Hermsdorfer Sprinter Robert Hering: „Ich werde immer schneller“

Teneriffa  Leichtathletik: Sprinter Robert Hering aus Hermsdorf holt sich bis nächsten Sonntag auf den Kanarischen Inseln im Trainingslager den letzten Feinschliff für die anstehende Hallensaison.

Die Trainingsleistungen vom Hermsdorfer Robert Hering stimmen. Aktuell bereitet sich der 25-Jährige im Trainingslager in Teneriffa auf die Hallensaison vor. Foto: Jens Henning

Die Trainingsleistungen vom Hermsdorfer Robert Hering stimmen. Aktuell bereitet sich der 25-Jährige im Trainingslager in Teneriffa auf die Hallensaison vor. Foto: Jens Henning

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Seit Dienstag und noch bis nächste Woche Sonntag ist der Hermsdorfer Robert Hering auf Teneriffa. Die Wetterbedingungen, die der Top-Sprinter auf der größten der Kanarischen Inseln vorfindet, hören sich sehr nach Urlaub an: Sonnenschein und 25 Grad Celsius. Doch mit Urlaub hat der Abstecher nichts gemeinsam. Der 25-Jährige, der für den SC DHfK Leipzig startet, absolviert mit vier anderen Sprint-Bundeskadern ein Trainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Neben Hering sind Sven Knipphals (VfL Wolfsburg), Martin Keller, Roy Schmidt (beide SC DHfK Leipzig) und Christian Blum (TV Wattenscheid 01) in Spanien dabei.

Für alle geht es um den letzten Feinschliff für die bevorstehende Hallensaison. Hering wird am 29. Januar unterm Hallendach in Erfurt laufen. Geplant sind Starts über 60 Meter und 200 Meter. Für die 60 Meter wäre als Einstiegszeit von 6,80 Sekunde nicht schlecht, in seiner Spezialdisziplin 200 Meter will er 21,30 Sekunden laufen. Nationaler Höhepunkt sind die Deutschen Hallenmeisterschaften im Februar in der Arena in Leipzig. Für Hering werden die nationalen Titelkämpfe zu einem Heimspiel, ist doch die Arena seine Trainingshalle. 2011 holte er über 200 Meter Meisterschaftsbronze, damals noch im Trikot des TuS Jena.

Seine Trainingswerte sind seit Wochen gut. „Ich werde immer schneller“, sagte Hering, „das klingt zwar etwas komisch, es ist aber so. Es läuft richtig gut. Ich hätte nichts dagegen, wenn diese Leistungskurve weiter anhält.“

Gestern standen in der Sonne von Teneriffa Tiefstarts über 30 Meter auf dem Programm. Mit dabei war der Biomechaniker des DLV, der die Starts mit Kamera filmte und zusammen mit den Athleten auswertete.

„In der Halle über 60 Meter ist der Start unheimlich wichtig. Wenn du den verpasst, war’s das eigentlich schon. Da hast du keine Chance mehr.“

Hering will die ersten 30 Meter unter vier Sekunden absolvieren, „das wäre gut für mich. Die letzten 30 Meter absolviere ich dann über das fliegende Laufen.“

Das große sportliche Ziel von Robert Hering für 2016 sind die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Zweimal war er schon bei einer Leichtathletik-WM dabei, 2009 in Berlin über 200 Meter, wo er als 19-Jähriger fast schon sensationell bis ins Halbfinale stürmte, und im Vorjahr in Peking als Ersatzmann in der 4 x 100 Meter-Staffel. „Die Einzelnorm über 200 Meter zu laufen für Rio, das wäre natürlich riesig. Dann würde für mich ein Traum in Erfüllung gehen. Die Staffel ist auch reizvoll, keine Frage. Aber der Einzelstart ist nun mal das Nonplusultra. Da stehst du allein auf der Bahn, da musst du dein eigenes Ding machen.“

Die nationale Konkurrenz über die halbe Stadionrunde hat es in sich. „Im Vorjahr waren einige Athleten angeschlagen oder schlugen sich mit Verletzungen herum. In diesem Jahr geht es für alle richtig zur Sache. Auch Lucas Jakubczyk aus Berlin wird wieder angreifen“, sagte Hering. 2015 gewann der Hermsdorfer, der seinen Lebensmittelpunkt nach Jena verlegt hat, bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg gleich drei Medaillen, über 100 und 200 Meter jeweils Bronze sowie Silber mit der Leipziger Vereinsstaffel über 4 x 100 Meter. Von der Anzahl der Medaillen war es seine erfolgreichste Meisterschaft überhaupt im Erwachsenenbereich. In Nürnberg fehlte im Medaillensatz nur die Goldmedaille. Die hatte er 2009 im Ulmer Donaustadion über 200 Meter gewonnen.

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