Präparierte Hundeköder in Eisenberg aufgetaucht

Eisenberg/Crossen.  Am Radweg Richtung Kursdorf haben Unbekannte Wurststücke mit spitzen Metallkrampen ausgelegt. In Crossen geht unter Hundebesitzern die Angst um.

Dunja, eine fünfjährige weiße Schweizer Schäferhündin aus Crossen, hat einen harten Jahreswechsel hinter sich. Sie fraß vermutlich Hundeköder, gespickt mit einem spitzen Metallstift, beim Gassigehen am Crossener Teich. Der Stift wanderte zum Herzen, nur eine Not-OP in der Tierklinik der Uni Leipzig konnte sie retten.

Dunja, eine fünfjährige weiße Schweizer Schäferhündin aus Crossen, hat einen harten Jahreswechsel hinter sich. Sie fraß vermutlich Hundeköder, gespickt mit einem spitzen Metallstift, beim Gassigehen am Crossener Teich. Der Stift wanderte zum Herzen, nur eine Not-OP in der Tierklinik der Uni Leipzig konnte sie retten.

Foto: Susann Grunert

Am Mittwoch ist eine Hundebesitzerin beim Gassigehen auf dem Radweg in Richtung Kursdorf auf gefährliche Hundeköder gestoßen. Nahe der Georgseiche fand sie im Straßengraben drei Stücke Wurst, die mit sogenannten Krampen, kleinen gebogenen Metallteilen, gespickt waren.

Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen

„Der Hund war kurz davor, die Wurst zu fressen“, erzählt sie. Zum Glück habe sie ihn noch rechtzeitig zurückziehen können. In gebratene Rostbratwürste hatten Unbekannte die Krampen gesteckt. Am Donnerstag stellte die Hundebesitzerin Anzeige bei der Polizei in Eisenberg, die die Wurststücke als Beweismittel gleich sicherte. „Es wurde eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen“, bestätigte Steffi Kopp von der Landespolizeiinspektion Jena. Weitere Ermittlungen übernehme nun die Kriminalpolizei.

„Das ist wirklich erbärmlich, was manche Leute machen, nur weil sie keine Hunde mögen“, so die Hundebesitzerin, die lieber anonym bleiben möchte. Auch sie ärgere sich über die zahlreichen Hundehaufen, die überall achtlos liegen gelassen werden. Nur ist hier das Problem eher der Mensch am Ende der Leine, und nicht der Hund.

Metallstift steckte im Herz von Schäferhündin Dunja

Ein ähnlicher Fall ist in Crossen bekannt geworden. Hier hatte das Tier leider nicht so viel Glück, wie Frauchen Claudine Landmann erzählt: „Dunja ging es Silvester plötzlich sehr schlecht.“ Die sonst so agile weiße Schweizer Schäferhündin war kaum zur Gassirunde zu überreden. Zunächst vermutete Tochter Anja Landmann, die als Tierärztin arbeitet, eine Vergiftung, doch ein Bluttest brachte keine Bestätigung.

Zur weiteren Diagnose wurde ein Herzultraschall durchgeführt, der einen Erguss im Herzbeutel ergab, der sofort punktiert werden musste. Zunächst schien es der Hündin besser zu gehen, am Neujahrstag verschlimmerte sich ihr Zustand aber wieder dramatisch. Bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs in der Tierklinik in Jena wurde schließlich im Herz ein nadelförmiger Metallstift entdeckt. Dieser hatte sich – vermutlich nach Aufnahme eines präparierten Köders – durch die Speiseröhre gebohrt, die Lunge verletzt und war zum Herzen gewandert. „Er steckte tief im Herzen und musste in einer großen, riskanten Notoperation in der Tierklinik der Uni Leipzig entfernt werden“, so Claudine Landmann. Mehrere Tage kämpfte Dunja um ihr Leben, mittlerweile ist sie wieder zu Hause in Crossen, aber sie frisst kaum.

Köder vermutlich beim Gassigehen am Teich aufgenommen

„Den Köder hat sie vermutlich beim Gassigehen am Crossener Teich aufgenommen“, denkt Claudine Landmann. Dort habe das Tier ein paar Tage zuvor etwas im Gras gefressen. „Ich wollte es ihr noch wegnehmen, aber da hatte sie es bereits herunter geschluckt“, berichtete die Hundehalterin. „Sie frisst normalerweise nichts, dass so spitz wie eine Nadel ist“, sagt Tochter Anja Landmann. „Das muss in etwas Leckerem gesteckt haben.“

Auch Familie Landmann hat Donnerstagabend beim Kontaktbereichsbeamten in Crossen Anzeige erstattet. „Wir sind fassungslos und traurig, dass es Menschen gibt, die Tieren und somit auch ihren Haltern so viel Leid zufügen.“