Gesichter der Stadtrodaer Roda-Werkstatt: Freude am Bügeln, Waschen, Putzen

Stadtroda  Gabriele Grenzdörfer (58) ist seit Februar in der Hauswirtschaft tätig. Das sei ihr Steckenpferd, sagt die willensstarke Frau.

Gesichter der Roda-Werkstatt: Gabriele Grenzdörfer

Gesichter der Roda-Werkstatt: Gabriele Grenzdörfer

Foto: Ute Flamich

Gabriele Grenzdörfer ist eine Kämpferin. Immer wieder hat sich die 58-Jährige selbst aufgerappelt, hat Wege aus schweren Zeiten und schwierigen Situationen gefunden. „Ich werde noch gebraucht“, sagt sie und begründet damit ihre Zielstrebigkeit, ihr Leben bestmöglich im Griff zu haben und zu ­behalten. „Sehr, sehr dankbar bin ich meiner Betreuerin. Sie unterstützt mich seit etwa 20 Jahren und hat auch meinen Mann in Betreuung. Vieles habe ich ihr in meinem Leben zu verdanken!“

Vor drei Jahren hat Gabriele Grenzdörfer standesamtlich in Jena geheiratet. „Ich habe damals in Bucha gewohnt. Nach unserer Hochzeit waren mein Mann und ich auf der Suche nach einer eigenen Wohnung.“ Weil sie, die in Jena geboren wurde und dort aufgewachsen ist, aber nicht in „die alte Um­gebung“ nach Jena zurück wollte, suchten die frisch Vermählten in Stadtroda ein neues Zuhause – und fanden es dort vor fast drei Jahren.

Hausarbeiten sind ihr Steckenpferd

Das Thema Arbeitsstelle musste noch bewältigt werden. In der Tagesstätte „Lorenz Werth-mann“ des Reha­bilitationszentrums Stadtroda gGmbH in Stadtroda fand Gabriele Grenzdörfer ­zunächst eine Beschäftigung. Später absolvierte sie ab August 2018 ein Praktikum in der Roda-Werkstatt Stadtroda. Dort ist Gabriele Grenzdörfer nun seit dem 1. Februar dieses Jahres im berufsbildenden Bereich in der Hauswirtschaft tätig.

„Mir gefällt die Arbeit hier sehr gut. Sie ist abwechslungsreich und wir sind eine tolle Gruppe. Hausarbeiten sind auch ehrlich gesagt mein Steckenpferd.“

Besondere Freude habe sie am Bügeln. Wäschewaschen, Putz- und Näharbeiten, Catering-Aufträge für die Roda-Werkstatt sowie außer Haus gehören ebenfalls zu ihren Aufgabenfeldern.

„Wenn ich noch freie Kapazitäten habe, übernehme ich zum Beispiel auch Montagearbeiten, je nachdem, was gerade noch zu tun ist.“ Gern würde sie im Chor der Roda-Werkstatt mitsingen, habe sich dort aber erst einmal noch nicht angemeldet. Immer freitags gehe sie dafür für eine Stunde „zur Schule“, zu den so­genannten „Kulturtechniken“. „Da geht es vor allem um das Auffrischen von Grundkenntnissen wie dem Lesen, Schreiben und Rechnen.“

An fachspezifischem Unterricht nehme die 58-Jährige ebenso teil wie an einer Veranstaltung, in der über allgemeine ­Themen wie gesunde Ernährung, Sport, Politik und Co. gesprochen wird.

Stolz auf die drei Kinder und vier Enkelkinder

„Ich finde, dass die Werkstatt genug Angebote für uns Beschäftigte bereithält. Da gibt es ja zum Beispiel die sozialen Nachmittage, Fasching wird gefeiert, das Herbstfest mit einem Tag der offenen Tür und am 22. August haben wir Wandertag“, sagt Gabriele Grenzdörfer. Sie habe sich unter den drei Routen die kürzeste aus­gesucht. „Die führt nach Tröbnitz.“

In ihrer Freizeit beschäftige sie sich viel mit Handarbeiten. „Ich häkele Tischdecken. Das habe ich als Kind von meiner Oma gelernt.“ Zudem malt sie gern Mandalas aus. „Ich bin früher sehr schnell hochgefahren. Ich arbeite daran, ruhiger zu werden. Dabei helfen mir auch die Mandalas.“

Sie sei ein Familienmensch, sagt Gabriele Grenzdörfer. Sie ist die älteste von drei Geschwistern und hat selbst drei Kinder zur Welt gebracht. Mittlerweile ist sie Oma von vier Enkelkindern. „Die jüngste ist ein Jahr alt, die älteste ist 13 Jahre. Sie liebt Pferde über alles und nimmt sogar an Reitturnieren teil“, erzählt sie stolz. Was ihre Familie angeht, wünscht sie sich nur eines: „Dass wir gesund werden beziehungsweise bleiben.“

Beruflich wünscht sich Gabriele Grenzdörfer, in der Roda-Werkstatt bleiben, vom Berufsbildungs- in den Arbeitsbereich wechseln und in der Landschaftspflege mal ein Praktikum absolvieren zu können. „Im Winter, wenn die Floristik im Vordergrund steht und Advents- und Grabgestecke angefertigt werden.“

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