Debatte zur SuedOstLink-Trasse

Im Saale-Holzland geht es jetzt ins Detail

Betroffene aus dem Saale-Holzland nutzen Infomarkt in der Eisenberger Stadthalle zum Trassenvorschlag für die künftige Starkstromleitung.

Der Bürgermeister von Walpernhain Günther Weihmann (links) diskutiert mit Axel Happe von der Netzagentur 50Hertz auf dem Infomarkt in der Eisenberger Stadthalle den Verlauf der Vorschlagstrasse für den künftigen SuedOstLink von Wolmirstedt bis Bayern im Abschnitt im Saale-Holzland-Kreis.

Der Bürgermeister von Walpernhain Günther Weihmann (links) diskutiert mit Axel Happe von der Netzagentur 50Hertz auf dem Infomarkt in der Eisenberger Stadthalle den Verlauf der Vorschlagstrasse für den künftigen SuedOstLink von Wolmirstedt bis Bayern im Abschnitt im Saale-Holzland-Kreis.

Foto: Angelika Munteanu

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Eisenberg Auf den großen Karten, die den Verlauf des Trassenvorschlags für den SuedOstLink durch das Saale-Holzland, zeigen, mehren sich die Markierungen. Jede steht für ein Detail, das für den tatsächlichen künftigen Verlauf der Starkstromtrasse noch zu klären ist, die von Wolmirstedt Energie aus Windkraft nach Bayern liefern soll. Die Übertragungsnetzagentur 50Hertz als Bauherrin hat am Mittwoch zum wiederholten Male zu einem Infomarkt in die Eisenberger Stadthalle eingeladen. Die Gelegenheit für Betroffene, den nun feststehenden 1000 Meter breiten Trassenkorridor im Detail zu diskutieren.

Hinweise gab es reichlich, die als Markierungen im Trassenkorridor auf der Karte vermerkt wurden. Hans-Jürgen Pöhl aus dem Heideland wies darauf hin, dass unter auf den Feldern, unter denen die Gleichstromleitung künftig verlegt werden soll, Drainagen zur Entwässerung eingebaut sind. Auch eine Gasleitung wird im südlichen Heideland von der Stromleitung zu queren sein. Heike Dittrich von der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen hat – wie andere Landwirtschaftsbetriebe in der betroffenen Region im Saale-Holzland-Kreis auch – Sorge, dass die Felder durch den Trassenbau arg zerstückelt werden. Axel Happe von 50Hertz versicherte, dass die Leitungen so verlegt werden sollen, dass man das oben nicht sieht. Die Wärmeabstrahlung der Leitungen, die den Boden darüber um etwa 1,5 Grad erwärmen, soll an der Uni Halle untersucht werden, erläuterte er. Dafür seien in Absprache mit den Bauernverbänden in Thüringen und Sachsen Bodenproben genommen worden, auf denen die Auswirkungen der Erwärmung auf den Feldanbau getestet werden. Auch der Hausbrunnen, der ein einzeln stehendes Gehöft bei Etzdorf mit Wasser versorgt, der künftige Hochwasserschutz bei Rauda und das Erdfallgebiet bei Kursdorf, Bodendenkmäler bei Eisenberg, der Modellflugplatz bei Thiemendorf sowie private Forstflächen bei Tautenhain wurden als Klärungsbedarf in der Karte markiert.

„Das wird jetzt eine unserer nächsten Aufgaben sein“, sagt Axel Happe von 50Hertz. Zudem sollen im nächsten und übernächsten Jahr die Gespräche mit den Eigentümern der Grundstücke innerhalb des Trassenkorridors zur Flächenverfügbarkeit geführt werden. Auch mit den Eigentümern des Dolomitwerks Wünschendorf, das großflächig hinter Seifartsdorf Bergbau betreibt, sei noch zu reden, um den tatsächlichen künftigen Trassenverlauf soweit wie möglich an das Abbaugebiet und damit raus aus dem Mühltalwald zu bringen. Noch in diesem Jahr will 50Hertz den Antrag auf Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens stellen, die detaillierten Unterlagen sollen dann Mitte 2022 fertig sein, so dass mit dem Planfeststellungsbeschluss im selben Jahr noch bis 2025 gebaut werden könnte. Bis dahin werde die Öffentlichkeit noch mehrfach informiert und beteiligt, versichert Happe. Für die Detailplanung sei ein weiterer Infomarkt in Eisenberg vorgesehen.

Wer den Infomarkt zum Trassenvorschlag durch Thüringen am Mittwoch in Eisenberg verpasst haben sollte, ist zu dem Infomarkt im Bürgerhaus in Weida am 2. Dezember auch in der Zeit von 16 bis 19 Uhr willkommen.

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