Schultag mal anders

Mehr Pepp fürs Schulhaus in Crossen

Crossen.  Regelschüler in Crossen malern, zimmern und basteln für ihre Schule. Elten unterstützen den Projekttag und kämpfen um den Schulstandort.

Gemalert, gezimmert und für Weihnachten gebastelt wurde zum Projekttag an der Regelschule in Crossen.

Gemalert, gezimmert und für Weihnachten gebastelt wurde zum Projekttag an der Regelschule in Crossen.

Foto: Angelika Munteanu

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Die 80 halben Semmeln, die in der Cafeteria der Crossener Regelschule fürs Frühstück geschmiert wurden, waren am Freitagvormittag schnell aufgegessen. Projekttag macht hungrig, stellte Kirsten Kleemann, Klassenlehrerin in der achten Klasse, schmunzelnd fest. Für kulinarischen Nachschub zur Mittagszeiten hatten die Schüler selbst gesorgt: Kürbiscremesuppe und Nudeln, die laut Lehrerin Cathleen Behringer „immer gehen“, mit Tomatensoße. „Zu Hause koche ich auch“, erzählte am großen Suppentopf Robin aus der achten Klasse. „Am liebsten Käse-Lauch-Suppe, die Rezepte hole ich mir aus dem Internet.“

Während die Gruppe der Nachwuchsköche mit Kochen und Geschirrspülen beschäftigt war, wurde in anderen Räumen der Crossener Regelschule gemalert, gezimmert und gebastelt. „Das werden Sitzmöbel für unsere Lümmelecke oben im Durchgang“, erklärten in einem der Eingangsräume im Erdgeschoss Pascal aus der Achten und Kevin aus der Neunten. Gemeinsam mit Florian aus Klasse 7 und Niklas und Noah aus der Neunten bauten sie Sitzmöbel aus Euro-Paletten. Die Paletten hatte dank der Elternvertretung eine Firma spendiert. Mit der Schleifmaschine wurden die neuen Sitzmöbel für die Schulpausen noch blank poliert, damit sich niemand am Holz verletzen kann. Schon recht fachmännisch, schließlich will beispielsweise Pascal später einen Handwerksberuf erlernen.

Unterdessen malerten Lea und Pauline und etliche Jungs aus der Neunten in der Etage darüber den Flurübergang von der Regelschule zur benachbarten Grundschule, in dem die neuen Paletten-Sitze ihren Platz finden sollen.

Hoffen auf neue Lampen für den neuen Pausenraum

Einiges Maler-Training haben die Schüler bereits von zu Hause mitgebracht. An die frisch gestrichenen Wände sollten noch flotte Sprüche von Goethe, Einstein und Co. geschrieben werden. „Die Decke wird der Hausmeister noch streichen“, erklärte Lehrer Hans-Jürgen Pöhl. Nun hofft die Schule noch auf neue Lampen von der Schulverwaltung im Landratsamt für den neugestalteten Aufenthaltsraum für die Schüler.

„An der Schule muss viel getan werden“, weiß Elternvertreterin Adeline Schütze. Gemeinsam mit der Schule kämpfen die Eltern dafür, dass der Regelschul-Standort in Crossen erhalten bleibt. Und solange sich baulich nichts Wesentliches an der Einrichtung tut, sei es gut, dass die Schüler selbst mit ihrer Arbeit am Projekttag dafür sorgen, dass sie sich in ihrem Schulhaus wohlfühlen können. Deshalb werde der Projekttag auch von der Elternschaft unterstützt, erklärte Adeline Schütze.

Während die großen Regelschüler auf der Malerleiter hantierten, bastelten die jüngeren für das Weihnachtsfest. „Holz ist mein Ding“, versicherte Tim aus der 7. Klasse. Eigentlich wollte er Palettensitze mit bauen. Dann war er in der Gruppe derer gelandet, die aus Holzbrettern Memory-Tafeln gebaut haben. Frisch gestrichen und mit Klammern für Merkzettel versehen. Jedes Kind durfte sich sein kleines Kunstwerk mit nach Hause nehmen. „Einige bleiben aber auch in der Schule“, sagte Tim.

Bei den Holzhandwerkern wurden auch hölzerne symbolische Kerzen gefertigt, weil brennende Lichter im Schulhaus tabu sind. Die Holzkerzen fanden einige Räume weiter Verwendung bei den Mädchen, die damit ihre selbstgefertigten Adventsgestecke verzierten. Noch einige Räume weiter bastelten Jungs und Mädchen mit viel Kreativität und Fantasie Weihnachtskarten. „Für zu Hause. Aber für unsere Lehrerin haben wir auch eine gemacht“, verriet hinter vorgehaltener Hand Leon aus der 5. Klasse.

Während im Schulhaus weihnachtliche Stimmung am Projekttag einzog, schmückte der Hausmeister die Futterraufen auf dem Schulhof mit Tannengrün. Die hölzernen, überdachten Sitzgelegenheiten auf dem Pausenhof waren des Ergebnis eines vorangegangenen Projekttages. „Die hatten wir damals selbst gebaut“, berichtete heute noch ganz stolz der jetzige Paletten-Sitz-Erbauer Pascal.

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