Komplette Grundschule Crossen in Quarantäne

Eisenberg/Crossen.  Das seit Dienstag geltende Ampel-Gelb für den Schulbetrieb in ganz Thüringen kommt für den Saale-Holzland-Kreis spät.

Der Eingang zur Grundschule Crossen bleibt derzeit zu, weil alle Kinder und fast alle Lehrer und Erzieher einschließlich Schulleiterin in Corona-Quarantäne geschickt wurden.

Der Eingang zur Grundschule Crossen bleibt derzeit zu, weil alle Kinder und fast alle Lehrer und Erzieher einschließlich Schulleiterin in Corona-Quarantäne geschickt wurden.

Foto: Angelika Munteanu

Maske auf im Unterricht, Abstand halten und in festen Gruppen zu versetzten Zeiten lernen. Die Corona-Ampel steht seit Dienstag auf Gelb für alle Schulen in Thüringen und damit auch für die Schulen im Saale-Holzland-Kreis. Noch nicht aber für die Grundschule in Crossen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Der Grund: Das Schulhaus in Crossen ist seit mehr als einer Woche leer. Für die komplette Schule – fast alle Lehrer und Erzieher und für alle Kinder – ist wegen Corona-Infektionen Quarantäne verhängt worden. Auch die Schulleiterin Katrin Beckmann musste sich in die häusliche Isolation zurückziehen. Bis zum 4. Dezember soll die Quarantänezeit andauern. „Erst am kommenden Montag soll der Unterricht in der Schule wieder starten – dann natürlich auch im Gelb-Modus“, sagt die Schulleiterin am Telefon daheim.

Arbeit als Schulleiterin von zuhause aus

Von absolviertem Hausputz und fertigen Weihnachtsvorbereitungen in der Zwangspause mit Ausgangsverbot kann aber nicht die Rede sein. „Das Telefon steht den ganzen Tag über nicht still. Meine Arbeit als Schulleiterin erledige ich derzeit von zuhause aus“, berichtet Katrin Beckmann. Nicht nur für die verschlossene Grundschule in Crossen, sondern auch für die Herzog-Christian-Grundschule in Eisenberg, wo der Schulbetrieb jetzt mit Ampel-Gelb weitergeht.

„Den Übergang hatten wir schon vorbereitet, als der Landrat im Bildungsministerium versucht hatte, für den Kreis das Ampel-Gelb zu erwirken“, sagt sie. An die Eltern in Eisenberg wurde ein entsprechender Elternbrief verschickt. Der Brief an die Eltern der Crossener Grundschüler soll folgen, ehe die Quarantäne beendet ist.

Erste Schule im Saale-Holzland-Kreis, die komplett für zwei Wochen geschlossen wurde

Crossen ist nicht die erste und einzige Schule, in der Mitarbeiter und Schüler meist klassenweise in die Quarantäne geschickt wurden. Aber bislang die einzige im Landkreis, die für zwei Wochen komplett geschlossen wurde. „Um die gelbe Ampel im Kreis hatte der Landrat im November nach den ersten Infektionen an Schulen vergeblich gekämpft“, erinnert Katrin Beckmann. Jetzt sei es zwar da, thüringenweit – aber spät.

An der Crossener Schule hatte die Person, bei der zuerst eine Corona-Infektion festgestellt worden war, Kontakt zu vielen Kindern, Lehrern und Erziehern. Der Grund, weshalb alle in Quarantäne geschickt wurden. Am Donnerstag voriger Woche sei klassenweise zu einem Massentest in die Schule eingeladen worden. Viele Kinder, Lehrer und Erzieher hätten die Gelegenheit genutzt – aber längst nicht alle, berichtet die Schulleiterin. Unter den neuen Infektionsfällen, die das Gesundheitsamt am Sonntag gemeldet hatte, waren weitere zwei Mitarbeiter und vier Kinder aus der Crossener Schule.

„Mein Testbefund war negativ“, sagt die Schulleiterin aufatmend. Ihr ist bewusst, dass die Quarantäne für alle Pädagogen und insbesondere die Grundschüler und auch die Eltern, die wegen der Kinder zuhause bleiben müssen, eine schwierige Situation ist. Bei ihren beiden Kollegen, die nicht vom Amt in die Quarantäne geschickt wurden, konnten die Eltern Arbeitsmittel und Aufgaben für die Kinder zum Unterrichten daheim abholen. „Wir haben den Eltern gesagt, sie sollen mit den Kindern lösen, was geht und was zu schaffen ist.“ Noten und Bewertungen wird es für die Schularbeiten daheim unter Quarantänebedingungen nicht geben.

Keine Zeit für Lockerungen