Forstamt Jena-Holzland zieht sich aus Pflegearbeiten zurück

Saale-Holzland-Kreis  Das Forstamt Jena-Holzland engagiert sich ab diesem Jahr nicht mehr im Bereich von Projekten der Landschaftspflege und des Naturschutzes. Das bestätigte das Landratsamt in Eisenberg auf Nachfrage.

Revierförster Olaf Schmelz vom Forstamt Jena-Holzland

Revierförster Olaf Schmelz vom Forstamt Jena-Holzland

Foto: Frank Kalla

Wie es hieß, würden die mehr als 20 Jahre von Waldarbeitern gepflegten Flächen – darunter auch Orchideenwiesen – in diesem Jahr nicht mehr durch Thüringenforst betreut, da die hierfür notwendigen Personal- und Sachkosten nicht mehr durch das Landwirtschaftsministerium bezuschusst würden.

„In diesem Jahr hat Thüringenforst entschieden, andere Prioritäten zu setzen und den Finanzzuschuss zum Beispiel für die Bekämpfung des Borkenkäfers, zur Beseitigung von Sturmschäden beziehungsweise die Unterhaltung von Wanderwegen einzusetzen“, erklärte die Untere Naturschutzbehörde. Deshalb sei die Pflege dieser sogenannten Waldarbeiterprojekte im Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Saale-Holzland derzeit nicht gesichert. Man bemühe sich gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium als Bewilligungsbehörde um eine Fortsetzung der Pflege über die derzeit dem Naturschutz zur Verfügung stehenden Fördertöpfe wie die Nalap-Richtlinie. Eine endgültige Entscheidung hierzu stehe noch aus.

Allerdings sind nicht alle Fördertöpfe versiegt. Gerade für Flächen, auf denen besonders hohe Bestände an bemerkenswerten Orchideen gedeihen, gibt es weiterhin Fördermittel. So wird auch das außergewöhnliche Poxdorfer Hangquellmoor, das in der Vergangenheit von Waldarbeitern des Forstamtes betreut wurde, weiterhin gepflegt.

„Die Pflege der Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen mit besonders hohen Beständen an bemerkenswerten Orchideen im Geltungsbereich des Naturschutzgroßprojektes ‚Orchideenregion Jena – Muschelkalkhänge im Mittleren Saaletal‘, die derzeit keiner Nutzung unterliegen, wurde im Rahmen eines ENL-Projektes (Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft) gefördert. Dies betrifft auch die Flächen des Poxdorfer Hanges. Der Bewilligungszeitraum wurde gemäß Bescheid der Thüringer Aufbaubank vom 10. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2019 verlängert. Insofern ist die Pflege der sogenannten Defizitflächen in 2019 gesichert. Die Untere Naturschutzbehörde des SHK beabsichtigt in 2020 eine Verlängerung des Projektes um weitere fünf Jahre“, hieß es.

Insbesondere die zahlreichen, meist auf dem Territorium des Saale-Holzlandes liegenden Naturschutzgebiete wie die Wöllmisse sind international beachtet wegen ihres Orchideenreichtums. Beispielsweise kommen auf dem Trespen-Halbtrockenrasen der Wöllmisse die meisten der 28 Orchideenarten vor – darunter acht bestandsbedrohte wie beispielsweise Frauenschuh und Sumpf-Stendelwurz.