Größter Kinderwunsch: ein Freizeitpark in Eisenberg

Angelika Munteanu und Veit Höntsch
| Lesedauer: 4 Minuten
Zum Weltkindertag erproben sich am Schützenhaus in Stadtroda Alina und Julian unter der Anleitung von Feuerwehrmann Eric Weiß im Handdruckspritzen.

Zum Weltkindertag erproben sich am Schützenhaus in Stadtroda Alina und Julian unter der Anleitung von Feuerwehrmann Eric Weiß im Handdruckspritzen.

Foto: Veit Hoentsch

Saale-Holzland.  Zum Weltkindertag ist vielerorts im Saale-Holzland gefeiert worden. Mobile Jugendarbeit startet Umfrage zu Kinderwünschen.

Erstmals ist der Weltkindertag, der in Thüringen seit zwei Jahren offizieller Feiertag ist, auch richtig gefeiert worden im Saale-Holzland. Vielerorts fanden am Montag Veranstaltungen der unterschiedlichsten Organisatoren statt, um die Jüngsten in der Gesellschaft in den Mittelpunkt zu rücken – und auch um ihnen eine Stimme zu geben.

Schon am Vormittag stieg die Kinderparty in Quirla. Als Michael Kranert um 12 Uhr die historische Drehleiter der Feuerwehr aktivierte, gab es kein Halten mehr. Rund einhundert Zwerge belagerten ihn bis zum Nachmittag. Doch auch sämtliche anderen Aktivitäten sorgten für Mitmach-Spaß nonstop. Um 15.30 Uhr ließen die Kinder, organisiert von der Akademie für selbstbestimmtes Lernen, rund einhundert Ballons in die Luft steigen. Verbunden mit dem Aufsteigen der Ballons waren die geheimsten Wünsche der Kinder.

Bunte Ballons mit Wunschzetteln

Luftballons mit Wunschzetteln, die die Kinder ausfüllen können, sind am Nachmittag auch vom Jugendbeirat des Kreises im Frauen- und Familienzentrum im Eisenberger Steinweg verteilt worden. Parallel dazu hat Bastian Berger, beim Verein Ländliche Kerne zuständig für die mobile Jugendarbeit, gemeinsam mit Dominik Lingenover, der sein Freiwilliges Soziales Jahr im Verein absolviert, eine Umfrage nach Kinderwünschen zu Freizeitmöglichkeiten im Saale-Holzland gestartet. Die größten Wünsche für Eisenberg seien am Montag schnell klar gewesen: Ein Freizeitpark und eine ordentliche BMX-Bahn, berichtet Bastian Berger. Die Umfrage zum Weltkindertag soll erst der Anfang gewesen sein. „Wir wollen die Befragung auf den gesamten Kreis ausweiten, möglichst gemeinsam mit den Schulen“, erläutert Jugendsozialarbeiter Bastian Berger.

Zur selben Zeit richtete das Jugendzentrum Wasserturm sein traditionelles Interkulturelles Malfest aus. Im Wasserturm hatte es sich Laura (10) mit ihrer Mutti am Boden bequem gemacht, um einen Baum zu malen – mit getupften Blättern in Violett, damit das Bild farblich ins Kinderzimmer passt. Daneben hatte sich Carlos mit seiner Omi niedergelassen, um große rote Fliegenpilze zu malen. Das mache er gern, aber eigentlich will er mal Kickboxer werden und Wissenschaftler, erklärte der Fünfjährige ganz selbstbewusst. Während Ute Heine vom Kunstverein Eisenberg die jungen Künstler betreute, hatte Bernd Bock vom Kreissportbund im Garten am Wasserturm die Sport- und Geschicklichkeitsspiele in der Regie. Das Kicken auf dem Rasen war für Stammgast Lukas (13) eine besonders beliebte Beschäftigung.

Kicken für den guten Zweck

Gekickt wurde am Weltkindertag auch im Schortental, wo zum zweiten Mal der Launi-Cup als Benefizveranstaltungen ausgerichtet wurde. Im Turnier traten zwar die großen Freizeitfußballer aus der Kreis, aus Nachbarorten und auch aus dem Elstertal an. Doch auch für die Jüngsten gab es reichlich Beschäftigung am Tischkicker, beim Kinderschminken und beim Bolzen am Rande. Wie viel der Launi-Cup, mit dem Fußballfreunde an einen verunglückten Teamkameraden erinnern, eingebracht hat, wird noch ausgezählt. Die kinderfreundlichen Empfänger stehen bereits fest: der Tiergarten Eisenberg und der Eisenberger Faschingsclub.

Auch in Stadtroda gehörte der dortige Carneval Club zu den Aktiven am Weltkindertag auf dem Schützenhaus-Areal. Viele ortsansässige Vereine beteiligten sich mit Kegeln, Kinderschminken, an Schatzsuche, Bastelarbeiten und Hüpfburg. Einen Höhepunkt stellte die Modenschau des Laasdorfer Karneval Club dar. Die Models kamen aus dem Laasdorfer und dem Stadtrodaer Faschingsverein. Auch die Imker, die Sportvereine und die Feuerwehr freuten sich über riesigen Andrang.

In Hermsdorf wurde der Weltkindertag in der Regie des Kreisverbandes der Linken mit einem großen Fest vor dem Stadthaus gefeiert. Hüpfburg und Ballonarena waren ebenso frequentiert wie Mal- und Bastelstände und der Büchertisch. „Ein schönes Fest“, freuten sich Naina (11) und Anjali (7) aus Hermsdorf. Vor allem, weil man den Feiertag gemeinsam mit der Familie verbringen könne, fügte Naina noch hinzu. Sie gehe gern wandern in der Freizeit, erzählte das junge Mädchen. Ein Berg auf dem von ihr gemalten Bild erzählt davon.