Eisenberg will sein Eingangstor zur Stadt verkaufen

Eisenberg  Für die Sanierung des Gewerbeparks auf ehemaligem Heizkraftwerksgelände fehlt das Geld

Das markante Eingangstor zur Stadt Eisenberg soll verkauft und abgetragen werden. 

Das markante Eingangstor zur Stadt Eisenberg soll verkauft und abgetragen werden. 

Foto: Angelika Munteanu

Noch steht der Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerks als Landmarke am Eingang der Kreisstadt. Doch sind seine Tage möglicherweise gezählt. Denn das ehemalige Gelände des BHE Bioheizkraftwerk Eisenberg (BHE) könnte alsbald verkauft werden.

Einen Zweck erfüllt das markante Bauwerk am Tor zu Eisenberg aktuell nicht mehr. Für einen Abriss fehlte der Jenaer Straße Grundstückverwaltung als jüngstem und kleinstem Unternehmen der Stadt Eisenberg ebenso das Geld wie für eine grundhafte Sanierung und Entwicklung des jetzigen Gewerbeparks auf dem ehemaligen BHE-Gelände. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2016 als 100-prozentiges Tochterunternehmen des städtischen Bäder- und Beteiligungsverwaltung (BBV).

Für die Ansiedlung von Gewerbe war das Gelände mit Reparatur- und Verschönerungsarbeiten hergerichtet worden in den vergangenen Jahren, berichtet der Geschäftsführer und Immobilienverwalter des kommunalen Ein-Mann-Unternehmens, Hartmut Lindner. Somit konnten etwa 25 Mietverträge mit kleinen und mittelständischen Unternehmen abgeschlossen werden. Auf 25.000 Euro belaufen sich die jährlichen Mieteinnahmen für das kommunale Unternehmen. Die Vermietung von auch kleinsten Gewerbeeinheiten sei zwar weitgehend ausgereizt und stabil und das Unternehmen liquide, aber die Betriebskosten würden stetig weiter steigen. Zudem sei ein wichtiger Mieter ausgefallen. "Damit fehlen derzeit 1500 Euro bei den Einnahmen monatlich", sagt Lindner.

Das Bild am Eingang zur Stadt soll sich verändern. Grundsätzlich hat das Gewerbegrundstück an der Landesstraße 3007 als Zubringer zur Autobahn 9 in Eisenberg Perspektive. Das setze jedoch eine kurzfristige Strategie der Vermarktung voraus, sagt der Unternehmenschef. Seit geraumer Zeit schon ist von einem möglichen Verkauf die Rede. Der Verkauf soll jetzt intensiviert werden. Ein Gutachten, dass in Kürze vorliegen werde, solle dazu Genaueres sagen. Auch zu den Bedingungen, an die ein Verkauf des Gewerbegeländes geknüpft werden könnte. Lindner versichert: "Ziel ist es, dass sich das Bild der Stadt verändern wird", wenn das Kraftwerksgelände umgebaut und der Schornstein abgetragen wird. Ein Angebot zum Abriss des alten Kesselhauses und des Ziegelschlots hatte es gegeben. Dafür fehlte dem kleinen kommunalen Unternehmen jedoch das Geld.

Interessenten für den Kauf des Gewerbegrundstück in bester Lage zur Autobahn gebe es "mehr als gedacht" sagt Lindner. Zehn Interessenten seien es aktuell aus verschiedensten Bereichen vom Garagenbauer über Logistik und Transport bis hin zum Tiefbau – alle aus der Region. Die Ansiedlung einer Spedition aus Eisenberg, von der ursprünglich die Rede war, habe sich jedoch zerschlagen.