Eisenberg: Mit der Katze auf dem Schoß zu guten Tischmanieren

Eisenberg  Beim Knigge-Kurs für Kinder lernen Schüler der Herzog-Christian-Grundschule das Einmaleins für den Restaurantbesuch.

Bea Müller erklärt die Bestecksprache: Liegen Gabel und Messer parallel wie die Zeiger einer Uhr auf „20 nach 4“, bedeutet das, ich bin fertig.

Bea Müller erklärt die Bestecksprache: Liegen Gabel und Messer parallel wie die Zeiger einer Uhr auf „20 nach 4“, bedeutet das, ich bin fertig.

Foto: S. Grunert

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Wenn Ihre Kinder zeitnah auf einem Restaurant­besuch bestehen, wundern Sie sich nicht, liebe Eltern. Der Nachwuchs möchte Ihnen sicher nur das Gelernte präsentieren, was ihnen Aktionskünstlerin Bea Müller gestern bei einem Knigge-Kurs zum Thema gute Tischmanieren beigebracht hat.

Die Stadtbibliothek lud dazu die Kinder der Herzog-Christian-Grundschule ein, die ihre erste Ferienwoche im Hort verbringen. Für sie wurde – wie im Restaurant – eine lange Tafel gedeckt. Hier können auf den Gast viele Fettnäpfchen warten, wusste Bea Müller. Das beginnt schon beim richtigen Sitzen: „Auf dem Schoß muss eine Katze Platz haben, im Rücken nur eine kleine Maus“, erklärte Bea Müller. Die Hände gehören auf den Tisch, die Füße ordentlich auf den Boden – „nur so könnt ihr wirklich gerade sitzen.“

Weiter ging es Schlag auf Schlag mit den guten Ratschlägen: „Sind mehrere Messer und Gabeln gedeckt, arbeitet man sich von außen nach innen vor.“ Ein freundliches „Guten Appetit“ sei in noblen Etablissements genauso verpönt wie das Naschen vom Teller des Nachbarn.

Befinden sich mehr als zehn Personen im Raum, verzichte man darauf, mit jedem einzelnen anzustoßen: „Man prostet sich einfach nur zu“, erläuterte Bea Müller. Außerdem halte man ein Wein- oder Sektglas stets am Stiel und in der linken Hand. Die Kinder probierten es aus – und ließen sich den Eistee im Weinglas gut schmecken. Auch für das Betreten eines Lokals hat Knigge eine Regel parat. „Zuerst betritt der Mann das Restaurant“, weiß Bea Müller. Das rühre noch aus uralten Zeiten, als sich in Kneipen gerne geprügelt wurde und der Mann zunächst nachschauen musste, ob das Lokal für eine Dame überhaupt geeignet ist. „Er lässt die Frau anschließend aber zuerst zu Tisch gehen.“

Interessiert verfolgten die Kinder die kurzweilige Knigge-Lehrstunde. „Ich habe vorher nicht gewusst, dass man sich die Serviette im Restaurant auf den Schoß legt“, sagte Finn. Mit „Höflichkeit ist Klugheit, Unhöflichkeit ist Dummheit“, gab Bea Müller den Schülern eine kleine Lebensweisheit mit auf den Weg. Gute Manieren haben noch keinem geschadet.

Mehr zum Knigge-Kurs für Kinder: www.allesmueller-kleinkunst.de

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