Kristina Vogel zu Gast in Eisenberg

Eisenberg.  In den Waldkliniken berichtet sie davon, wie sie trotz Schicksalsschlägen positiv durchs Leben geht.

Kristina Vogel, mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Bahnradsport, trat am 18. Januar als Gastrednerin bei einem Kongress in den Waldkliniken Eisenberg auf. 

Kristina Vogel, mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Bahnradsport, trat am 18. Januar als Gastrednerin bei einem Kongress in den Waldkliniken Eisenberg auf. 

Foto: Susann Grunert

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90 Teilnehmer haben am Sonnabend am ersten Fachkongress für Physiotherapie, der in dieser Form der erste seiner Art in Thüringen gewesen ist, an den Waldkliniken teilgenommen. Zum Abschluss trat die frühere Spitzensportlerin Kristina Vogel als Gastrednerin auf, und berichtete, wie sie es geschafft hat, trotz mehrerer Schicksalsschläge positiv durchs Leben zu gehen.

„Als meine Freunde angerannt kamen, wusste ich, es ist ernst.“

Kristina Vogel ist seit einem Trainingsunfall im Juni 2018 querschnittsgelähmt. „Ich bin Formationsübungen gefahren, die letzte Wiederholung dieses Trainings“, erzählt sie. Im nächsten Moment liegt sie auf dem Boden. Ein anderer Sportler war plötzlich auf die Bahn gefahren, sie hatte keine Chance. „Als meine Freunde und Helfer angerannt kamen, wusste ich, es ist ernst.“ Doch sie stellt sich ihrer Diagnose mit der gleichen Verbissenheit, mit der sie früher trainiert hat. „Ich dachte mir, in sechs Monaten bist du hier raus“, erzählt sie über die ersten Tage im Unfallkrankenhaus in Berlin. „Ich hatte einfach keine Lust darauf, dass es mir schlecht geht, habe es aber natürlich auch hier und da in der Reha übertrieben.“

Es geht immer weiter – nur anders

Sie habe nie gehadert. „Wieso, weshalb, warum – diese Fragen kann mir doch eh niemand beantworten.“ Vielleicht sei es nun der Sinn ihres Lebens, anderen ihre Geschichte zu erzählen und sie damit zu motivieren, dass es auch nach einer harten Zeit weitergehen kann, nur anders. „Ich bin immer noch ich, ich habe mich nicht verändert – nur mein Fortbewegungsmittel.“

„Trainierst Du noch“, wollte eine Besucherin wissen. „Mich gibt es nicht ohne Sport“, so Kristina Vogel. Wenn es die Zeit erlaube, arbeite sie mit einem Personal Trainer. Wie viel Unterstützung sie im Alltag braucht, war eine andere Frage: „Ich könnte heute alleine leben – muss es aber zum Glück nicht“, lautete die Antwort der 29-Jährigen, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten jüngst ein Haus in Erfurt gebaut hat.

Als Kommentatorin zu den Olympischen Spielen

„Ich hasse es, wenn man mich schiebt, und ich lasse mir nicht sagen, was ich kann oder nicht.“ Zuletzt hat sie einen Fallschirmsprung von ihrer To-Do-Liste abgehakt. „Ich bin in diesem Jahr auch bei Olympia dabei, nur anders als geplant.“ Während der olympischen Sommerspiele in Tokio wird sie die Bahnrad-Wettbewerbe als Kommentatorin begleiten.

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