Meine Woche: Schafft sich der Winter ab?

Susann Grunert über das Warten auf den Flockenwirbel

Susann Grunert ist Redakteurin in der OTZ-Lokalredaktion Eisenberg

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Foto: Florian Girwert

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„Mama, wann schneit es denn endlich?“ – beinahe täglich, und das seit Anfang Dezember, bekomme ich diese Frage vom Nachwuchs gestellt. Kein Wunder, stapfen doch die Figuren in sämtlichen Kinderbüchern oder Kinderfilmen zur Weihnachtszeit durch dicken, frisch gefallenen Schnee.

Bei uns kamen die dicken Schneeanzüge im aktuellen Winter hingegen erst einmal zum Einsatz: Beim Schlittschuhfahren in der Eishalle. Dort liegt zwar auch kein Schnee, dafür erinnern zumindest die Temperaturen an Väterchen Frost.

Schafft sich der Winter ab? 10 bis 15 Grad Celsius haben wir an Tagestemperaturen diese Woche erreicht. Und das Anfang Januar. Im Garten strecken die ersten Pflänzchen schon wieder ihre Fühler aus. Und wie zur Bestätigung, dass man dieser Tage näher an den Frühlingsgefühlen als an der Winterruhe kratzt, bieten die Blumenhändler schon wieder bunte Primeln und Tulpen feil.

Doch so schnell gebe ich nicht auf, ich mag den Winter, den Schnee, die Kälte, die klare Luft. Und auch die Meteorologen versuchen zu beschwichtigen, die typischen Schnee-Tage würden im Januar und Februar noch vor uns liegen. Bis zum ersten Flockenwirbel müssen wir eben Geduld zeigen. Oder uns andere Aufgaben suchen, wie die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei in Hermsdorf, die, anstatt Winterdienst zu schieben, derzeit Instandsetzungsarbeiten durchführen.

Bei uns wird zur „Ablenkung“ am Wochenende die Weihnachtsdekoration wieder im Dachboden verschwinden. Die Zweige der Tanne werden merklich schwächer und Kugeln und Kerzen drohen abzurutschen. Wer nicht weiß, wohin mit dem Bäumchen, findet heute von Lindau bis Weißenborn überall Abnehmer. Wahlweise werden die ausgedienten Weihnachtsbäume zum Weitwurf genutzt – oder ganz klassisch verbrannt.

Von oben droht den Freiluft-Partys laut Wetterbericht im Übrigen nichts: weder Schnee noch Regen. Bei den aktuellen Horror-Meldungen aus Australien haben wir hier in der Region aber wohl sowieso keinen Grund, über das Wetter zu meckern.

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