Gesundes Leinöl gibt’s in Willschütz zum Frühstücksquark dazu

Willschütz/Erfurt.  Bioland-Hof Voigt in Willschütz ist für seine Rohkostöle mit dem „Bio-Preis Thüringen 2020“ ausgezeichnet worden.

Volkmar Voigt vom gleichnamigen Bioland-Hof in Willschütz bei Schkölen hat mit seinem Rohkostölsortiment den 1. Platz in der Kategorie „Verarbeitetes Bio-Produkt" des Thüringer Bio-Preises 2020 gewonnen.

Volkmar Voigt vom gleichnamigen Bioland-Hof in Willschütz bei Schkölen hat mit seinem Rohkostölsortiment den 1. Platz in der Kategorie „Verarbeitetes Bio-Produkt" des Thüringer Bio-Preises 2020 gewonnen.

Foto: Ingo Glase

Die riesige Freude schwingt bei Volkmar Voigt noch mit im kurzen Gespräch mit der Lokalredaktion am Sonntagvormittag zwischen Tierfütterung und Erntedankgottesdienst: Tags zuvor, am Samstag in Erfurt, ist der Bioland-Hof Voigt in Willschütz bei Schkölen mit dem „Bio-Preis Thüringen 2020“ ausgezeichnet worden.

Gewonnen hat der Familienbetrieb in Willschütz den 1. Preis in der Kategorie „Verarbeitetes Bioprodukt“ mit seinem Rohkostölsortiment. Den Preis hat Volkmar Voigt aus den Händen des Thüringer Ministers für Infrastruktur und Landwirtschaft Benjamin-Immanuel Hoff entgegengenommen. „Zur Preisverleihung bin ich mit meiner Frau und zwei Mitarbeitern gefahren. Der Tag in Erfurt war rundum gelungen“, schwärmt der Preisträger im Nachhinein. Auch wenn es diesmal coronabedingt mit Maske und strengen Verhaltensregeln etwas anders gewesen sei als vor vier Jahren auf der Messe Erfurt, als der Bioland-Hof im Saale-Holzland-Kreis für seine Kartoffeln in der Tüte ausgezeichnet wurde.

Für das nun preisgekrönte Rohkostölsortiment arbeitet der Bioland-Hof in Willschütz seit fünf Jahren – ergänzend zum Anbau von Getreide, Obst, Gemüse und Kartoffeln, dem Halten von Hühnern, Schweinen und Schafen, Schlachteküche und Backstube. Alles nach den Normen der ökologischen Landwirtschaft. „Man sollte als Landwirtschaftsbetrieb möglichst breit aufgestellt sein. So kann man gegebenenfalls Verluste in einem Bereich mit einem anderen ausgleichen“, sagt Voigt und verweist auf die Preise für Schweinefleisch, die deutlich gefallen sind, seit die ersten Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland bei Wildschweinen in Brandenburg nachgewiesen wurden.

Auch das Rohkostölsortiment vom Hof in Willschütz mit Leinöl, Schwarzkümmelöl, Mohnöl, Senföl und Leindotteröl ist breit aufgestellt und bio – und mit Rohstoffen aus Deutschland. Diesmal sogar der Schwarzkümmel. Die Ölsaaten werden seit 2017 mit der eigenen Ölmühle kaltgepresst. „Zunächst mussten wir unsere Erfahrungen sammeln“, berichtet Volkmar Voigt. Damit trotz des wärmeerzeugenden Drucks auf die harten Körner die Kaltpressung garantiert bleibt, wird die Ölmühle mit einer speziellen Wasserkühlung betrieben.

Den Rohstoff für das Leinöl baut Familie Voigt selbst an. „Erst in Mischkultur, damit waren wir nicht zufrieden.“ Jetzt wird der Lein in Reinkultur angebaut, im Vorjahr auf 1,5 von insgesamt 56 Hektar Fläche des Biolandwirtschaftsbetriebs. Was für manchen als Arme-Leute-Essen gilt, zählt für Volkmar Voigt zu den gesunden Delikatessen: Quark mit Leinöl. „Das gibt es bei uns immer mal wieder zum Frühstück. Durch den Quark werden die wertvollen Inhaltsstoffe des Leinöls erst verfügbar gemacht“, weiß der Fachmann.

Zum Erntedankgottesdienst am Tag nach der Auszeichnung hatte Volkmar Voigt die gesunden Öle aus eigener Produktion nicht dabei. „Zum Ausschmücken der Kirche in Schkölen haben wird Gemüse geliefert. Farbige Kohlköpfe machen optisch mehr her. Dankbarkeit zu zeigen, ist uns wichtig“, sagt Volkmar Voigt.

Am 30. Oktober lädt der Bioland-Hof Voigt letztmalig in dieser Saison Interessierte zu Hofrundgängen ein. Ab 16 Uhr werden die Besucher eine gute Stunde lang durch den Betrieb geführt und können sich Backstube, Schlachteküche, Schweinestall, Hühnermobil, Getreidereinigung und den Feld- und Gemüseanbau anschauen.