Eisenbergs Stadtmanager Max Nottrodt zieht nach seinen ersten 100 Tagen eine erste Bilanz und gibt Ausblick

Eisenberg  100 Tage ist Eisenbergs Stadtmanager Max Nottrodt zum heutigen Tag im Amt. Wir haben den neuen Stadtmanager der Kreisstadt befragt nach einer ersten Bilanz und einem Ausblick auf seine weiteren Aufgaben.

Eisenbergs Stadtmanager Max Nottrodt vor seinem künftigen Domizil im Rathaus.

Eisenbergs Stadtmanager Max Nottrodt vor seinem künftigen Domizil im Rathaus.

Foto: Angelika Munteanu

Sie haben angekündigt, vorübergehend die Kleinstadtmanufaktur im Steinweg freitags noch weiter zu betreiben, nachdem sich die Erfurter Fachhochschulstudenten am Ende ihres Masterstudiums vorerst verabschiedet haben. Wo werden Sie dann zu finden sein?

Im neuen Jahr soll das Gewölbe im Rathaus, wo der Hörgeräte-Akustiker noch seinen Sitz hat, frei werden. Dort werde ich dann künftig zu finden sein. Dort soll auch Platz entstehen für die Beiräte in der Stadt.

Sie sagen Beiräte. Einen Seniorenbeirat gibt es, die Gründung eines Jugendbeirats ist beantragt worden, welche noch?

Wir planen, einen Wirtschaftsbeirat zu gründen, in dem die aktiven Vertreter aus bereits existierenden Wirtschaftsvereinigungen in der Stadt enger und verbindlicher zusammenarbeiten werden. Damit hätte die Wirtschaft auch ein direktes Mitspracherecht bei der Stadtentwicklung und bei Entscheidungen im Stadtrat – ähnlich wie jetzt bereits der sehr aktive Seniorenbeirat.

Im Ratskeller-Gewölbe könnten diesen Beiräten über mein eigenes Büro hinaus auch Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

Sie sind noch neu in Eisenberg. Sind Sie in der Stadt inzwischen richtig angekommen?

Kennengelernt habe ich inzwischen sehr viel, auch viele Menschen und Akteure aus der Stadt. Aber noch längst nicht alles. Das will ich mit dem alltäglichen Geschäft angehen.

Die Wirtschaftsförderung ist ein Teil der umfangreichen Aufgaben, die sie als Stadtmanager übertragen bekommen haben. Auch die Internetpräsenz der Stadt gehört dazu. Noch hat sich an der Homepage der Stadt jedoch nichts geändert. Wie ist der aktuelle Stand?

Das ist das, was ich zu allererst angehen will. Denn die Website der Kreisstadt ist der Anker für alle anderen Probleme. Für die Erneuerung braucht es aber auch eine Position in der Haushaltsplanung, die es für dieses Jahr noch nicht gibt, hoffentlich aber für das nächste. Innerhalb der Stadtverwaltung ist ein Arbeitskreis gebildet worden. Es wurde abgefragt, was für die Homepage relevant ist, damit wir uns Angebote von IT-Dienstleistern auch für die Haushaltsplanung einholen können.

Darüber hinaus sollen auch die Eisenberger Bürger an der Neugestaltung der Homepage der Stadt mit beteiligt werden. Zum einen auf digitalem Weg, aber auch die, die nicht im Internet zu Hause sind, sollen auf analogem Weg zu ihren Erwartungen mit befragt werden.

Wann kann nach all den Vorarbeiten die neue Homepage an den Start gehen?

Aktuell reden wir über das Frühjahr 2020. Wie sie dann betrieben wird, ist rathausintern noch zu klären.

Wie kann die künftige Homepage denn zur überhaupt Wirtschaftsförderung in Eisenberg beitragen?

Etwa durch ein qualifiziertes Brachflächenmanagement für künftige Wirtschaftsansiedelungen, also dem Aufzeigen von möglichen Flächen, welche für eine gewerbliche Nutzung in Frage kommen können und dem Kontakte-Knüpfen zwischen Eigentümern und Interessierten. Auch die Standortvorteile von Eisenberg, die dargestellt werden sollen, können helfen, Investoren für die Stadt zu interessieren. Doch schon jetzt ist zum Bereich Wirtschaftsförderung festzuhalten, dass wir mit den sehr erfreulichen Entwicklungen im Bereich Steinweg, also der Ansiedlung neuer Einzelhändler und Gewerbetreibender erste Erfolge beim Leerstandsmanagement verzeichnen können. Dies ist für mich Ansporn, dort anzuknüpfen und andere städtische Bereiche ebenso zu unterstützen.

Stichwort Bürgerbeteiligung. Die spielt in ihrer Herangehensweise eine große Rolle. Wie geht es damit weiter?

Sie ist ein wichtiges Format für die Stadtentwicklung. Deshalb hatten wir bereits die öffentliche Veranstaltung gemeinsam mit Fachhochschulstudenten aus Erfurt im Scheithof zur Neugestaltung der Plätze in Eisenberg wie Busplatz und Rossplatz veranstaltet, wozu auch die Ideen der Bürger gefragt sind. Dazu zählt auch der Vor-Ort-Termin, den die Stadtverwaltung gemeinsam mit interessierten und kritischen Bürgern zum geplanten Standort eines Sozialwohnungsbaus am Busplatz durchgeführt hatte. Auch bei der Fortschreibung des Lärmaktionsplanes für Eisenberg ist die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen. Das wird derzeit für den 12. November vorbereitet.

Was ist noch vorgesehen, um die Bürger bei der Stadtentwicklung in Eisenberg „mitzunehmen“?

Dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen. Etwa die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die ja als Stadtdetektive in ihrem Schulumfeld auch schon unterwegs waren. Vorstellbar sind auch Stadtgespräche mit den Bürgern zu brennenden Themen in Eisenberg wie Leerstand, Schmutz oder Schulwegsicherheit. Auch meine Anwesenheit ab jetzt an Freitagen in der Kleinstadtmanufaktur oder künftig im barrierefreien Büro im Ratskellergewölbe ermöglicht eine Art der Öffentlichkeitsbeteiligung. Denn sie ist ein niederschwelliges Angebot an die Bürger, mit der Stadtverwaltung zu ihren Sorgen ins Gespräch zu kommen. Dabei kommen Themen, die viele interessieren wie die Müllproblematik und auch sehr individuelle Dinge wie das Parken vor der eigenen Haustür oder das störende Auto des Nachbarn zur Sprache. Manche kommen auch, um sich die Ausstellungen in der Kleinstadtmanufaktur anzuschauen. Übrigens hatte mir die Fotoausstellung zu Eisenberg von gestern und heute gut geholfen, Eisenberg in seiner Entwicklung kennenzulernen.

Was planen Sie für die nächsten 100 Tage?

Die genannten Projekte – vor allem die Website und die Bürgerbeteiligung – voranbringen. Mein Ziel ist es auch, die bestehende Zusammenarbeit zwischen der Fachhochschule Erfurt und der Stadt Eisenberg zu intensivieren. Die FH zeigt sich daran sehr interessiert.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.