Platz für Wohnmobile statt Schlittschuhlaufen in Eisenberg

Eisenberg  Der Bauausschuss in Eisenberg plädiert dafür, die Eislaufbahn in der Geraer Straße komplett abzureißen und völlig neu zu gestalten

Auf der Eisbahnfläche in der Geraer Straße in Eisenberg. „Die Fläche kann weg zugunsten weiterer Stellplätze", sagen Wohnmobilisten aus Bad Doberan, Hannover, aus dem Erzgebirge und aus Spanien, die gestern Abend ihr Domizil auf dem Wohnmobilstellplatz daneben eingenommen haben. Für die künftigen Stellplätze direkt an der Straße müsse jedoch etwas gegen den Straßenlärm getan werden

Auf der Eisbahnfläche in der Geraer Straße in Eisenberg. „Die Fläche kann weg zugunsten weiterer Stellplätze", sagen Wohnmobilisten aus Bad Doberan, Hannover, aus dem Erzgebirge und aus Spanien, die gestern Abend ihr Domizil auf dem Wohnmobilstellplatz daneben eingenommen haben. Für die künftigen Stellplätze direkt an der Straße müsse jedoch etwas gegen den Straßenlärm getan werden

Foto: Angelika Munteanu

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Ihren Todesstoß hatte die fast nie genutzte Eislaufbahn in der Geraer Straße am Stadtrand von Eisenberg bereits Ende letzten Jahres erhalten.

Im Investitionsplan zum Stadthaushalt für dieses Jahr ist die Fläche gegenüber dem Tiergarten gleich neben dem Stellplatz für Wohnmobile mit 23 000 Euro für den Umbau enthalten. Widerstände dagegen hatte es kaum gegeben – weder unter den Stadträten, noch unter den Bewohnern der Kreisstadt. Damals schon war gesagt, das die Fläche dem gut genutzten Stellplatz für Wohnmobile zugeschlagen werden soll.

In der Sitzung des Bauausschusses des Eisenberger Stadtrates am Donnerstagabend hat Gabriele Daßler, die Leiterin des städtischen Amtes für Bauen und Wirtschaftsförderung Möglichkeiten vorgestellt, wie die Fläche umgestaltet werden könnte. Die einfache Variante, mit der die ursprüngliche Eislaufbahn nebst benachbartem Grillplatz als zusätzliche Stellfläche für Wohnmobile nutzbar gemacht wird. Nach dem Architektenentwurf seien drei, maximal vier zusätzliche Stellplätze plus Elektroanschluss möglich. Für die einfache Variante könnten die im Stadthaushalt geplanten 23 000 Euro ausreichen. Und der Platz könnte nach Ende der Tourismussaison noch dieses Jahr umfunktioniert werden.

Die Bauamtschefin hatte zudem eine „schönere Vollvariante“ für die Umgestaltung vorgestellt. Dafür müsste die Eislaufanlage komplett abgerissen werden. Das würde Platz für noch zwei weitere – also insgesamt sechs Wohnmobile – schaffen und zwei Elektroanschlusssäulen. Diese Variante aber würde weit mehr kosten, allein schon wegen des Abrisses der Eisbahn, die aber auch bei einer einfachen Umgestaltung nicht mehr als solche nutzbar wäre.

Etwa 63 000 Euro würde die „Vollvariante“ kosten. Eine Summe, die der diesjährige Haushaltsplan nicht zur Verfügung stellt. Die aber – so sich der Ausschuss und der Stadtrat dafür entscheiden sollten – für den Haushalt im kommenden Jahr eingeplant werden müsste, damit im Frühjahr 2018 umgebaut werden kann.

„Was ist besser? Was können wir uns leisten? Was wollen sie als Stadträte?“, fragte die Bauamtschefin die Mitglieder des Bauausschusses. Der Ausschussvorsitzende Robert Schieferdecker fragte zunächst zurück nach der bisherigen Auslastung des Wohnmobilstellplatzes. Gisela Müller vom städtischen Ordnungsamt verwies auf den in diesem Jahr aufgestellten Parkscheinautomat und wusste: „Der Platz ist ständig vollbelegt.“ Bis zu 185 Euro bei einer Stellplatzgebühr von fünf Euro am Tag würden in der Woche eingenommen. Wenn die Eislauffläche zu Stellplätzen würde, dann wäre das toll.

Fraktionsübergreifend sprachen sich Ausschussmitglieder gegen ein halbherziges Provisorium und für die „schönere Vollvariante“ aus. Stadtrat Stefan Eschenbach (BDS/FDP) sieht darin auch einen Imagegewinn für Eisenberg und ist es zufrieden, dass der Stellplatz für die Wohnmobilisten auf einschlägigen Portalen auch im Internet vermarktet wird und ganzjährig nutzbar ist.

Die Chance auf Fördermittel sieht die Bauamtschefin vorerst aber nicht. Im Antragspaket für die neuen Wege ins Mühltal sei der Platz nicht enthalten, zumal die neuen Wege entfernt lägen und vom Krankenhaus ins Mühltal führen sollen.

Die letztgültige Entscheidung, ob preiswertes schnelles Provisorium oder Vollvariante bei der Umgestaltung der Eisbahn, soll im September beim Stadtrat liegen. Der Bauausschuss empfiehlt einstimmig die „schönere Vollvariante“ bei einer Stimmenthaltung.

Eisenbergs Wohnmobil-stellplatz im Internet: www.promobil.de , www.thueringen-entdecken.de , www.mobilisten.de , www.camperado.de www.campercontact.com , www.outdooractive.com

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