Eisenbergs Kirchengemeinden: Austritte aus Kirche wegen Bankenbriefen

Informationen zur Änderung der Kirchensteuererhebung seien kaum verständlich.

Die Kirche von Gösen.

Die Kirche von Gösen.

Foto: zgt

Eisenberg. In den Kirchen­gemeinden sind zunehmend Austritte zu verzeichnen, die offensichtlich durch die Informationen der Banken zur Änderung der Kirchensteuer­erhebung auf Kapitalerträge ver­ursacht werden.

Eisenbergs Superintendent Arnd Kuschmierz beklagte, dass mit solchen Briefen die Informationen für den normalen Sparer kaum verständlich und zudem viel zu verkürzt dargestellt würden. So sei kaum ersichtlich, dass diese Kirchensteuer nur auf Zinserträge erhoben wird, für die auch Kapitalertragssteuer gezahlt werden muss. Das seien aber nur Zinserträge, die den Sparerpauschbetrag von 810"Euro für Alleinstehende und 1620 Euro für Ehepaare übersteigen. Beim gegenwärtigen Zinssatz seien das für den Normalsparer kaum erreichbare Größen, so Kuschmierz.

Steuer musste bislang auch gezahlt werden

"Da muss eine Ehepaar schon zwischen 200"000 Euro bei sehr günstigem Zinssatz und 350"000 Euro bei einem Zinssatz von 0,5 Prozent auf der hohen Kante haben", rechnete der Superintendent vor. Darüber hinaus sei in den Briefen teilweise kaum ausreichend deutlich erwähnt, dass diese Steuer auch bisher schon gezahlt werden musste, allerdings vom Sparer selbst und nicht automatisch durch die Bank abgeführt. Dieses neue Erhebungsverfahren sei die einzige Änderung, die nicht einmal von der Kirche, sondern vom Gesetzgeber so geregelt worden sei.

Bei den Sparern entstehe nun der Eindruck, dass die Kirche neuerdings auf jeden ersparten Cent Steuern erhebe. Dieser Eindruck entspreche nicht den Tatsachen, so Kuschmierz. Deshalb informiere die Kirche über die Änderungen, die allein das Verfahren betreffen, nicht aber die Sache selbst. Für Fragen stehe unter Tel.: (0800) 713"71"37auch das kostenfreie Kirchensteuer-Telefon der Landeskirche zur Verfügung.

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