Firma aus Crossen findet Ersatz für klassische Klimaanlage

Crossen.  Kandidat für Thüringer Innovationspreis: Interpanel aus Crossen will mit besonderen Deckenplatten das Raumklima nicht nur in Büros verbessern.

Interpanel gehört mit seinen Klimadecken zu den Firmen, die es unter die Top 20 geschafft haben.

Interpanel gehört mit seinen Klimadecken zu den Firmen, die es unter die Top 20 geschafft haben.

Foto: Interpanel

Klassische Klimaanlagen kühlen die Luft und verbrauchen viel Energie. Die Firma Interpanel aus Crossen (Saale-Holzland-Kreis) hat ein Kühlsystem entwickelt, das deutlich effizienter arbeitet und zugleich Licht und Akustik im Raum verbessert. Mit der Innovation „Akustisch wirksame Klimaleuchte“ schafft es das Unternehmen unter die Top 20 beim Thüringer Innovationspreis.

Lösung für Taupunktproblematik gefunden

Das Wirkprinzip basiert auf der Flächentemperierung. Bislang war diese Technologie jedoch durch die Kondensation von Luftfeuchte an der gekühlten Oberfläche limitiert. Das führte zu einer ungenügenden Kühlleistung, so dass sich das Prinzip international nicht durchsetzte. Interpanel hat eine Lösung gefunden, die Taupunktproblematik zu überwinden.

Das in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik entwickelte Klimapanel kann so im Spitzenlastfall mit bis zu sechs Grad Celsius Vorlauftemperatur betrieben werden. Für hocheffiziente regenerative Systeme strebt Inter­panel zehn bis zwölf Grad Celsius Vorlauftemperatur an. Ein Vorteil: Die innovative Kühldecke lässt sich auch in bestehenden Gebäuden mit natürlicher Lüftung einsetzen.

Panels kühlen und heizen

Die Panels kühlen aber nicht nur, sondern heizen im Winter auch durch Infrarotstrahlung. Zugleich absorbieren sie Geräusche und schaffen so eine ruhige Raumatmosphäre, so dass in Büros eine gute Sprachverständlichkeit gegeben ist. Die eingebaute LED-Flächen­beleuchtung erhellt Arbeitsplätze tageslichtnah. Einsatzmöglichkeiten bestehen nach Firmenangaben sowohl im Neu- als auch im Bestandsbau. Die Panels eignen sich für Großraumbüros genauso wie für Kliniken oder Pflegeheime.

Welche Innovationen den Sieg holen, erfahren alle Teilnehmer am 25. November. Wegen der Corona-Pandemie gibt es eine Liveübertragung, die auch auf der Internetseite unserer Zeitung zu sehen ist. Der Innovationspreis wird in vier Hauptkategorien und mit einem Preis für das beste junge Unternehmen vergeben und ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert.

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