Holzpreis verdoppelt: Hermsdorf stellt Kraftwerk auf Gas um

Hermsdorf  Drei Blockheizkraftwerke sollen für die Erzeugung von Wärme und Energie installiert werden und das Verbrennen von Hackschnitzel ablösen

Foto: zgt

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Im Hermsdorfer Heizkraftwerk wird die Erzeugung von Wärme und Strom für die Versorgung von Privathaushalten und Firmen in der Stadt umgestellt. Darüber informierte Mario Hacke, Geschäftsführer der Jenaer Objektmanagement- Betriebsgesellschaft mbH (JOB), in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Umstellung erfolgt jährlich bis 2021

Um den Betrieb des Erzeugungsstandorts und des Heizkraftwerkes in Hermsdorf langfristig absichern zu können, werde man insgesamt drei gasbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), mit je einem Megawatt thermischer und elektrischer Leistung, errichten. Damit werde die seit 2008 im Heizkraftwerk praktizierte Technologie, Wärme und Energie durch das Verbrennen von Holzhackschnitzeln zu erzeugen, abgelöst, erläuterte JOB-Geschäftsführer Mario Hacke.

In den nächsten Tagen beginne man den Vorbereitungsarbeiten für die Installation des ersten BHKW, das ab Dezember dieses Jahres Wärme und Strom produzieren soll. „In zwei weiteren Etappen werde bis Ende 2020 sowie 2021 je ein weiteres Blockheizkraftwerk errichtet und die Erzeugung für Privathaushalte sowie angeschlossene Firmen absichern“, schaut der Geschäftsführer auf Kommendes.

Mit der stufenweisen Umstellung auf modernen Gasbetrieb soll eine dauerhafte und kosteneffiziente Wärmeerzeugung am Standort Hermsdorf langfristig gesichert werden. Ziel der JOB sei es, nach der erfolgten kompletten Umstellung die kostengünstigere Erzeugung der Fernwärme an Kunden weiterzugeben. Das sei möglich, weil man beim Gaseinkauf auf dem Gasmarkt langfristige Vertragsbindungen gestalten könne, damit günstigere Preise erziele und Planungssicherheit erlange, informiert die Jenaer Objektmanagement- und Betriebsgesellschaft mbH (JOB).

Die JOB ist eine Unternehmensgruppe der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck. Die Investitionssumme für die technologische Umrüstung bis in das Jahr 2021 beziffert Mario Hacke mit 4,3 Millionen Euro.

Holzpreis seit 2008 mehr als verdoppelt

Um Wärme und Strom für die rund 3500 Haushalte sowie Firmen produzieren zu können, benötigte das Kraftwerk einen Jahresbedarf an Holz von 18.000 Tonnen. Das entspreche in etwa 40.000 Festmetern. Zur Sicherung der Produktion mussten täglich bis zu fünf Lastkraftwagen voll beladen mit Holzhackschnitzeln das Heizkraftwerk beliefern. Die Entscheidung, das Heizkraftwerk technologisch umzurüsten, wurde 2017 in den Fokus genommen. „Die Entwicklung des Holzpreises, der sich seit 2008 mehr als verdoppelt hat, war ein entscheidender Grund umzudenken“, gibt Mario Hacke Einblick. Aber auch der enorme logistische Aufwand der Anlieferung über das gesamte Jahr bis hin zur Aufrechterhaltung der Anlage für die kontinuierliche Erzeugung, einschließlich der aufwendigen und gleichfalls teurer werdender Wartungskosten, waren Gesichtspunkte, die in die Überlegungen einflossen.

Und dennoch sei man bis zuletzt sowohl in der Planung für die modernen gasbetriebenen Blockheizkraftwerke als auch beim Weiterbetrieb des Kraftwerkes mit Holzhackschnitzeln zweigleisig gefahren und habe mit dem Land Thüringen verhandelt. „Veranlasst hat uns dazu die Situation in den Wäldern, in denen durch Trockenheit oder durch Sturmschäden Schadholz anfällt. Wir hatten gehofft, anfallendes Schadholz zu günstigen Konditionen mit langfristigen Verträgen für unsere Wärme- und Energieerzeugung abschließen zu können. Aber leider haben wir diesbezüglich keine Lösung erzielen können. Aus diesem Grund setzen wir jetzt die technologische Umrüstung des Hermsdorfer Werkes auf Gasbetrieb um“, schildert JOB-Geschäftsführer Mario Hacke die Entwicklung in den letzten Wochen.

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