Kiesabbau bei Ahlendorf: Arbeitskreis Hallesche Auenwälder ist dagegen

Ahlendorf/Halle  Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder positioniert sich zu dem geplanten Kiesabbau bei Ahlendorf.

Bei einer Fahrrad-Exkursion von Gera durch das Elstertal bis Zeitz nahmen Mitglieder des AHA die Weiße Elster und ihre Aue in Augenschein.

Bei einer Fahrrad-Exkursion von Gera durch das Elstertal bis Zeitz nahmen Mitglieder des AHA die Weiße Elster und ihre Aue in Augenschein.

Foto: Angelika Munteanu

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Der gemeinnützige und ehrenamtliche Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale (AHA) setzt sich für Schutz, Erhalt und naturnahe Entwicklung der Weißen Elster, ihrer Fluss- und Auenlandschaften, ihrer Nebengewässer sowie angrenzender Natur- und Kulturlandschaften ein. Entsprechend kritisch sieht der AHA daher den geplanten Kiesabbau nahe Ahlendorf.

„Das Mittlere Elstertal in Thüringen und Sachsen-Anhalt muss sich wieder zu einer gesunden Fluss- und Auenlandschaft entwickeln“, heißt es in einer Stellungnahme zum geplanten Abbau. Die aktuellen Planungen zur Auskiesung der Aue der Weißen Elster zwischen Crossen, Ahlendorf und der Grenze zwischen dem Freistaat Thüringen und dem Land Sachsen-Anhalt führten zur massiven Behinderung dieses Prozesses, heißt es. Der aktuelle Antrag zum Kiesabbau der Firma LZR Baur Beton auf einer Fläche von 6,45 Hektar bei einer Laufzeit von 3,5 Jahren sieht der AHA als „Einfallstor“ zur länderübergreifenden Auskiesung im gesamten mittleren Elstertal an. Auch mit der vom Unternehmen angeführten Bedarfsbegründung geht der Verein nicht konform.

LZR begründet die Notwendigkeit für die Erschließung einer neuen Kiessandlagerstätte bei Ahlendorf mit der mittelfristigen Standortsicherung seiner Betonwerke, da eine bisher betriebene Aufbereitungsanlage in Profen/Sachsen nicht mehr zur Verfügung stünde. Damit würden laut AHA aber vorrangig private Interessen des Unternehmens über die Bedürfnisse des Schutzes und Erhalts der Fluss- und Auenlandschaft der Weißen Elster gestellt. Bei einem möglichen Abbau sei zudem nicht nur mit Beeinträchtigungen der Landschaft und Natur, sondern auch mit zusätz­lichen Belastungen durch Lkw-Verkehr zu rechnen.

Das geplante Abbaugebiet ist zum Bedauern des AHA allerdings nicht als Schutzgebiet ausgewiesen, sondern gilt laut Regionalplan Ostthüringen als Vorbehaltsgebiet für Rohstoffe. Dabei bilde es, so heißt es in der Stellungnahme, einen sehr bedeutsamen Entwicklungs- und Hochwasserraum des Auen- und Flusssystems der Weißen Elster.

„Die grundsätzlich begrüßenswerten Bestrebungen des Freistaates, große Teile der Alt­aue der Weißen Elster wieder an das Hochwasserregime des Flusses anzuschließen, gilt es, dringend mit naturnahen Entwicklungsräumen zu koppeln.“ Das geplante Abbaugebiet biete sich dazu insbesondere an, weil der Flussabschnitt zwischen Crossen, Ahlendorf und der Landesgrenze in zwei noch vorhandene Flussschlingen ein­gebettet ist, die ein schnelles Überströmen des Gebietes mit Hochwasser ermöglichen.

Fazit: Die Errichtung eines Kiessandtagebaus behindere und zerstöre das Entwicklungspotenziel der Flusslandschaft und entziehe den Auen ihre sehr wichtige hydrologische und geologische Basis aus Kies und Sand, die für eine weitgehend ungestörte Entwicklung unabdingbar seien. „Daran ändert auch eine in Aussicht gestellte Entwicklung und Entstehung verschiedener Stillgewässer und Feuchtgebiete wenig. Dafür mindestens 6,45 Hektar Aue vollkommen zu zerstören, ist ein zu hoher und nicht verantwortbarer Preis“, betont der AHA.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder schlägt alternativ die Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Schutz- und Entwicklungskonzeption, unter anderem für das Gebiet der Weißen Elster zwischen Crossen, Ahlendorf und der Landesgrenze vor. Um dafür auch bei der Landesregierung Gehör zu finden, hat der Arbeitskreis eine Online-Petition gestartet.

www.openpeti­tion.de/petition/online/fuer-eine-gesunde-und-lebendige-fluss-und-auenlandschaft-der-weissen-elster-ohne-kiestagebau

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