Freitagstreff mit dem Eisenberger Stadtmanager

Eisenberg  Max Nottrodt ist der neue Stadtmanager in Eisenberg. Einmal wöchentlich führt er Gespräche in der Kleinstadtmanufaktur im Steinweg.

Max Nottrodt ist der neue Stadtmanager in Eisenberg, hier in der Kleinstadtmanufaktur im Steinweg mit der Masterstudentin Theresa Grimm (links), Bürgermeister Michael Kieslich (rechts) und der Amtsleiterin für Bauen und Wirtschaftsförderung, Gabriele Daßler.

Foto: Angelika Munteanu

Die ersten Kontakte hat Max Nottrodt in Eisenberg bereits geknüpft. Seit wenigen Tagen ist er Stadtmanager in Eisenberg. Damit hat er die Schlüsselposition in der Verwaltung der Kreisstadt inne, die lange auch von den Mitgliedern des Stadtrates gefordert war und mit dem Amtsantritt des jungen Thüringers zum 1. Juli nun auch eingeführt worden ist.

Wie Ende voriger Woche schon, wird der neue Stadtmanager immer freitags in der Kleinstadtmanufaktur im Steinweg anzutreffen sein. „Nach der Resonanz der Bürger auf die Kleinstadtmanufaktur soll sie künftig in den Aufgabenbereich des Stadtmanagers überführt werden“, sagt Bürgermeister Michael Kieslich (CDU). Max Nottrodt ist in seinem für Eisenberg neu geschaffenen Amt generell für die Außendarstellung der Kreisstadt und die Vernetzung der Akteure in der Stadt zuständig. Seine Präsenz freitags in der Kleinstadtmanufaktur soll dazu betragen, die Problemlagen und die Bürger und Akteure in der Stadt schnell kennenzulernen.

„Dorthin kommen bereits viele Bürger und die Hemmschwelle, in den Laden im Steinweg zu gehen, liegt für manchen weit niedriger als sich auf den Weg ins Rathaus zu machen“, meint Nottrodt. Dort hat er seinen Schreibtisch als Stabsstelle im Büro des Bürgermeisters. „Um sich in alle Themen der Stadt einarbeiten zu können und als Schnittstelle für die Arbeit in der Stadtverwaltung“, erläutert Bürgermeister Kieslich.

Der neue Stadtmanager in Eisenberg ist mit seinen 25 zwar noch jung an Jahren. Während des Studiums der Stadt- und Raumplanung an der Fachhochschule Erfurt, dort wo auch die jetzigen Betreuer der Kleinstadtmanufaktur Theresa Grimm und Niels Jüngling kurz vor dem Masterabschluss stehen, hat sich Max Nottrodt aber bereits intensiv mit den Problemlagen und der Entwicklung in Kleinstädten beschäftigt. „Dabei hatte ich auch sehr viel mit Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit zu tun“, berichtet Nottrodt, der aus Nordhausen stammt, während des Studiums nach Erfurt gezogen war und alsbald nun Neu-Eisenberger werden will. In Saalfeld hatte er sich als Student mit Nachhaltiger Kommune, Tourismus und Mobilität befasst. Themen, die auch für Eisenberg relevant sind.

Nachdem Universitäten und Hochschulen zunächst Großstädte und Ballungsräume im Fokus hatten, setzen sie mittlerweile auch Forschungsschwerpunkte im ländlichen Raum und das sehr offen und praxisbezogen, stellt Eisenbergs Amtsleiterin für Bauen und Wirtschaftsförderung, Gabriele Daßler, fest. „Der ländliche Raum zieht zunehmend in den Lehrplan ein“, bestätigt der FH-Absolvent. Eine Entwicklung in der studentischen Ausbildung und Forschung, die auch Eisenberg mittlerweile für sich zu nutzen weiß.

In der von der FH Erfurt und der Stadt Eisenberg gemeinsam aus der Taufe gehobenen Kleinstadtmanufaktur sieht Max Nott­rodt für sich auch einen Schlüssel zu den Eisenbergern. Anders als in großen Städten seien die Bewohner und Unternehmer in der Kleinstadt untereinander sehr gut vernetzt. „Es gibt viele Menschen, die sich sehr gut kennen und in der Stadt grüßen. Ich muss präsent sein, um sie alle persönlich kennen zu lernen und Netzwerke knüpfen zu können“, sagt der Stadtmanager.

Seine erste große zentrale Aufgabe wird – wie es Bürgermeister Kieslich bereits angekündigt hatte — der Aufbau einer stetigen Öffentlichkeitsarbeit und der Aufbau einer neuen Stadt-Website für das Internet sein. „Als Anker für alle weiteren Themen“, sagt Nottrodt. Dazu gehören nach seinem Aufgabenprofil unter anderem auch Wirtschaftsförderung und Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden, Leerstands- und Brachenmanagement im Interesse der Stadtentwicklung.

Auch um die analoge Präsentation von Angeboten der Stadt kümmere er sich bereits, nachdem Bürger nachgefragt hatten, ob die Schaukästen der Kommune dafür genutzt werden könnten, berichtet Nottrodt. Das Ergebnis könnte eine Art Litfaßsäule für Eisenberg sein, an der sich Menschen, die nicht oder selten in den sozialen Medien und im Internet unterwegs sind, informieren können.

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