Im Stadtrodaer Cafe Zeitlos bemüht man sich mit Handicap um Gäste

Bad Klosterlausnitz  Im Heinrich-Sommer-Haus Stadtroda kümmern sich Menschen mit Handicap im Café „Zeitlos“ um die Gäste

Katrin Müller, Bewohnerin im Heinrich-Sommer-Haus, gehört zum Café-Team, das sich um die Gäste kümmert. 

Katrin Müller, Bewohnerin im Heinrich-Sommer-Haus, gehört zum Café-Team, das sich um die Gäste kümmert. 

Foto: Andreas Schott

Das Café „Zeitlos“, eingebunden in das Heinrich-Sommer-Haus des Rehabilitationszentrum Stadtroda, mit Sitz in Bad Klosterlausnitz, wird von Gästen aus Nah und Fern gut angenommen. Seit Januar 2017 hält es seine Türen für Besucher geöffnet – jeweils von Dienstag bis Freitag und an den Wochenenden.

Betrieben wird das Café – in dem das Kaffeearoma stets auch mit dem Duft von frisch gebackenem Kuchen konkurriert – von den Bewohnern des Rehabilitationszentrums im Kurort. Die Menschen mit Handicap leben eine Zeit lang in der Einrichtung und erhalten Hilfe, um wieder ein selbstständiges Leben führen zu können.

„Unter anderen haben sich insgesamt sechs unserer Bewohner bereit erklärt, im Café aktiv mitzuarbeiten. Immer zwei von ihnen übernehmen am Wochenende den Dienst“, erklärt Martin Scheffel, im Rehazentrum zuständig für Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit.

Zu denen, die sich mit Freude um die Gäste im Café „Zeitlos“ kümmert, gehört unter anderem auch Katrin Müller. Sie wird seit geraumer Zeit in der Einrichtung des Heinrich-Sommer-Hauses betreut.

Die Tätigkeit im Café bereite ihr ungemein viel Freude. Sie sei dankbar für diese Tätigkeit, und es sei für sie selbst zugleich auch eine Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg sei, sagt sie.

Zu Stoßzeiten bittet das Team um Geduld

Katrin Müller ist die Frau, die täglich für frischen Kuchen sorgt. Sie bäckt für ihr Leben gern und freut sich, wenn es den Gästen schmeckt. Und die Kuchensorten variieren stets. „Bei uns gibt es jeden Tag einen anderen Kuchen. Ich backe immer wieder andere Sorten, so dass unsere Gäste immer aus einem wechselnden Angebot auswählen können“, berichtet sie.

Die unzähligen Kuchenrezepte habe sie dabei stets im Kopf. Viel nachblättern müsse sie da nicht, ergänzt sie.

Über einen Mangel an Gästen kann das Café „Zeitlos“ nicht klagen. Vor allem am Wochenende wird es von Spaziergängern gezielt angelaufen. „Da haben wir dann ganz schön zu tun. Vor allem, wenn dann größere Gruppen zur gleichen Zeit eintreffen“, so Katrin Müller.

„Neulich, als nahezu auf einmal eine große Besucherschar im Café eintraf, hat unser Ablauf nicht mehr ganz so reibungslos geklappt“, räumt Katrin Müller ein. „Manche Gäste mussten länger warten, bevor sie Kaffee und Kuchen serviert bekamen. Und das hat bei einigen Gästen zu großem Ärger geführt, weil jeder zuerst bedient werden wollte. Wir haben uns natürlich entschuldigt, aber wir sind ja alle keine Fachkräfte .“

Darauf will auch Martin Scheffel nochmals ausdrücklich hinweisen. „Wenn es am Wochenende zu Stoßzeiten eng wird im Café, dann stehen auch zwei Betreuer unserer Einrichtung dem Café-Team unterstützend zur Seite. Ich kann nur betonen, dass wir uns über jeden Gast freuen, aber manchmal auch um Geduld bitten müssen. Unsere betreuten Bewohner, die sich für eine Tätigkeit im Café bereit erklärt haben, sind keine Gastronomie-Fachleute“, wirbt Martin Scheffel um Verständnis.