Jobcenter unterstützt in Eisenberg berufliche Integration junger Arbeitsloser

Das Jobcenter des Landkreises betreut derzeit 143 Arbeitslose unter 25 Jahren. Im Institut für Sozialarbeit Schmidt sollen sie in einer "Aktivierungshilfe für Jüngere" fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. Zum Beispiel mit einem Filmprojekt.

Eine Gruppe des Projektes berichtet vor der Kamera von Torsten Eckold (rechts) von ihren Eindrücken nach dem Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Gedreht wird auf dem früheren Kludi-Gelände. Foto: Susann Grunert

Eine Gruppe des Projektes berichtet vor der Kamera von Torsten Eckold (rechts) von ihren Eindrücken nach dem Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald. Gedreht wird auf dem früheren Kludi-Gelände. Foto: Susann Grunert

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Eisenberg. Vorurteile: Welche gibt es, wie entstehen sie und welche Folgen können sie haben? Mit dieser Thematik beschäftigen sich derzeit zwölf ­Jugendliche im Institut für Sozialarbeit Schmidt in Eisenberg.

Die Teilnehmer, alle unter 25 Jahre alt und Em­pfänger von Arbeitslosengeld II, besuchen hier seit dem 1. Februar eine achtmonatige "Aktivierungshilfe für Jüngere", finanziert vom Jobcenter des Saale-Holzland-Kreises. "Das Projekt gehört zu verschiedenen Maßnahmen, ­deren Ziel es ist, die jungen Leute für eine Ausbildung fit zu ­machen", erklärt Christina Haferung, Teamleiterin im Jobcenter. 143 junge Arbeitslose werden derzeit vom Jobcenter betreut. 14 davon haben keinen Schulabschluss, 75 den Hauptschulabschluss, zwei Drittel noch nie eine Berufsausbildung absolviert. Im Institut für Sozialarbeit müssen viele Teilnehmer erst zu einem geregelten Tagesablauf finden. Mit unterschiedlichsten Projekten sollen außerdem "Vermittlungshemmnisse" abgebaut werden. Gute Erfahrungen hat das Institut bei seiner Arbeit mit dem Projekt "Objektiv" aus Jena gemacht, das Bildungsprogramme für Jugend­liche auflegt. "Unsere Programme sind auf Jugendliche ausgelegt, die stark vorurteils­belastet sind", erklärt Projektleiterin Alexandra Göpel. Im vergan­genen Oktober wurde mit Teilnehmern einer früheren Maßnahme ein Film zum Thema Rechtsextremismus gedreht. Derzeit laufen die Kameras an der Gösener Straße"4 - das Institut für Sozialarbeit ist im früheren Kludi-Werk untergebracht - wieder. Seit Mitte März haben sich die jungen Leute in drei ­thematisch unterschiedlichen Gruppen mit Vorurteilen beschäftigt: Vorurteile in Bezug auf Körperschmuck (Tattoos, Piercings), Vorurteile im Fußball und Vorurteile während der Zeit des Nationalsozialismus.

In Gesprächsrunden näherte man sich dem Thema zunächst an, später führten die Gruppen selbstständig Interviews, zum Beispiel mit dem Fanprojekt­beauftragten des FC Carl Zeiss Jena. Auch ein Besuch der ­KZ-Gedenkstätte Buchenwald gehörte zur Recherchearbeit.

Derzeit arbeiten die Teilnehmer zusammen mit dem freischaffenden Filmemacher Torsten Eckold aus Jena an einem Dokumentarfilm, der alle drei Themenbereiche verknüpfen soll. "Meist sind sie dann vom Ergebnis geplättet und merken erst einmal, wie viel Arbeit in fünf Minuten Film steckt", so Karin Wagner vom Institut für Sozialarbeit. Auf die Kooperation mit dem Projekt Objektiv setzt sie auch in Zukunft: "Am Ende der Maßnahme ein Produkt zu sehen, das ist für die Teilnehmer ungeheuer wichtig."

Objektiv und dessen Trägerverein "Drudel 11" aus Jena werden gefördert vom Bundes­programm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" und durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit im Rahmen des Landes­programms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.Kommentar

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