Geflügelpest-Allgemeinverfügung für Saale-Holzland in Vorbereitung

Eisenberg/Stadtroda  Veterinär-Zweckverband schätzt Gefahr der Ausbreitung im Saale-Holzland-Kreis als sehr hoch ein

Auch Strauße können sich mit der Geflügelpest infizieren.

Auch Strauße können sich mit der Geflügelpest infizieren.

Foto: Martin Schöne

Neben dem Coronavirus und der Afrikanischen Schweinepest bereitet mit der sogenannten Geflügelpest derzeit ein weiteres Virus den Behörden Sorgen. Nachdem bereits in Brandenburg und Sachsen-Anhalt infizierte Tierkadaver gefunden wurden, gilt dort in manchen Regionen bereits eine Stallpflicht für Geflügel. Nun scheint auch Thüringen betroffen zu sein.

Auf Nachfrage der Redaktion teilt der Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (ZVL) Jena-Saale-Holzland am Donnerstag mit: „Da es seit gestern einen bestätigten Fall der sogenannten Geflügelpest in Thüringen gibt (Landkreis Nordhausen), schätzt der ZVL auch für den Saale-Holzland-Kreis die Gefahr als sehr hoch ein.“

Allgemeinverfügung soll noch diese Woche in Kraft treten

Aus diesem Grund bereite der ZVL eine Allgemeinverfügung vor, die noch in dieser Woche in Kraft treten soll. Diese werde dann unverzüglich auf der Internetseite des Landkreises unter dem Menüpunkt „Verwaltung und Bürgerservice“ im Unterpunkt „Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt“ – veröffentlicht und den Verwaltungsgemeinschaften übersandt.

Auf die Frage, welche unmittelbaren Maßnahmen es zur Folge hätte, wenn es im Saale-Holzland-Kreis einen Fall gebe, teilt der Zweckverband mit: „Alle betreffenden Geflügelhaltungen in der Region müssten kontrolliert, das heißt klinische Untersuchungen durch Amtstierärzte durchgeführt werden.“ Zudem gelte es dann, weiterführende Biosicherheitsmaßnahmen anzuordnen und einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet auszuweisen. An der Geflügelpest (H5N8) können Hühner, Enten, Gänse, Puten, Wachteln, Tauben, Fasane, Pfaue, Schwäne, Strauße, Emus, Nandus und Wildvögel erkranken. Das Risiko für Infektionen beim Menschen gilt als sehr gering.