Saale-Holzland: 850 Kindergartenkinder weniger in 2040

Landkreis.  Eine aktuelle Untersuchung rechnet für den Saale-Holzland-Kreis mit einem Rückgang der Kindergartenkinder um gut 22 Prozent.

Seit August 2019 unterhält der Bürgeler Kindergarten Sausewind einen Zweitstandort. Dieser wurde in diesem Jahr erweitert und beherbergt neben den „Waldfüchsen“ mittlerweile auch die „Wildkatzen“-Gruppe. Damit wurde auf den zunehmenden Bedarf reagiert.

Seit August 2019 unterhält der Bürgeler Kindergarten Sausewind einen Zweitstandort. Dieser wurde in diesem Jahr erweitert und beherbergt neben den „Waldfüchsen“ mittlerweile auch die „Wildkatzen“-Gruppe. Damit wurde auf den zunehmenden Bedarf reagiert.

Foto: Martin Schöne

In den vergangenen zwanzig Jahren gab es immer wieder Prognosen, die angesichts der demografischen Entwicklung einen deutlichen Rückgang der Geburtenzahlen voraussahen. Besonders der ländliche Raum sollte davon betroffen sein, mit entsprechenden Folgen für Schulen und Kindergärten auf dem Land. In vielen Gemeinden – auch im Saale-Holzland-Kreis – war hingegen in den zurückliegenden Jahren das Gegenteil der Fall. Vielerorts gelangte die Betreuungskapazität von Kindertagesstätten an ihre Grenzen und diese mussten erweitert werden.

Das zeigt sich etwa beim Blick in die Bedarfsplanung Kindertagesbetreuung 2020/2021 des Saale-Holzland-Kreises: Unter dem Stichwort „Platzbedarf“ wird hier dokumentiert, dass zwischen 2012 und 2019 die Nachfrage nach Betreuungsplätzen beinahe kontinuierlich angestiegen ist – von 3363 Plätzen auf 3852 Plätze. Für das Betreuungsjahr 2020/21 steht nun ein Rückgang auf 3723 Plätze zu Buche.

Inwiefern das nun der Anfang vom vorausgesagten Abschwung ist, bleibt offen. Aber eine Untersuchung, die das Thüringer Landesamt für Statistik kürzlich veröffentlicht hat, geht hier für die nächsten 20 Jahre von deutlichen Rückgängen aus.

Demografische Entwicklung als Ursache

Demnach wird die Zahl der Kinder in Kindertagesbetreuung im Landkreis bis 2040 um mehr als 22 Prozent schrumpfen. Das wären etwa 850 Kinder weniger als im Referenzjahr 2019. Die Grundlage der Vorausberechnung bilden die Daten der demografischen Entwicklung in der Region. „Da für die Zahl der unter 6-Jährigen aufgrund des Geburtenrückgangs eine Abnahme von über einem Fünftel bis 2040 vorausberechnet wurde, wird dementsprechend auch ein Rückgang der Zahl der zu betreuenden Kinder erwartet“, heißt es in der Studie im Bezug zum gesamten Bundesland.

Für ganz Thüringen wird dabei mit 20,6 Prozent (-19.800) weniger Kindergartenkindern gerechnet. Regional soll die Entwicklung recht unterschiedlich verlaufen: „Einige Kreise weisen in den ersten Jahren des Vorausberechnungszeitraums noch eine leichte Zunahme der Zahl der betreuten Kinder auf.“

Auswirkungen auf Kita-Planungen

Die Untersuchung macht keine Angaben dazu, welche Konsequenzen das nach sich ziehen könnte. Mit Sicherheit wird sich ein solcher Rückgang auf die Bedarfsplanung und die Ausgestaltung der Kindergartenkapazitäten auswirken. In Bad Klosterlausnitz etwa ist seit Längerem ein Kindergarten-Neubau beabsichtigt, um die Kinder des „Knirpsenlands“ unter einem Dach zusammenzuführen. Bisher sind die Kleinen auf drei Häuser aufgeteilt. „Das Vorhaben ist noch im Stadium der Absichtserklärung“, sagte am Freitag die Bauamtsleiterin von Bad Klosterlausnitz, Gudrun Horn.

Daher sei es noch viel zu früh für konkrete Bauplanungen und Kapazitätsvorstellungen. Bisher gehe man von einer Gesamtkapazität von 150 Betreuungsplätzen aus. Bis dahin müssen aber noch mehrere Schritte gemacht werden. Die für den Neubau vorgesehene Fläche muss im Entwurf des Flächennutzungsplanes verankert werden. Dann muss man mit dem Eigentümer der Fläche überein kommen und einen Bebauungsplan verbindlich festlegen. Erst dann könne es mit der konkreten Bauplanung losgehen.

Zu diesem Zeitpunkt würde dann auch noch einmal die Bedarfslage in Augenschein genommen, um zu ermitteln, welche Kapazität nötig wäre. „Wo die Reise hingeht, wird man dann sehen“, so Gudrun Horn.