Maibaumsetzen in Mertendorf und Crossen

Das zweite Mal erst wurde in Crossens Maibaumsetz-Geschichte die Fichte am Platz am Zwergenbrunnen vor der Kirche in den blauen Juni-Himmel aufgestellt. In Mertendorf standen die Männer am ebenfalls farbenfroh behängten Maibaum und sachte wurde dieser Stück für Stück gen Himmel gehievt.

Gruppenbild der Elstertaler Burschenschaft zum 30. Maibaumsetzen in Crossen.

Gruppenbild der Elstertaler Burschenschaft zum 30. Maibaumsetzen in Crossen.

Foto: zgt

Mertendorf/Crossen. Das zweite Mal erst wurde in Crossens Maibaumsetz-Geschichte die Fichte am Platz am Zwergenbrunnen vor der Kirche in den blauen Juni-Himmel aufgestellt. Die Mannen der Elstertaler Burschenschaft vollbrachten diese Prozedur mit Bravour. Und hatten dabei kaum Mühe, das 20 Meter lange Holz – bunt geschmückt mit farbigen Bändern am Kranz – in die Senkrechte zu befördern.

Aus dem sogenannten "Bäckerloch", einem Waldstück bei Tauchlitz, stammt der kräftige Stamm und wurde eigens für das 30. Maibaumsetzen mit Pauken und Trompeten in die Elstergemeinde geschafft. Hans-Peter Rudolph, der seit Jahren mit seinem Setzstab als Statussymbol die Burschen dirigierte, gab im ruhigen Ton die Anweisungen: "Hauruck, hebt an!" Stetig wuselte der Meister um seine Männer herum. Immer den Blick darauf gerichtet, dass der schwere Baum im rechten Lot und Winkel ins Loch rutschte. Die angetretenen 25 Scherenmänner wurden mit Musiktusch zur angemessenen Stemmarbeit motiviert. Darunter auch viele junge Leute und ein paar Jungs. Die Burschen aus Crossen kümmern sich um ihren Nachwuchs. Die Jungs müssen zwar noch nicht die schweren Scheren händeln, sondern sollen sich die Tricks und Kniffe anschauen. Denn eins ist beim Setzen besonders wichtig: die Konzentration. Wenn so ein zentnerschwerer Stamm aus dem Gleichgewicht gerät oder gar am Kippen ist, hält den keine Männerkraft mehr auf. Guter Brauch und schöne Sitte ist es in Crossen, das sich die Frauen der Burschen ums leibliche Wohl der Setzer und Besucher kümmerten. Als der Baum stand, streiften die Burschen ihre Ärmel runter, begutachteten ihr hohes Werk und wechselten zum gemütlichen Teil des Tages über.

In Mertendorf standen die in ihren blauen Schürzen gekleideten Männer am ebenfalls farbenfroh behängten Maibaum und sachte wurde dieser Stück für Stück gen Himmel gehievt. Zuvor ist das Holz vom 2010er Baum versteigert worden. "Das gehört zur Tradition bei uns", sagte Stefan Treffer, der auch Setzmeister ist. Die ersteigerten Euros füllen die Kassen des Vereins. Begleitet von den Schkölener Blasmusikern richtete sich die 24 Meter lange Fichte auf. "Uns kommt es dabei nicht auf ein paar Meter mehr oder weniger an. Wir freuen uns, wenn die Fichte gerade gewachsen ist und die Krone schön dicht erscheint. Es gibt ja im Holzland Maibaum-Gesellschaften, die peinlichst darauf bedacht sind, immer den längsten Baum zu stellen. Wir setzen eher auf gemeinsame Freude und den Erhalt der Tradition", sagte Matthias Heinecke, der auch zum diesjährigen Fest, die gesamte Gesellschaft mit Getränken versorgte. Je mehr Scheren am Baum waren, umso steiler wurde der Winkel. Die Mertendorfer holten den Baum aus dem Forst bei Waldeck. Unter der Regie des Setzmeisters Stefan Treffer ging die Arbeit der 30 Männer gut voran. Der Mertendorfer Verein zählt 50 Mitglieder. Die Frauen der Maibaumgesellschaft gaben Kostproben ihrer Backkünste und wer wollte, konnte sich vom Rost bedienen. Gegen Abend gab es dann noch Tanz in der Tenne.

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