Gedenken im Leubengrund bei Kahla abgesagt

Eisenberg.  Der Saale-Holzland-Kreis organisiert wegen Corona keine Gedenkveranstaltung. Statt dessen wird es Videos von zwei Vereinen mit Zeitzeugenberichten geben.

Die jährliche Gedenkveranstaltung im Leubengrund bei Kahla erinnert an das Zwangsarbeitslager der Reimahg Flugzeugwerke

Die jährliche Gedenkveranstaltung im Leubengrund bei Kahla erinnert an das Zwangsarbeitslager der Reimahg Flugzeugwerke

Foto: Jens Henning

Der Saale-Holzland-Kreis hat sich dazu entschieden, die Gedenkveranstaltung für die Zwangsarbeiter der ehemaligen Reimahg-Rüstungswerke und die Opfer des NS-Regimes im Leubengrund abzusagen, teilte das Landratsamt am Dienstag mit.

„Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Eine große Gedenkveranstaltung ist in diesen Zeiten und mit Hinblick auf den Schutz der Teilnehmer vor einer Infektion nicht zu rechtfertigen“, erklärte Landrat Andreas Heller (CDU). Trotz dieser Entscheidung wird auch in diesem Jahr der Opfer der Reimahg gedacht. „Ich werde, wie im Vorjahr, persönlich Kränze an den Orten des Gedenkens niederlegen“, so Heller.

Um das Gedenken auch in Zeiten von Corona lebendig zu halten, werden in diesem Jahr der Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. und der Förderverein Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e.V. gemeinsam neue Wege gehen, um ein digitales Erinnern zu ermöglichen. In Form von Videobotschaften sollen Angehörige und Zeitzeugen dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte die Möglichkeit bekommen, sich zu Wort zu melden und das Andenken der Opfer für die Zukunft zu bewahren. Am 13. April sollen die Videobotschaften zum 76. Jahrestag der Befreiung des Reimahg-Lagers online gehen.