Frische Gedanken: Studenten-Ideen für Eisenbergs Innenstadt

Eisenberg  Bürger sind interessiert an den studentischen Vorschlägen für die Gestaltung von Busplatz, Roßplatz und anderen belebten Orten im Zentrum der Kreisstadt.

Im Kulturzentrum Scheithof haben Studenten der Fachhochschule Erfurt ihre Ideen für die Gestaltung von wichtigen Plätzen in Eisenberg vorgestellt. Fast 100 Gäste haben die dreistündige Infoveranstaltung mit Ideen zur Umgestaltung von Busplatz, Roßplatz, Friedenspark und weiteren innerstädtischen Räumen besucht.

Im Kulturzentrum Scheithof haben Studenten der Fachhochschule Erfurt ihre Ideen für die Gestaltung von wichtigen Plätzen in Eisenberg vorgestellt. Fast 100 Gäste haben die dreistündige Infoveranstaltung mit Ideen zur Umgestaltung von Busplatz, Roßplatz, Friedenspark und weiteren innerstädtischen Räumen besucht.

Foto: Angelika Munteanu

„Solch eine Veranstaltung habe ich zum ersten Mal in Eisenberg erlebt“, sagte Sven Körnig am Montagabend im Eisenberger Scheithof. Er gehörte zu den fast 100 Bewohnern der Stadt, die gekommen waren, um die Ideen von Studenten der Fachhochschule Erfurt für die Gestaltung der Eisenberger Innenstadt kennenzulernen. „Tolle Sache“, kommentierte das später der 21-Jährige, der stellvertretend für seine Freunde in den Scheithof gekommen war, um die studentischen Ideen kennen zu lernen.

Im April hatten Studenten der FH Erfurt für einen freiwilligen Ideenwettbewerb für die Eisenberger Innenstadt begonnen, die Kreisstadt des Saale-Holzlandes zu erkunden. Im Fokus der wissenschaftlichen Betrachtung standen insbesondere der Busplatz und der Roßplatz, die auf ihre Umgestaltung warten. Aber auch andere öffentliche Räume im Stadtzentrum haben die Studenten mit ihren Arbeiten in den Fokus gerückt.

Die meisten Wettbewerbspunkte gab es nach der Präsentation von den Besuchern für den „Mobility Hub“ der Studentengruppe Martin Geipel, Robert Muhs, Hendrik Korlz und Valenthin Tändler. Sie waren mit einem großen Modell voller Ideen für die Neugestaltung des Eisenberger Busplatzes angereist. Erst im Scheithof wurde noch schnell die Überdachung der Wartezone für die Fahrgäste auf die Träger im Modell geklebt. Viele Details – Menschen, Standuhr, Blümchen – mussten in einer Blechschachtel liegenbleiben, weil die Zeit fehlte, sie auch noch auf der großen Platte zu montieren.

Der „Mobility Hub“, also der Verkehrsknoten für Eisenberg, soll nach den Studentenideen vor allem die Aufenthaltsqualität für die Wartenden deutlich steigern. Das bringe Konsequenzen für den Busbetrieb und die Stadt mit sich, die Verkehrsführung müsse angepasst und auch der Fahrplan leicht geändert werden, erläuterten die Studenten. Dort, wo sich derzeit die Bussteige befinden, schlagen sie eine große überdachte Warteinsel vor mit Bänken, Sportmöglichkeiten etwa mit Tischtennisplätzen, Bäumen und zwei runden Gebäuden.

Das größere könnte den Aufenthaltsraum für die Busfahrer und Toiletten für Fahrer und Fahrgäste aufnehmen, Fahrkartenautomat, Paketstation, Bankautomat und ein sicher verschlossener Fahrrad-Abstellplatz wären denkbar. Im zweiten Rundlingsbau könnte ein Café über zwei Etagen Platz finden – so die Idee der Studenten.

