Meine Meinung: Was zu erwarten war

Angelika Munteanu über das Saale-Holzland, das keine autarke Insel ist.

Angelika Munteanu, OTZ-Redaktion Eisenberg.

Angelika Munteanu, OTZ-Redaktion Eisenberg.

Foto: Marcus Schulze

Zieht jetzt der Landkreis die Zügel an, da die Corona-Fallzahlen im Saale-Holzland den ersten kritischen Grenzwert überschritten haben? Denn damit ist das eingetreten, was mit der Rückkehr zum vermeintlichen Alltag und auch mancher wieder eingekehrter Sorglosigkeit zu erwarten war.

Der Appell des Landrates an die Kreisbewohner zu mehr Vorsicht und gegenseitiger Solidarität spricht eine deutliche Sprache. Was es bedeutet, wenn das Landratsamt – wie angekündigt – zu Wochenbeginn eine Corona-Allgemeinverfügung erlassen sollte, bleibt im Detail noch abzuwarten. Ziel muss aber sein, dass mit Einschränkungen und Vernunft der totale Lockdown, den ganz Deutschland im Frühjahr durchleben musste, dem Kreis erspart bleibt.

Bedauerlich, dass es während der gesamten Pandemiezeit im föderalistischen Deutschland nie wirklich bundesweit einheitliche Vorgaben zur Pandemiebekämpfung gegeben hat. So mancher Wahlkampf-getriebene Landesfürst meint bis heute, sein eigenes Allheilmittel gefunden zu haben. Auch in Thüringen. Das aber liegt in der Mitte Deutschlands und ist ebenso wenig eine autarke Insel wie es das Saale-Holzland als Transit-Kreis mit zwei Autobahnen ist. Am Ende bleibt der Schwarze Peter jetzt beim Kreis zu entscheiden, was zu tun und richtig ist.