Meinung: Monster der Bürokratie

Frank Kalla
Frank Kalla, Lokalreporter im Saale-Holzland

Frank Kalla, Lokalreporter im Saale-Holzland

Foto: Lutz Prager

Über die ungeliebte Grundsteuererklärung

Es gibt eine alte Weisheit, die man besser beachten sollte: Leg’ dich nie mit dem Finanzamt an!

Im Fall der ungeliebten Grundsteuererklärung scheint diese Weisheit keine Gültigkeit mehr zu haben. Hunderttausende Thüringer Grundstückeigentümer haben sich bislang mit dem Bürokratie-Monster überhaupt nicht auseinandergesetzt oder sind hoffnungslos bei dem Wust von Fragen und dem Zusammentragen von Daten resigniert.

Dabei tickt die Uhr: Wer bis zum 31. Januar dieses Jahres seine Erklärung nicht abgegeben hat, dem drohen saftige Strafen – oder noch schlimmer – eine pauschale Schätzung der Grundsteuer durch das jeweils zuständige Finanzamt.

Nun sind die rechtlich möglichen Schritte der Behörde die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist, dass man wohl auch im Finanzministerium erkannt hat, dass sich damit das Bürokratie-Monster trotzdem nicht zähmen lässt. Also geht man in die Offensive – und auf die säumigen Eigentümer zu.

Gut so. Schon vor Monaten zeichnete sich ab, dass Überforderung mit Strafen nicht zu heilen ist.