Jahreshauptversammlung der Bad Klosterlausnitzer Wehr: „Außergewöhnliches, was fast schon Normalität ist“

Bad Klosterlausnitz  Zur Jahreshauptversammlung brach Stephan Sachse, Ortsbrandmeister in Bad Klosterlausnitz, eine Lanze für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Kurort. „Es ist schon außergewöhnlich, was unsere Kameraden der Einsatzabteilung leisten. Jeden Tag stehen sie bereit – ehrenamtlich und ihre Freizeit opfernd, um Menschen in Not zu helfen. Und das an 365 Tagen im Jahr. Diese außergewöhnliche Leistung kann man nicht genug würdigen. Gerade auch, weil oft als selbstverständlich angesehen wird, was nicht selbstverständlich ist“, so Stephan Sachse.

Ein Baum war am 4. März auf einen Linienbus nahe des Bahnübergangs an der Siedlung Bad Klosterlausnitz gestürzt. Dabei wurde zum Glück niemand verletzt. Es entstand allerdings ein Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro. Die Klosterlausnitzer Wehr beseitigte den umgestürzten Baum.

Ein Baum war am 4. März auf einen Linienbus nahe des Bahnübergangs an der Siedlung Bad Klosterlausnitz gestürzt. Dabei wurde zum Glück niemand verletzt. Es entstand allerdings ein Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro. Die Klosterlausnitzer Wehr beseitigte den umgestürzten Baum.

Foto: Feuerwehr

Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Wehr im Kurort zählt 36 Kameraden, darunter vier Frauen. Das seien ein bisschen mehr als ein Prozent der gesamten Einwohnerschaft, die in der Einsatzabteilung tagtäglich bereit seien, Hilfe zu leisten, ergänzt er.

Und das letzte Jahr sei ein forderndes Jahr gewesen. Insgesamt seien die Bad Klosterlausnitzer zu 88 Einsätzen gerufen worden, die 130 Gesamteinsatzstunden zur Folge hatten. „Die Einsatzzeit aller Kameraden betrug 2.047 Stunden. Das sind knapp 500 Stunden mehr als noch 2017“, erklärt der Ortsbrandmeister.

Waren die Kameraden der Kurort-Wehr schon im Januar durch das Sturmtief Friedericke gefordert, beanspruchten zwei Großbrände die gesamte Kraft der Feuerwehr im Mai. Drei Gartenlaubenbrände aber insbesondere der Brand des Wohnhauses in der Eisenberger Straße 31 waren Herausforderungen, die von den Kameraden mit hoher Einsatzbereitschaft sehr gut gemeistert wurden. „Sie haben mit ihrer Vorgehensweise Schlimmeres verhindern können“, resümierte Stephan Sachse.

Aber auch bei Unfällen auf der Autobahn, unter anderem beim Löschen eines in Flammen stehenden Autotransporters, bis hin zum Einsatz bei einem Gefahrgutunfall in Hermsdorf oder einem Triebwagen- und Böschungsbrand entlang der Bahnstrecke, haben die Kameraden gezeigt, was sie Können.

Als vorteilhaft für die Tageseinsatzbereitschaft erweise sich, dass sieben Mitglieder der Einsatzabteilung als Angestellte für die Gemeinde tätig seien, lobte Sachse die Weitsicht der Gemeinde. Zudem leiste die Gemeinde finanzielle Unterstützung bei Umbaumaßnahmen am Feuerwehrgerätehaus, ermöglichte unter anderem die Anschaffung eines Stromerzeugers sowie eines mobilen Dieseltanks. Finanziert wurden neue Feuerwehrsicherheitsgurte, Brandbekleidung, leichte Chemiekalienanzüge sowie ein Gasmessgerät. Die jährlich anfallenden Kosten, einschließlich der Neuanschaffungen, summierten sich auf 40.000 Euro, sagte der Ortsbrandmeister.

Und auch der Feuerwehrverein, dem Marco Tümmler seit 2006 vorsteht, hat im vergangenen Jahr mit der Umgestaltung einer Lagerhalle im Wohn- und Industriepark Muna für Vereinszwecke sowie den Belangen des Katastrophenschutzes einiges vorzuweisen.

An mehreren Arbeitseinsätzen haben sich Mitglieder beteiligt und unter anderem Lagermöglichkeiten geschaffen. „5.000 Euro haben wir dafür von Vereinsseite investiert“, erzählt Marco Tümmler.

Außerdem habe man einen Verkaufswagen, den man 2017 erworben hatte, im vergangenen Jahr komplett erneuert. Etwa 8.000 Euro habe man dafür aufgewendet. „Mit dem schicken Imbisswagen sind wir bei Festen präsent und unterstützen damit auch andere Vereine. Waren vorher beim Aufbau unserer Verkaufsbude sechs bis acht Mann vonnöten, reichen jetzt zwei Vereinsmitglieder für Auf- und Abbau aus“, informiert der Vereinschef. Dennoch wünscht sich der Vereinsvorsitzende Marco Tümmler, dass die Zahl der Mitglieder im Verein, derzeit gibt es 132 Mitglieder, weiter steigen möge. Das käme nicht nur der Feuerwehr, sondern auch den Einwohnern zu Gute.

Schaut sich Ortsbrandmeister Stephan Sachse die Einsatzzahlen in diesem Jahr an, droht offenbar ein Rekord-Einsatzjahr. „Bis zum gestrigen Tag verzeichneten wir bereits 54 Einsätze“, entnimmt Sachse aus dem Einsatzprotokoll.

Wegen heftiger Schneefälle am 9. und 10. Januar – waren 24 Einsätze gefordert – es folgten weitere 13 Einsätze wegen Sturmtief Eberhard am letzten Wochenende. „Wir werden uns künftig wohl auf verstärkte Einsätze wegen Witterungsunbilden einstellen müssen“, meint der Ortsbrandmeister.