Ramelow in Brehm-Gedenkstätte: Renthendorf soll digitalisiert werden

Renthendorf  Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigt sich beeindruckt vom Engagement in Renthendorf und bekräftigt nationalen Erbestatus

Bodo Ramelow besuchte gestern die Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf. Deren Leiter Jochen Süß (rechts) erläuterte dem Ministerpräsident die aufwendigen Sanierungsvorhaben. Rechts oben: ein originales Walzenmuster wird frei gelegt und als Sichtfenster für die Restaurierung verwandt. Rechts unten: ein aufwendig nachgestaltetes Model. Damit ist es möglich, historische Tapeten nachzudrucken.

Bodo Ramelow besuchte gestern die Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf. Deren Leiter Jochen Süß (rechts) erläuterte dem Ministerpräsident die aufwendigen Sanierungsvorhaben. Rechts oben: ein originales Walzenmuster wird frei gelegt und als Sichtfenster für die Restaurierung verwandt. Rechts unten: ein aufwendig nachgestaltetes Model. Damit ist es möglich, historische Tapeten nachzudrucken.

Foto: Andreas Schott

Brehm-Gedenkstättenleiter Jochen Süß, er trägt seit September 2012 die Verantwortung, bekennt vor dem Eintreffen des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) am gestrigen späten Vormittag in Renthendorf, doch ein bisschen aufgeregt zu sein. Doch von seiner Aufregung war nicht allzu viel zu spüren, als er den Ministerpräsidenten beim Rundgang mit detaillierten Informationen über die aufwendige Generalsanierung durch die Räume der Brehm-Gedenkstätte führte.

Baulicher Zustand des Gebäudes desolat

Eigentlich, so Jochen Süß, hätte man damals die Gedenkstätte, die zuvor jahrelang geschlossen war, aufgrund des desolaten baulichen Zustandes gleich wieder schließen müssen. „Aber wir haben uns 2013 zum Anpacken entschlossen, um das Brehm-Erbe als bedeutenden wissenschaftlichen- und geschichtlichen Standort mit nationalem und Weltkulturcharakter zu erhalten. Mit 30.000 Euro als Förderpreis von der Deutschen Denkmalpflege haben wir angefangen “, so Jochen Süß.

Inhaltlich schloss sich Ministerpräsident Bodo Ramelow den Aussagen des Gedenkstellenleiters an. Er selbst habe Brehms Tierleben in seiner Schulzeit im Unterricht kennen gelernt, bekannte er. Daher sei er von Christian Ludwig Brehm, dem Vogelpastor, seit seiner Jugend begeistert.

Für das Engagement der am Gesamtprojekt Beteiligten fand der Ministerpräsident lobende Worte. Renthendorf mit seiner wieder entstehenden Gedenkstätte sei ein authentischer Ort. Den brauche man, will man Menschen für die bedeutende Forschungsleistungen Brehms und seiner Geschichte begeistern. „Doch um bei jüngeren Generationen das Interesse für Brehm zu wecken, brauchen wir zwingend auch einen digitalen Ort. Hier müssen gleichfalls rasche Lösungen gefunden werden“, meinte Bodo Ramelow mit Blick auf die mangelnde Internetversorgung in Renthendorf.

Für die seit 2013 zunächst mühsam in Gang gekommene Generalssanierung, habe man zunehmend Unterstützer gewinnen können. So haben sich Stiftungen, darunter die Deutsche Denkmalstiftung, aber auch zunehmend die Landesregierung, in das Projekt eingebracht.

Bisher habe man Fördergelder in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro für die Sanierung der Bausubstanz erhalten und knapp eine halbe Million Euro für Restaurationen an historischen Gegenständen, darunter Möbel, informiert Süß.

Unabhängig vom Besuch des Ministerpräsidenten gingen gestern die Restaurationsarbeiten emsig weiter. Mitarbeiter der Eisenberger Firma Gold‘nart waren dabei, eine aus der Ursprungszeit des Hauses stammende Schablonenmalerei frei zulegen. Ebenso seien in späterer Zeit aufgelegte Walzenmuster an den Wänden gefunden worden. Beide Wanddekorationen sollen originalgetreu aufbereitet werde, erzählen Christian Seiler und Myra Lüers von der Eisenberger Firma. Bei den Arbeiten habe man auch historische Tapeten entdeckt. Um die Tapeten nachdrucken zu können, habe man einen Experten finden können, der die Druckform, das sogenannte Model, gebaut hat.

In insgesamt vier Räumen – in einem ist das bereits vollbracht – sollen die historischen Tapeten von den Wänden erstrahlen. Derzeit konzentrieren sich die Restauratoren auf das Erdgeschoss, um die Ausmalung der Schablonenmalerei sowie der Walzenmuster auf dem Putz fertig zu stellen.

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