Schulgasse wieder freigegeben

Eisenbergs schäbigste Gasse ist frisch gepflastert

Eisenberg.  Marode Schulgasse im Zentrum der Kreisstadt ist im Förderprogramm zur Altstadt-Sanierung erneuert worden.

Netzgesellschaft-Geschäftsführer Jan Fuhrberg-Baumann, Bürgermeister Michael Kieslich, Bauunternehmer Christian Schmidt und Planer Uwe Doyé (von links) geben die sanierte Schulgasse in Eisenberg wieder für den Verkehr frei.

Netzgesellschaft-Geschäftsführer Jan Fuhrberg-Baumann, Bürgermeister Michael Kieslich, Bauunternehmer Christian Schmidt und Planer Uwe Doyé (von links) geben die sanierte Schulgasse in Eisenberg wieder für den Verkehr frei.

Foto: Angelika Munteanu

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Die schäbigste Gasse im Eisenberger Stadtzentrum ist Geschichte: Die Schulgasse im historischen Zentrum der Kreisstadt ist frisch gepflastert und am Dienstag für den Verkehr wieder freigegeben worden. „Zeitlich eine Punktlandung“, stellte Eisenbergs Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) zur Straßenfreigabe fest, „dank des zügigen Bauens durch das Eisenberger Bauunternehmen von Christian Bauer und dank des Wetters, dass das Bauen bis jetzt in diesem Jahr zugelassen hat.“

Mit August waren die Bauarbeiten in der Straße zwischen Markt und Rosa-Luxemburg-Straße unter Vollsperrung begonnen worden. Die Kooperation mit den Anwohnern habe dennoch gut funktioniert, bedankt sich Bauunternehmer Bauer. Ausgebaut wurde die historische Gasse, deren Belag nur noch ein brüchiger Flickenteppich gewesen war, grundhaft nach den Maßgaben des Denkmalschutzes. Bis zu einem Meter tief war der Straßenuntergrund ausgebaggert worden. Der instabile Untergrund aus Löß und Lehm wurden gegen eine stabile Tragschicht nebst Frostschutz ausgetauscht, so dass sich künftig keine Fahrrinnen bilden dürften, erläuterte Christian Bauer. 550 Quadratmeter der maroden Befestigung waren zu beräumen und über Kubikmeter Boden zu lösen. Mit der Sanierung wurden auch acht Straßenabläufe erneuert, die nicht mehr richtig funktioniert hatten. Die Netzgesellschaft Eisenberg hat im Baugrund die Stromhauptleitung und Hausanschlüsse erneuert. Neu sind auch zwei Straßenlampen, die die kurvige Gasse in der Dunkelheit ausleuchten. Zu beiden Seiten der Gasse sind im Auftrag der Netzgesellschaft zudem Leerrohre verlegt worden, die später die Kabel für die Breitband-Internetversorgung aufnehmen können.

Auf der Baustelle im Gebiet der denkmalgeschützten Altstadt von Eisenberg waren auch Archäologen vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie im Einsatz. „Die Grabungen verliefen parallel zu unseren Arbeiten und für uns ohne Bauzeitverlust“, stellte Christian Bauer im Nachhinein erleichtert fest. „Ein paar Scherben wurden gefunden“, wusste gestern Ralph Hoffmann zu berichten. Die Scherben sollen aus dem 15. Jahrhundert stammen. Derzeit werden sie von den Archäologen noch untersucht. Von den noch ausstehenden Ergebnissen erhoffen sie sich weitere Aufschlüsse über die Siedlungs- und Stadtgeschichte in Eisenberg.

Gedeckt worden ist die Schulgasse im Fahrbahn- wie auch im Gehwegbereich mit Pflaster – entsprechend den vom Eisenberger Stadtrat beschlossenen Festlegungen für das Sanierungsgebiet Eisenberger Altstadt. 550 Quadratmeter Pflaster aus Naturstein wurden verlegt, teils von den Bauleuten von Christian Bauer, zum Teil von portugiesischen Fachleuten eines Subunternehmens aus der Region. Übergänge zu Grundstücken und Parkplatzränder wurden zum Teil mit Borten befestigt. Fast 244 000 Euro Fördermitteln von Bund und Land sind in die Altstadtsanierung in der 90 Meter langen Schulgasse geflossen. Das entspricht knapp 85 Prozent der Investitionskosten. Der Eigenanteil der Stadt Eisenberg beläuft sich auf knapp 44.000 Euro.

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