Porzellanwelten auf Leuchtenburg vor der Eröffnung

Auf der Leuchtenburg geht ein Museumsprojekt, das deutschlandweit seinesgleichen sucht, in die Endphase. Noch gibt es viele Baustellen auf dem Burggelände und im Innern des Logierhauses. Doch die Porzellanwelten nehmen Konturen an.

Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Am 3. April werden die ersten "Porzellanwelten" auf der Leuchtenburg eröffnet. Zu den Attraktionen gehört dann auch am Standpunkt der Fotografin auf der Nordseite ein 20 Meter über dem Burgberg schwebender "Steg der Wünsche". Fotos (4): Angelika Schimmel

Foto: zgt

Seitenroda. Scherben bringen Glück, heißt es. Wer‘s nicht glaubt, kann im Schleierturm auf der Leuchtenburg die Probe auf‘s Exempel machen: Einen Wunsch auf ein Stück Porzellan geschrieben und mit Schwung an die Turmmauern geworfen - garantiert zerspringt das Stück Porzellan in Tausend Teile. Mit etwas Glück wird sich der "zerscherbelte" Wunsch erfüllen. Bestimmt...

Künftig werden Wünsche und Träume auf "weißem Gold" noch besser fliegen, denn die Besucher können ihre Glücksbringer demnächst von einem "Steg der Wünsche" aus zerscherbeln - 20 Meter über dem Burgberg schwebend. "Der Skywalk" wird sicher eine unserer Attraktionen", sagt Sven-Erik Hitzer, Gründer der Stiftung Leuchtenburg und Spiritus Rector des außergewöhnlichen Museums, das auf der Burg entsteht. Am 3."April - drei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten - sollen die ersten der sieben interaktiven "Porzellanwelten" eröffnet werden. In ihnen können die Besucher der Magie des Materials Porzellan, das vor Jahrtausenden in China erfunden wurde und das heute aus unserem Leben nicht wegzudenken ist, nachspüren.

"Im Dunkel einer Alchemistenstube, an urtümlichen ­Tischen und Waagschalen können die Besucher selbst versuchen, in der "Welt der Rätsel" hinter das Geheimnis der Porzellanherstellung zu kommen", gibt Museumsdirektorin Dr. Ulrike Kaiser einen Ausblick. In der "Welt des Kostbaren" werden eine barocke Festtafel und eine Schatzkammer den Gästen deutlich machen, dass über Jahrhunderte Geschirr und figür­liches Porzellan absolute Luxusgüter waren. Spätestens im 19."Jahrhundert ermöglichte die Industrialisierung jedoch, dass Porzellan auch in bürgerliche Haushalte Einzug hielt. Die "Welt des Alltäglichen" wird den Besucher mit filigranen ­Porzellanerzeugnissen in einem Labyrinth aus pinkfarbenen ­Hölzern überraschen.

"Alle unsere Welten spielen mit den Erwartungshaltungen der Besucher, in ihnen werden Exponate und Umgebung auf unerwartete Weise kombiniert und so zu kunstvollen Installationen", beschreibt Kaiser die Museumsidee und die Ambitionen der Ausstellungsmacher. Künstler wie Michael J. Brown vom Berliner Architektur- und Designbüro "NAU", der schon für Daniel Libeskind in New York gearbeitet hat, und Alim Pasht-Han aus Russland, der die mit sieben Metern wohl größte Vase der Welt für die Leuchtenburg herstellt, konnten für das Projekt gewonnen werden. Die ebenfalls zu den neuen Attraktionen der Burg gehörende Porzellankirche wird von der Mailänder Künstlerin Paola Navone zusammen mit der Thüringer Porzellankünstlerin Kati Zorn gestaltet.

Im ehemaligen Arbeits- und Logierhaus der Burg nehmen derzeit die ersten Ausstellungsräume Konturen an. In einem Neubau auf der Nordseite, der weder gerade Wände noch rechte Winkel besitzt, werden in der Folge weitere entstehen. Mit den 2013 verbauten 2,6 Millionen Euro hat die Stiftung Leuchtenburg auf dieser schon mehr als zehn Millionen Euro investiert. Und damit sei noch nicht das Ende erreicht, versichert Hitzer. Träume, wie die alte Burg ein noch langes, erfülltes Leben bekommen kann, haben er und sein Team noch einige.

Bild 1: Ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Am 3. April werden die ersten "Porzellanwelten" auf der Leuchtenburg eröffnet. Zu den Attraktionen gehört dann auch am Standpunkt der Fotografin auf der Nordseite ein 20 Meter über dem Burgberg schwebender "Steg der Wünsche".Fotos (4): Angelika Schimmel

Bild 2: Von links: Dr. Ulrike Kaiser und Sven-Erik Hitzer informieren den neuen Kurator, Kai Hankeln von der Asklepios-Gruppe, und Wolfgang Fiedler über den Stand der Bauarbeiten.

Bild 3: Alt und Neu bilden Kontraste und Symbiose auf der Leuchtenburg.

Bild 4: Detail aus der "Welt des Kostbaren" auf der Leuchtenburg .

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