Meine Woche: Es wabert durch den Kreis

Angelika Munteanu sieht das Saale-Holzland als potenziellen Corona-Hotspot.

Angelika Munteanu, OTZ-Redaktion Eisenberg.

Angelika Munteanu, OTZ-Redaktion Eisenberg.

Foto: Marcus Schulze

So rechte Ferienstimmung mag gerade nicht aufkommen. Wie auch. Die Aussichten sind eher trübe, die Angebote an Ferienkinder rar – bis auf Schwimmhalle, Wasserturm und Holzlandkino. Und die großen Reisen sollten warten. Selbst auf heitere Stunden zur Ablenkung müssen die Holzländer am Samstag verzichten. Corona-bedingt hat das Kabarett Wirsing seinen Gundermann-Abend in Crossen abgesagt.

Ja, an Corona kommt – obwohl es bisher glimpflich davon kam – auch das Saale-Holzland im zweiten Anlauf zählbar nicht vorbei. Auch wenn es mancher noch immer nicht wahrhaben will, das tückische Virus wabert durch den Kreis. Und die täglich gemeldete Zahl der Infektionen ist tendenziell steigend. Zum Hotspot-Status mit 35 Infektionen auf 100.000 Einwohner fehlt nicht viel. Denn das wären auf die 83.000 Saale-Holzländer heruntergerechnet 29 Infektionsfälle binnen sieben Tagen. Da ist der Kreis mit 26 Neuinfektionen zwischen 9. und 15. Oktober schon nah dran. Und das Viren-freundliche Schmuddelwetter, bei dem man am liebsten in trauter Gemeinschaft im Warmen kuschelt, hat gerade mal angefangen.

In der Kreisverwaltung geht man noch immer von Einzel-Infektionsfällen aus, wo meist unter Freunden, Verwanden und Bekannten das Virus weitergereicht wird. Kein Grund zur Panik also? Die Folgen solcher Infektionsketten hat die Gesundheitsbehörde möglicherweise im Blick. Informiert wird darüber nicht. Nicht darüber, dass ein Teil der Mitarbeiter einer Kleinstadtverwaltung samt Bürgermeister in Quarantäne geschickt wurde – wegen einer Corona-Infektion. Lahm gelegt ist das Städtchen nicht, aber das Stadtverwalten zwischen Homeoffice und Rathaus deutlich erschwert. Es spricht sich auch nur auf der Straße herum, dass zwischenzeitlich ein Pflegeheim für die Außenwelt geschlossen werden musste. Wegen eines Corona-Verdachtsfalls, der sich zum Glück nicht bestätigt hat. Hier soll es die Familienverwandtschaft aus Berlin gewesen sein, die auf Besuch das Virus dabei hatte.

Trotzdem schöne Ferien – mit viel Abstand und Rücksicht auf sich und andere.