Halbe Million vom Gewinn für die Stadt

Eisenberg.  Erfolgreiches Geschäft von Stadtwerken und Netzgesellschaft in Eisenberg kommt letztlich auf den Bädern in der Kreisstadt zugute.

Stadtwerke-Geschäftsführerin Bettina Pohl und Netzgesellschaft-Geschäftsführer Jan Fuhrberg-Baumann an der neuen Elektro-Ladesäule in Saasa in Eisenberg nahe A 9.

Stadtwerke-Geschäftsführerin Bettina Pohl und Netzgesellschaft-Geschäftsführer Jan Fuhrberg-Baumann an der neuen Elektro-Ladesäule in Saasa in Eisenberg nahe A 9.

Foto: Angelika Munteanu

In Summe gut eine halbe Million Euro aus ihren Gewinnen des Vorjahres haben die Stadtwerke Eisenberg Energie (SWE) und die Netzgesellschaft Eisenberg an ihren kommunalen Mehrheitsgesellschafter ausgeschüttet. Das Geld sei inzwischen an die BBV – Bäder- und Beteiligungsgesellschaft gezahlt, sagen SWE-Geschäftsführerin Bettina Pohl und Netzgesellschaft-Geschäftsführer Jan Fuhrberg-Baumann.

Mit der Gewinnausschüttung an das städtische Tochterunternehmen BBV komme das Geld letztlich der Stadt und vor allem auch den Bädern in Eisenberg zugute, erläutern Pohl und Fuhrberg-Baumann. Voraussetzung für die beträchtliche Gewinnausschüttung sei ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 gewesen. Die Zahlen liegen inzwischen vor und seien vom Aufsichtsrat bestätigt.

„Wir stehen recht gut da“, resümiert der Chef der Netzgesellschaft. Sein Unternehmen hat im Vorjahr 728.000 Euro Gewinn erwirtschaftet – mehr als geplant. Der Umsatz von 13,5 Millionen Euro setze sich zusammen aus knapp acht Millionen Euro Erstattungen der EEG-Umlage und etwa 5,5 Millionen Euro im Kerngeschäft Stromnetz und Gasnetz in Eisenberg und den Erstattungen vom Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz.

Investitionen in Erdkabel und intelligente Netze

Bei einem Anlagevermögen von etwa zehn Millionen Euro hat die Investitionsquote der Netzgesellschaft im Vorjahr bei 7,9 Prozent gelegen. „Investiert wurde in technische Anlagen und in die IT“, erläutert Fuhrberg-Baumann: 350.000 Euro ins Stromnetz, 90.000 Euro ins Gasnetz und 330.000 Euro in IT-Anlagen – intelligente Netze mit digitaler Überwachung und Steuerung. In der Randsiedlung in Eisenberg beispielsweise sind die Strom-Freileitungen abgeschafft und Erdkabel verlegt worden. Auf dem Stolzenberg ist die Erdverkabelung begonnen worden. In der Grenzstraße sind Stromleitungen und Leerrohre verlegt worden. Um die Investitionen finanzieren zu können, hat die Netzgesellschaft im Vorjahr bei der Sparkasse ein langfristiges Darlehen von einer Million Euro aufgenommen. „Für dieses Jahr ist keine weitere Kreditaufnahme geplant“, sagt der Geschäftsführer.

Grüner Strom für die Kreisstadt

Grünen Strom, der aus der Region kommt, hat es im Vorjahr in Eisenberg ausreichend gegeben. 2019 sei ein windstarkes Jahr gewesen, so dass 20 Prozent mehr Windenergie als im Jahr davor eingespeist wurden, berichtet Fuhrberg-Baumann. Auch die Photovoltaik-Anlagen hätten im Vorjahr mit der Stromerzeugung „leicht zugelegt“.

Störungen in den Eisenberger Netzen hat es im Vorjahr kaum gegeben. 2,5 Minuten beim Strom – im Thüringenschnitt waren es 12,5 – und beim Gas weniger als eine Minute. Die Ausfälle seien vor allem durch technische Maßnahmen bedingt gewesen, etwa wenn Leitungen bei Bauarbeiten umverlegt wurden, erläutert Fuhrberg-Baumann.

Größter Ausgabe-Posten waren für die Netzgesellschaft die Personalkosten. Die beliefen sich auf 1,1 Millionen Euro für 18 Mitarbeiter – sieben Techniker und zehn Mitarbeiter in der Verwaltung und im Kundenservice sowie den Chef.

Zahl der Stromkunden gestiegen

Gut aufgestellt war im Vorjahr auch das Schwesterunternehmen SWE, das mit seinen fünf Mitarbeitern vornehmlich für den Energievertrieb zuständig ist. „Die Zahl unserer Stromkunden ist im Vorjahr um 100 gestiegen“, berichtet die Geschäftsführerin Bettina Ohl. Damit hat der kommunale Energieversorger in der Kreisstadt einen Marktanteil von 90 Prozent. Die Zahl der Kunden, die Stadtgas beziehen zum Heizen und auch für den Küchenherd, sei relativ konstant. Der Marktanteil liege bei 80 Prozent. „Beim Gas stehen wir im Wettbewerb zu anderen Energieträgern wie Fernwärme und Heizöl“, erläutert Pohl. 42 Millionen kW/h Strom wurden geliefert und 75 Millionen kW/h Gas.

Der Umsatz der SWE belief sich im Vorjahr auf elf Millionen Euro – eine Million Euro mehr als 2018. Ein Gewinn von 202.000 Euro konnte erwirtschaftet werden. Wie die Netzgesellschaft führt auch die SWE 51 Prozent vom Gewinn an die städtische Bäder- und Beteiligungsverwaltung ab. Die Teag als Minderheitsgesellschafterin in den beiden Energieunternehmen in Eisenberg erhält jeweils eine Ausgleichszahlung.

Partner für die Kreisstadt

Für die Kreisstadt sind die beiden Unternehmen jedoch nicht nur ein wesentlicher Teil der Daseinsvorsorge. Beide gemeinsam haben sich auch am Nachtweihnachtsmarkt, am Landmarkt und beim ersten Heimat-Shoppen in Eisenberg beteiligt. Darüber hinaus hat die SWE mit „Herzensprojekt“ im Vorjahr 50 Vereine unterstützt. „Unser Herzensprojekt setzen wir auch in diesem Jahr fort“, versichert Bettina Pohl.