Jagdschloss-Sanierung wird mit Baustufen aus einer Dresdener Villa realisiert

Trockenborn-Wolfersdorf  Im Jagdschloss „Fröhliche Wiederkunft“ gibt es viele Stellen, an denen gleichzeitig gewerkelt wird. Der Hauptturm ist mittlerweile statisch gesichert. Das Fischerfest soll am 31. Oktober gefeiert werden.

Andreas Gollmer (links) und Klaus Orels mit einem Modell vom Haupteingang, der künftig mit einer Glasüberdachung ausgestattet sein soll.  

Andreas Gollmer (links) und Klaus Orels mit einem Modell vom Haupteingang, der künftig mit einer Glasüberdachung ausgestattet sein soll.  

Foto: Andreas Schott

Jüngst habe man sich den Eingangsbereich am Hauptturm zugewandt und den Treppenüberbau zurückgebaut. „Im 19. Jahrhundert, wir vermuten so um das Jahr 1850, wurde in diesem Bereich eine Treppe angelegt. Wir haben gehofft, noch Reste der historischen Bausubstanz zu finden. Und tatsächlich sind wir auf Überreste, zwar nicht auf komplette Treppenstufen, aber immerhin unter anderem auf eine Podestfläche gestoßen“, freut sich Architekt Heiko Pludra, der als profunder Fachmann in der Denkmalpflege gilt.

Sind die noch zu tätigenden Vorarbeiten am Haupteingang abgeschlossen, werde man eine neue Treppe einbauen, verweist der Architekt.

Um den historischen Charakter zu wahren, hat sich die Schlossverwaltung bei einer Versteigerung von historischen Baumaterial erfolgreich beteiligt und historische Treppenstufen aus einer abgerissenen Dresdener Villa kostengünstig ersteigert. „Die historischen Stufen, die über Trittprofile verfügen, sind aus dem hochwertigen Naturstein Chemnitzer Porphyr gefertigt. Die Form der Stufenelemente entsprechen dem, wie sie Mitte des 19. Jahrhunderts am Hauptturm eingebaut worden sind. Und wir können damit Kosten gegenüber einem Treppenneubau sparen“, berichtet Heiko Pludra.

Haupteingang ursprünglich nebenan

Einen weiteren Nachweis hat die Freilegung der Treppe zudem erbracht. „Der Eingang in den Hauptturm war beim Schlossbau ursprünglich weiter links angelegt. Der Zugang führte zum Keller und zum Treppenaufgang in den Hauptturm. Das belegen frei gelegte und als Überreste vorhandene Sockelgesimse am heutigen Eingang, die sich ansonsten sichtbar um das Schloss ziehen. Ebenso haben wir Farbreste der Fassadengestaltung gefunden“, erklärt der Denkmalexperte.

Bei Letzterem habe man damit die Bestätigung erhalten, dass die rekonstruierte farbliche Fassadengestaltung der historischen Ansicht entspreche, weist er hin.

Hauptturm jetzt über gesicherte Statik

Was im Mai diesen Jahres noch als Herausforderung galt – im Hauptturm musste zwingend ein Lastenausgleich geschaffen werden, um die Statik gewährleisten zu können – ist erledigt.

Die zutage getretenen Baumängel aus der längeren Vergangenheit sind behoben. „Die baulichen Fehler sind in der Historie begangen worden. Die errichteten Pfeiler sind nicht gegründet worden und sind im Laufe der Zeit in den Baugrund abgerutscht. Das hat unter anderem zu Schäden am Kellergewölbe geführt“, erläutert Heiko Pludra.

Schon zu DDR-Zeiten habe man versucht, mit dem Einbau von Stahlträgern und gemauerten Stützpfeilern im Gewölbekeller Abhilfe zu schaffen. „Doch damit hat man die Fehlerkette weiter verlängert. Jetzt ist statisch alles wieder auf eine solide Basis gestellt worden“, stellt er abschließend fest.

In den nächsten Wochen werde der Boden eingebaut, das eingesetzte Fachwerk ausgearbeitet und die Farbgebung in Ultra-Marinblau, nach historischem Vorbild, fertiggestellt.

Zuvor lädt das Jagdschloss zum Fischerfest ein. Das findet am Donnerstag, 31. Oktober von 10 bis 18 Uhr statt, informiert Sina Schubert vom „Verein zur Pflege des Brauchtums und der Geschichte von Schloss Wolfersdorf“. Im Innenhof des Schlosses erwartet die Besucher ein buntes Markttreiben. Der Rost wird brennen, Kaffee und Kuchen werden gleichfalls gereicht. „In diesem Jahr können Besucher wieder das Abfischen des Schlossteiches erleben, nach dem es letztes Jahr ausfallen musste“, weist Sina Schubert als Vorsitzende des Vereins hin.

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