Renthendorf: Ein Sommerfest im Zeichen der Lerche

Renthendorf  Erstmals seit der Sanierung des Brehm-Hauses in Renthendorf wird am Freitag, 23. August, eine Sonder-Ausstellung eröffnet.

Blick auf das generalsanierte Brehm-Haus in Renthendorf, wo am Freitag das Sommerfest stattfindet.

Blick auf das generalsanierte Brehm-Haus in Renthendorf, wo am Freitag das Sommerfest stattfindet.

Foto: Hanno Müller

Millionenfach landete sie frisch gerupft noch Ende des 19. Jahrhunderts auf Bratspießen, im Ofen oder in der Pfanne: Die Feldlerche war insbesondere im Leipziger Raum die Delikatesse schlechthin. Bedingt durch die intensive Landwirtschaft seit Anfang der 1970er Jahre ging der Bestand der Feldlerchen immer mehr zurück, heute steht der Vogel in Deutschland auf der Roten Liste. Mit dem Anlegen von sogenannten „Lerchenfenstern“ in Monokulturen wie Mais oder Raps – meist 20 mal 20 Meter große Ackerflächen im Feld, die nicht mit bestellt werden und auf denen die Lerchen brüten können – soll jetzt dem Rückgang der Bestände entgegen gewirkt werden.

Kein Wunder, dass ausgerechnet das Brehm-Haus in Renthendorf, das sich dem Erbe von „Vogelpastor“ Christian Ludwig Brehm verpflichtet fühlt, das Thema „Lerchenfenster“ für sich entdeckte und mit einer gleichnamigen Sonderausstellung zum 4. Sommerfest an diesem Freitag (23. August) ab 17 Uhr in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit rücken möchte. „Der Höhepunkt des Sommerfestes wird zweifellos die Vernissage zur Sonderausstellung sein“ erklärt Gedenkstättenleiter Jochen Süss. „Max Mayer und eine Gruppe junger Künstler aus Leipzig und Berlin zeigen zusammen mit den Brehm-Naturkindern, was für stellenweise hilflose Versuche unternommen werden, etwas zu retten, was so nicht zu retten ist“, sagt Süss.

Unter Leitung von Klangkünstlerin Pina Rücker werden zur Vernissage Klanginstallationen zu hören und Videoinstallationen zu sehen sein. Dabei soll die Zukunft der Natur und der Schöpfung im Mittelpunkt stehen. „Wir sind dankbar, dass wir für die erste Sonderausstellung im gesamten Brehm-Haus auf die Unterstützung des Umweltministeriums, der Thüringer Staatskanzlei, von Jenawohnen und der Regionalen Arbeitsgruppe bauen konnten“, betont der Gedenkstättenleiter.

Eingebettet in das von der Brehm-Stiftung und der Natura-2000-Station organisierte Sommerfest ist auch eine Podiumsdiskussion, auf der Staatssekretär Olaf Möller (Grüne), der Geschäftsführer des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen, Patrice Heine, der Geschäftsführer der Agrar eG Ottendorf, Daniel Lutter, und Künstler Marcus Held gemeinsam mit Moderator Martin S. Fischer von der Uni Jena über die Situation des Umfelds diskutieren und Möglichkeiten aufzeigen, was man aktuell zum Schutz der Natur unternehmen kann und was noch zu leisten ist. „Es wird ein Gespräch über unser Wollen, Sollen, Können und Müssen im Naturschutz“, sagt Süss.

Ausreichend Speis‘ und Trank bilden natürlich die Grundlage des Sommerfestes, bei dem man auch jede Menge Gespräche führen kann. So können sich die Gäste mit den Mitarbeitern der Natura-2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“ über angelaufene und geplante Naturschutzprojekte unterhalten, gibt es einen breiten Raum, auf die Generalsanierung des Brehm-Hauses einzugehen und kann man ausführlich über die geplante Dauerausstellung diskutieren.

Für Jochen Süss, der seit fast sieben Jahren für die Neuausrichtung der Brehm-Gedenkstätte verantwortlich zeichnet, sind das Sommerfest und die Vernissage ein weiterer Mosaikstein, die Renthendorfer Einrichtung stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. „Wir wollen zeigen und unter Beweis stellen, dass das Brehm-Haus in vielfältiger Weise in der Lage ist, die künstlerische und kulturelle Landschaft in der Region mit zu prägen“, formuliert Süss einen hohen Anspruch.

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