Metro Logistics verteidigt Vorgehen in Reichenbach

Reichenbach  Das Unternehmen will seine Wettbewerbsfähigkeit und damit auch den Standort erhalten. Kritik kommt von Verdi.

Der Metro-Logistics-Standort in Reichenbach.

Der Metro-Logistics-Standort in Reichenbach.

Foto: Frank Kalla

Metro Logistics, bislang als Konzerndienstleister der Metro AG bekannt, hat seinen Kurs im Tarifstreit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Standort Reichenbach verteidigt. Das Unternehmen hatte nach einem Warnstreik der Gewerkschaft Anfang Dezember den bisherigen Haustarifvertrag gekündigt und war dem Thüringer Landesverband des Verkehrsgewerbes beigetreten.

Kritik an geringeren Löhnen

Verdi kritisierte in diesem Zusammenhang die damit verbundenen teils erheblichen Lohneinbußen für die 250 Beschäftigten und die längere wöchentliche Arbeitszeit. Unter anderem hieß es, dass Arbeitnehmer bis zu 500 Euro im Monat weniger verdienen würden. Armin Köller, Geschäftsführer der Metro Logistics, sagte indes, dem Unternehmen sei es überaus wichtig, weiterhin tarifgebunden zu sein. Die Entscheidungen am Standort Reichenbach seien notwendig und unumgänglich gewesen. Man müsse als Logistikunternehmen am freien Markt wettbewerbsfähige Entgeltstrukturen schaffen, um gegenüber den anderen Logistikdienstleistern beziehungsweise Anbietern bestehen zu können.

„Nur so kann für den Betrieb in Reichenbach eine Zukunftsperspektive geschaffen werden. Die Gestaltung des Übergangs zum Logistikvertrag sollte Gegenstand der Verhandlungen mit Verdi sein. Die Tarifkommission lehnte jedoch alle Angebote jenseits der Besitzstandswahrung kategorisch ab“, erklärte Köller. Um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, seien jedoch teilweise Einschnitte erforderlich gewesen. Im Übrigen habe man auch in anderen Regionen den Großhandelstarif gekündigt und stehe seit Mai vergangenen Jahres in Verhandlungen mit Verdi. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen.

Bei Verdi spricht man indes von einer Mogelpackung. Es gehe mittelfristig um Kostensenkungen auf dem Rücken der Beschäftigten. Nach Angaben von Metro-Sprecherin Sirim Emre-Flender positioniere sich Metro Logistics seit Oktober vergangenen Jahres als eigenständig operierendes Logistikunternehmen. Der Startschuss sei durch den Verkauf der Real-Supermärkte gegeben worden, schrittweise werde das Unternehmen sich aus der Belieferung dieser Märkte zurückziehen und aus seiner Rolle als bisheriger Konzerndienstleister wachsen. Erste Erfolge seien bereits zu sehen.

Standortvorteile in Reichenbach

Laut Metro wurde auch Reichenbach geo-optimal aufgestellt. Der Standort habe mit seiner Nähe zu Leipzig eine überaus positive geografische Lage zu diesem Logistik-Hotspot. Von Reichenbach aus könnten die Gebiete Leipzig, Dresden und Erfurt abgedeckt werden. „Der Standort Reichenbach ist ein wesentlicher Baustein in unserem Lagernetzwerk. Aus diesem Lagerstandort versorgen wir über 50 Märkte der ehemaligen Metro-Vertriebslinie Real SB-Warenhaus mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln des täglichen Bedarfs aus den Bereichen Trockensortiment und Frischdienst“, betonte Köller. Neben Reichenbach verfügt Metro Logistics noch über weitere große Logistikstandorte in ganz Deutschland.