Erstmals unter 53 Sekunden

Regensburg  Lukas Peter vom LC Jena belegte am zweiten Tag der Sparkassen-Gala in Regensburg im zweiten von drei Zeitendläufen mit 52,82 Sekunden den zweiten Platz

Lukas Peter.

Lukas Peter.

Foto: Jens Henning

Lukas Peter (20) vom Leichtathletik Club Jena ist am Sonntag zum ersten Mal in seiner Laufbahn über 400 Meter-Hürden unter 53 Sekunden geblieben. Am zweiten Tag der Sparkassen-Gala in Regensburg belegte Peter, der aus dem Stadtrodaer Ortsteil Gernewitz stammt, im zweiten von drei Zeitendläufen mit 52,82 Sekunden den zweiten Platz. Im Gesamt-Klassement der international besetzten Läufe war das Rang acht.

„Ich bin ohne Erwartungen nach Regensburg gefahren. Meine letzten zwei Auftritte bei den U23-Meisterschaften in Wetzlar und bei den Landesmeisterschaften in Arnstadt verliefen nicht so optimal“, sagte Peter.

Trotz seiner persönlichen Bestzeit sprach Peter nicht von einem perfekten Lauf. „Ich bin die ersten zwei Hürden nicht gut angelaufen. Durch den Rückenwind war ich zu nah dran. Zwischenzeitlich hatten wir Gegenwind. Auf der Zielgeraden herrschte Rückenwind. Für den Rhythmus zwischen den Hürden sind die wechselnden Winde natürlich nicht gerade förderlich“, sagte er.

Als er die Ziellinie erreichte, wusste er sofort, dass er in die Nähe seiner Bestzeit von Ohrdruf gelaufen war. Die Zeit des Lauf-Schnellsten wurde sofort auf der Zeittafel angezeigt: 52,71 Sekunden. „Ich war nicht so weit hinter ihm. Deshalb hatte ich relativ früh nach der Ziellinie die Arme hochgerissen. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl. Und wenig später war meine Zeit auch auf der Tafel zu lesen. Da war ich natürlich völlig happy.“

Vor drei Wochen klickten die Uhren für ihn bei 53,00 Sekunden. Damit hatte er auf die Hundertstelsekunden die Norm für die Deutschen Erwachsenenmeisterschaften in Berlin erfüllt.

„Dass ich jetzt sogar vor dem Komma eine 52 stehen habe, ist umso schöner.“

In der aktuellen Deutschen Jahresbestenliste der Männer im Kalenderjahr 2019 rangiert Peter mit seiner Zeit von Regensburg auf Position 15.

Und was heißt das für seinen Start im Berliner Olympiastadion? „Ich will diesen Wettkampf einfach nur genießen. Ich laufe jetzt das erste Jahr bei den Männern. Ich darf mich gegen die besten Langhürden-Läufer Deutschlands messen. Was gibt es für mich noch Schöneres? Im März hatte ich mich in den USA verletzt. Damals hätte ich davon geträumt, in Berlin dabei zu sein. Jetzt ist es Wirklichkeit. Und jetzt reise ich sogar mit einer Zeit von 52,82 nach Berlin. Das sind alles Momente, die man braucht als Sportler. Man trainiert wochenlang und arbeitet oft auf einen Tag hin. Und hofft auf eine gute Leistung. Berlin ist für mich Zugabe. Natürlich bin ich Sportler genug, vielleicht in Berlin erneut eine Bestleistung zu laufen. Das wäre das Allergrößte. Schauen wir mal.“

Bis zu den nationalen Titelkämpfen verbleiben exakt vier Wochen. Die ersten zwei Wochen werden von der Intensität noch einmal heftig werden. „Wir werden sicherlich einige Läufe in der Überdistanz absolvieren“, sagte er.

Den blauen Belag in Berlin, dem Austragungsort der Leichtathletik-WM 2009 und er Leichtathletik-EM 2018, kennt Lukas Peter bisher nur aus dem Fernsehen. „Gelaufen bin ich dort aber noch nie.“

Im Stadion war er schon gewesen, allerdings beim Fußball, bei einem Pokalendspiel. Worauf er sich am meisten freut, ist die zu erwartende Zuschauer-Kulisse. „Die Vorläufe sind zwar am Sonnabend Vormittag. Da wird das Stadion sicherlich noch nicht voll sein. Einige Tausend Besucher werden aber schon im Stadion sein. Das ist eine Atmosphäre, die erlebt man als Sportler nicht so oft.“

Mehr als eine Lauf wird es für den 20-Jährigen in Berlin nicht geben. Nach dem Vorlauf wird sicherlich Schluss ein. Unter den besten Acht wird er nicht laufen können. Peter ist aber nicht der Typ, der keine Chance sieht. „Ich reise mit der 15-schnellsten Zeit an. Meisterschaften laufen aber oft anders. Da treten plötzlich Athleten nicht an, die in der Bestenliste vor einem stehen. Ich werde alles geben. Das war bisher immer mein Motto als Sportler gewesen.“

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