Lesung und Gespräch mit Gregor Sander

Gregor Sander wurde 1968 in Schwerin geboren.

Gregor Sander wurde 1968 in Schwerin geboren.

Foto: Privat

Hermsdorf.  Der Autor stellt in Hermsdorf sein Buch „Lenin auf Schalke“vor

„Lenin auf Schalke“ hat Gregor Sander sein Buch betitelt, das der Autor am Donnerstag, 26. Januar, in der Stadtbibliothek Hermsdorf vorstellen wird.

Seit 30 Jahren betrachtet der Westen den Osten, heißt es in der Veranstaltungsankündigung zur Lesung. Dreht und wendet die Ostdeutschen wie Schnitzel in der Pfanne. Nun sei es an der Zeit zurückzugucken. „Sander, du musst in den Westen“, mit diesen Worten seines besten Freundes Schlüppi beginnt die Reise von einer goldenen Pommesbude in Ostberlin nach Gelsenkirchen.

Sander wohnt hier bei Zonengabi im Glück (BRD) und ihrem Freund Ömer in einem alten Bergmannshaus. Er versucht sich zu orientieren zwischen alten Abraumhalden, nagelneuen Leninskulpturen und einer Vergangenheit, die 1000 Meter unter der Erde liegt. Gregor Sander, eine der wichtigsten Stimmen der gesamtdeutschen Literatur, nimmt in „Lenin auf Schalke“ mit dorthin, wo der Westen arm dran ist, heißt es weiterhin.

Keine Zeche mehr, keine Kokerei und kein Stahlwerk, die Ruhrpottluft dank Arbeitslosigkeit gereinigt und auch Schalke 04 ist inzwischen zweitklassig. Hintersinnig, klug beobachtend und mit humorvollem Ernst erzählt Sander von einem Ort, der in allen Negativstatistiken führt: ärmste Stadt Deutschlands, höchste Arbeitslosigkeit, geringstes Pro-Kopf-Einkommen. Staunend entdeckt Sander eine Welt, die von der alten Bundesrepublik vergessen wurde. Nur ist Gelsenkirchen deshalb wirklich der Osten im Westen?

Donnerstag, 26. Januar, 19 Uhr, Stadtbibliothek Hermsdorf, weitere Veranstaltungen finden Interessierte unter www.vg-hermsdorf.de/bibliothek