Mehr einheimische Laubhölzer sollen her: Waldspaziergang im Tautenhainer Grund

Tautenhain  Bei frostigen Temperaturen war der Tautenhainer Himmelsgrund das Ziel, um über Waldumbau zu informieren

Kurzer Halt auf einer sogenannten Offenfläche: Waldspaziergänger haben sich vom Revierförster erklären lassen, wie sich der Wald künftig verändern soll. Dabei waren Mitglieder der Bürgerinitiative Proholzlandwald. Foto: Andreas Schott

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Einer Einladung zum Waldspaziergang, ausgesprochen von Tautenhains Revierförster Clemens Messner und Jörn Krüger, Betriebsbereichsleiter beim Bundesforst, waren am Dienstagnachmittag Mitglieder und Sympathisanten der Tautenhainer Bürgerinitiative „Proholzlandwald“ gefolgt.

Absicht des Bundesforstes sei es, die Mitglieder der Bürgerinitiative über den Waldumbau auf den Naturerbeflächen im Himmelsgrund zu informieren. „Uns ist es wichtig, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, um über die Vorhaben unseres Auftraggebers, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt GmbH (DBU), zu berichten“, unterstrich Jörn Krüger das Anliegen. In vielen voran gegangenen Gesprächen mit dem Bundesforst habe sich gezeigt, dass die Bürgerinitiative längst nicht mit allen Vorhaben des Forstes einverstanden ist. Dass ausgerechnet beim Spaziergang frostige Temperaturen herrschten, bezog sich aber lediglich auf die Witterung. Die Gesprächsatmosphäre selbst war von Sachlichkeit geprägt.

Ziel des Waldumbaus sei es, einheimische Laubhölzern verstärkt anzusiedeln, um einen ausgewogenen Mischwald zu schaffen, erläuterte Messner. Dafür müssen Nadelgehölze, vor allem die Kiefer, weichen. „Kiefern wurden vor dreißig Jahren in großen Stil angepflanzt“, sagte Messner. Absicht sei, einen Restbestand an Totholz im Wald zu belassen. „Wir wollen gefährdete Pflanzen und Tiere, wie Flechten, Moos, Pilze aber auch Insekten, Lurche und Vögel eine Chance geben“, so der Revierförster.

Knabenkräuter haben sich prächtig entwickelt

Bezug nahm Messner auf die renaturierten Teiche im Himmelsgrund. Drei Jahre habe die aufwändige Sanierung gedauert, weil im Wassereinzugsgebiet für Maschinen und Technik besondere Anforderungen gelten.

Die Sanierung war notwendig, weil die alten Teichanlagen nicht mehr funktionstüchtig gewesen seien. „Jetzt haben unter anderem Libellen, Reptilien und Ringelnattern wieder einen Lebensraum“, berichtet Messner.

Neben der Entwicklung von Mischwäldern und Feuchtgebieten fördert die DBU auch Offenland als Übergang zu Waldflächen, so Bundesforst-Betriebsleiter Jörn Krüger.

Auf einer Waldkante im Himmelsgrund prächtig entwickelt habe sich seit 2010 eine Fläche mit mehreren wildwachsenden Orchideen, im Volksmund auch Knabenkräuter genannt, stellt Messner fest. Um diese Fläche kümmert sich seit Jahren Bernd Steuer. Ab Mitte August mähe er die Fläche und lasse die Mahd in den letzten Jahren auf der Fläche abtrocknen. „Offenbar hat das zur Vermehrung beigetragen“, mutmaßt Bernd Steuer.

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