Eisenberger Krippenweg: Entstanden als Familienprojekt

Eisenberg.  Selbstgebaute Version der Weihnachtsgeschichte ist eine Station auf dem zum ersten Advent eröffneten Eisenberger Krippenweg

Die große selbstgebaute Krippe in der Auslage des Handyshops von Lars Richter im Eisenberger Steinweg ist als Familienprojekt der Eisenberger Familie Plötner entstanden. Sindy Mehl und ihre Mutter Karola Plötner (von links) bauen ihr Werk für den Krippenweg auf.

Die große selbstgebaute Krippe in der Auslage des Handyshops von Lars Richter im Eisenberger Steinweg ist als Familienprojekt der Eisenberger Familie Plötner entstanden. Sindy Mehl und ihre Mutter Karola Plötner (von links) bauen ihr Werk für den Krippenweg auf.

Foto: Angelika Munteanu

Die große Weihnachtskrippe von Familie Plötner steht. Seit dem ersten Advent, mit der Eröffnung des Eisenberger Krippenweges zwischen Stadtkirche und katholischer Kirche, kann das selbstgebaute Werk im Handyshop als eine von über 30 Station bestaunt werden. „Für uns ist die Weihnachtskrippe ein Familienprojekt“, sagt die „Bauherrin“ Karola Plötner.

Ein Teil der Aussteller auf dem Eisenberger Krippenweg hat besondere Schätze aus Porzellan, edlem Holz oder Speckstein, mitunter ganz historisch und meisterlich gefertigt, für sein Schaufenster „ausgegraben“. Die katholische Kirchgemeinde ist stolz auf ihre Weihnachtskrippe aus Olivenholz. Pfarrer Andreas Tober hat sie vor dem Altar aufgebaut. Als Gemeindeglieder die Krippe vor wenigen Jahren aus Bethlehem nach Eisenberg mitbrachten, sei für Jesus ein eigenes Flugticket erforderlich gewesen wegen seiner Größe von mehr als 70 Zentimetern, so groß wie ein Kleinkind, berichtet er.

Andere haben Krippen für die weihnachtliche Schau selbst gefertigt. So auch die Familie von Karola Plötner. „Für uns ist der Krippenbau etwas ganz besonderes“, sagt die in der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde engagierte Eisenbergerin. Innerhalb der Familie würden keine Weihnachtsgeschenke überreicht. Das gemeinsame Bauen an der symbolisierten Weihnachtsgeschichte sei das größte Geschenk für die gesamte Familie. „Auf diese Weise pflegen wir in der jetzt so schwierigen Zeit unsere Zusammengehörigkeit“, sagt Karola Plötner.

Tatsächlich waren alle aus der Familie beteiligt an dem großen Werk, das weitgehend aus natürlichem Material entstanden ist, das zum Teil im Wald gesammelt wurde. „Wir legen Wert auf Nachhaltigkeit“, sagt Sindy Mehl, die sich den Hut für die Planung und das Dekorative aufgesetzt hat. Den großen Stall aus Holz und Rinde und die Krippe haben die Männer gebaut: Horst Plötner, Joachim Mehl und – speziell zuständig für die Elektrik – Marco Plötner. Das Stroh stammt aus dem Tierbedarfshandel. Doris Sandmann hat die Tierfiguren gekauft: Schafe aus echtem Schaffell, ein Kamel aus Kamelhaar.

Die Figuren der Weihnachtsgeschichte – Maria, Joseph, Jesus und die drei Weisen als Vertreter dreier Kontinente – hat die Familie gleichfalls selbst gefertigt und eingekleidet. Die Füße sind aus Blei, damit sie besser stehen. Auch die des Engels, der die Tafel mit den Erläuterungen zum Familienprojekt hält und dessen Standfestigkeit nach dem Aufbau aber noch ein wenig nachgeholfen werden musste.

Um die 200 Stunden hat das Bauen und Basteln am Familienprojekt gebraucht. „Wenn man so etwas kaufen wollte, wäre der Preis sicherlich fünfstellig“, rechnet Marco Plötner hoch. Aber: „Ich zähle weder Tage noch Zeit noch Geld – für mich ist die Gemeinsamkeit in der Familie wichtig“, sagt Horst Plötner. Allein schon ob seiner Größe wird das gemeinsame Werk der Familie nicht nur zu dieser Weihnacht, sondern auch in Zukunft zur Freude aller im Schaufenster des Handyshops zu bestaunen sein. „Das können wir so machen“, hat der Gastgeber Lars Richter bereits zugesichert und gleich noch ein wenig umgeräumt in der Auslage, um noch mehr Platz für die Station 19 auf dem Eisenberg Krippenweg zu schaffen.

Der Eisenberger Krippenweg ist vom ersten Advent bis zum 10. Januar zu sehen. Zu bestaunen sind mehr als 30 Krippen in Schaufenstern und in den Kirchen auf dem Weg vom Markt, über den Steinweg bis in die Friedrich-Ebert-Straße. Nähere Informationen gibt es über die Eisenberger Innenstadtinitiative auf www.innenstadt-eisenberg.de