Fragen gab es aus dem Publikum zu Stellplätzen für Busse und Wartezonen für Pkw, mit denen im ländlichen Raum die Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs dann bis in ihre Dörfer nach Hause gelangen müssen. „Mit der Idee der Studenten ist an alles gedacht“, lobte Stadtratsmitglied Bernward Müller (CDU) den „Mobility Hub“ der FH-Studenten für Eisenberg. Die bestehenden Pkw-Stellplätze würden beibehalten und im Umfeld des Busplatzes gebe es reichlich Parkmöglichkeiten.

Dem Roßplatz, der in naher Zukunft saniert werden soll, haben sich gleich zwei Studentengruppen mit verschiedenen Idee gewidmet. Die Ideen „Straße macht Platz“ und „Weniger ist mehr“ wollen – wenn auch auf unterschiedliche Weise – mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer schaffen und ihnen stellenweise auch den Vorrang vor dem Autoverkehr geben.

Mehr Barrierefreiheit und mehr Grün sollen in den Landesstraßenbereich gebracht werden – entweder mit Pflanzkübeln oder mit Grünstreifen. Ideen gibt es, wie beispielsweise der Hof des Gasthauses zum Mohren für Publikum geöffnet und mit einer Veranstaltungsbühne belebt werden könnte.

Schwierigkeiten – so zeigte es die Diskussion – bleiben mit den vorhandenen Gegebenheiten. Verkehrsführungen im engen Gassengewirr sind nur schwierig neu zu sortieren. Grundstücke einer neuen Nutzung zuzuführen, wäre nur gemeinsam mit den Eigentümern möglich, von denen es am Roßplatz viele verschiedene private gibt.

Mit der Aufforderung, sich eigene Gedanken um die Gestaltung von Lücken in der Stadtgestaltung zu machen, haben sich die Studenten der Arbeitgruppe „Blanc Spaces“ an die Eisenberger gewandt. Sie haben ein Malbuch entwickelt und an die Gäste im Scheithof verteilt, das Raum bietet für eigene Ideen – sowohl am Busplatz und am Roßplatz wie auch im Friedenspark, im Steinweg und am Rathausplatz. Dort vielleicht mit einem Container, der Raum bietet für Kaffee und Kleinkunst über den Mark hinaus.

Auch die Aktion „Eisenberg blüht und summt“ wurden mit einer Studentenidee aufgegriffen. Diese reicht von einer Bauanleitung für Insektenhotels, die auf der Internetseite der Stadt zu finden sein soll, über Pflegepatenschaften der Eisenberger für grüne Stadtquadrate bis hin umweltfreundlichen Tourismusangeboten mit Holzschnitz-Arbeiten und Blumensamen für Gäste in der Kreisstadt.

Hintergrund:

„Das ist ein reiner Ideenwettbewerb“, erklärten Niels Jüngling und Theresa Grimm, die Masterstudenten und Betreiber der Kleinstadtmanufaktur in Eisenberg, zu den Studentenarbeiten, die im Scheithof vorgestellt worden sind. Also keine Planungen, aber Ideen, die für spätere Planungen aufgegriffen werden könnten.

Nach der Präsentation im Scheithof werden die Ideen für die Gestaltung von Plätzen in der Eisenberger Innenstadt in den nächsten Tagen und Wochen noch im Rathaus der Kreisstadt zu besichtigen sein. Sicherlich werden sich dort auch noch einige Exemplare des Malbuchs finden, das den Eisenbergern Platz für eigene Ideen zur Stadtentwicklung und Gestaltung bietet.

Die fachliche Planung für den Eisenberger Busplatz als Eingangstor für Reisende in die Kreisstadt will die Stadtverwaltung laut Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) in Kürze aussschreiben.

Auch an der geplanten Sanierung des Eisenberger Roßplatzes werde – so der Bürgermeister – weitergearbeitet. Aktuell befinde sich das Vorhaben, an dem sich auch der Freistaat Thüringen als Baulastträger für die Landesstraße beteiligt, in der Planungsphase. Noch keine Reaktion aus Erfurt gebe es zu den im Vorjahr beantragten Fördermitteln.

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