsalltag werden zu lassen. „Ganz klare Verhaltensregeln schützen Kinder und Trainer“, so Silva Fricke.

Eignung von Mitarbeitern und Trainern überprüfen

„Beim Turnen muss man viel Hilfestellungen geben“, meinte eine Trainerin aus diesem Bereich. Müsse sie schnell eingreifen, könne es passieren, dass sie ihre Sportler ungünstig berührt. „Darauf weise ich deshalb vorher hin.“ Auch im Reitsport müsse oft korrigierend eingegriffen werden, meinte eine andere Trainerin: „Ich frage aber grundsätzlich davor, ob ich den oder diejenige anfassen darf.“ Bei Ferienfreizeiten, Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen sollte darauf geachtet werden, dass Zimmer und Umkleidekabinen nach Geschlechtern getrennt sind, zudem sollten männliche und weibliche Betreuer zugegen sein. Die Eignung von Mitarbeitern, Trainern und Ehrenamtlichen gehört überprüft: „Alle müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen“, so Silva Fricke. Zur Prävention gehöre auch, Verantwortliche zu benennen, die bei Problemen Ansprechpartner von Kindern, Jugendlichen aber auch den Eltern sind. Silva Fricke und Jugendsportkoordinatorin Judith Sondermann haben sich beim Landessportbund zu „Kinderschutzbeauftragten im Sportverein“ fortbilden lassen. „Es ist aber genauso wichtig, die Kinder zu stärken, so dass sie sich trauen zu sagen, dass sie sich gerade unwohl fühlen oder etwas nicht machen wollen“, betont Judith Sondermann. Im KSB habe die Jugend Mitsprachemöglichkeiten über den Jugendwart, der Beisitzer im Vorstand ist, und die Mitarbeiter der Kreissportjugend. Perspektivisch wolle man mit einem sogenannten Kinderschutzparcours auch ein Fortbildungsangebot für Vereine oder Schulklassen anbieten.

Auch im Verdachtsfall richtig handeln

Auch im Verdachtsfall sei richtiges Handeln entscheidend. „Schweigen schützt die Falschen“, so Silva Fricke, dennoch sei man im konkreten Fall oftmals überfordert. Auch hier helfe es, eine Struktur oder einen Handlungsleitfaden im Verein zu installieren, an dem man sich orientieren kann. So gehörten Verdachtsäußerungen zunächst gewissenhaft geprüft und an den Vorstand oder die Kinderschutzbeauftragten weitergeleitet. Auch mit externen Fachstellen könne kooperiert werden. „Ihr müsst im besten Interesse des Kindes handeln“, so Silva Fricke. Gleichzeitig aber auch die Fürsorgepflicht gegenüber dem Mitarbeiter wahren: „Denn auch wenn sich der Verdacht nicht bestätigt, bleibt ein lebenslanges Stigma.“

Das Kinderschutzkonzept sei kein abgeschlossenes Projekt, so die KSB-Vorsitzende. „Wir müssen es leben und ständig weiterentwickeln.“ Für sein Engagement im Kinderschutz hat sich der Kreissportbund auf Landesebene erfolgreich um das Präventionssiegel „Sportverein aktiv im Kinderschutz“ beworben, das er nun für die kommenden fünf Jahre tragen darf. Fricke wirbt auch bei den Mitgliedsvereinen dafür, sich für das Siegel anzumelden. „Es ist ein Qualitätskriterium für den Verein, sensibilisiert für das Thema und kann auch eine Entscheidungshilfe für die Eltern und ihre Kinder sein.“

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