Meine Meinung: Die unsichtbare Gefahr

Angelika Munteanu über die falsch verstandene Freiheit des Einzelnen.

Angelika Munteanu, OTZ-Redaktion Eisenberg.

Angelika Munteanu, OTZ-Redaktion Eisenberg.

Foto: Marcus Schulze

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20 Corona-Infizierte werden am Mittwoch für das Saale-Holzland gemeldet. 20 Infizierte bei 83.000 Einwohnern im Kreis. Für viele ist das keine Gefahr. Das Virus ist nicht sichtbar, nicht zu riechen, nicht zu schmecken – einfach nicht zu greifen. Bei allen Einschränkungen gehen also noch viele ihrem gewohnten Gang nach. An den Vormittag werden offene Geschäfte förmlich überrannt, Grüppchen stehen zum Plaudern auf dem Eisenberger Markt, sogar Hände werden geschüttelt. Und weil gerade für viele Homeoffice, Kinderbetreuung daheim oder gar Kurzarbeit angesagt ist, bleibt sichtlich mehr Zeit, sich ins Gewühl zu stürzen. Die Aufforderung „Wir bleiben zuhause“ ist längst nicht bei allen angekommen.

Unterdessen kämpfen andere an der Corona-Front. Wie das Team in der neuen Fieber- und Infektambulanz an den Waldkliniken Eisenberg. Bei dem Ansturm an Patienten im Dauerbetrieb mit Atemschutz und Schutzkleidung eine Herausforderung. Das Gesundheitsamt ist personell aufgestockt, um Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig zu machen und in Quarantäne zu schicken. Mit jedem neuen Infizierten werden es mehr. Die Waldkliniken sind gewappnet für schwere Covid-19-Fälle. Die Zahl der Intensivbetten ist verdoppelt. Sie noch weiter zu erhöhen, dafür fehlt es dem Gesundheitswesen im zivilisierten Deutschland an Personal.

Bei aller Freiheit, die dem Einzelnen in Deutschland zusteht: Dazu gehört auch die Einsicht in die Notwendigkeit. Wie recht Hegel hatte, zeigt sich jetzt in der Krise.

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