Saale-Holzland: Wintergerste nicht zu trocken

Buchheim/Königshofen  Erste große Ernteetappe geht bei der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen zu Ende.

9,30 Meter breit ist das Schneidwerkzeug des Mähdreschers. Das Steuern des Fahrzeugs will gelernt sein.

Foto: Florian Girwert

Thomas Prahl dreht kurz und heftig am Lenkrad. Der große Mähdrescher macht einen minimalen Linksschwenk, um eine Hand voll Ähren links außen an dem 9,30 Meter breiten Schnittwerkzeug nicht auf dem Feld stehen zu lassen. „Wäre ja schade drum“, sagt er gelassen. Die Ernte der Wintergerste geht bei der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen zu Ende, am heutigen Dienstag dürften die letzten Ähren geerntet werden. „Insgesamt sind es etwa 300 Hektar Gerste“, sagt Pflanzenbau-Leiter Johannes Böttger.

Er schätzt das Ergebnis als gut ein. Etwas mehr als 9 Tonnen pro Hektar könnten es werden. „Damit sind wir vollends zufrieden.“ So eine Tonne Gerste bringt einen Marktpreis von etwa 140 Euro. „Mal etwas mehr, mal etwas weniger.“ Das sei ein Weltmarktpreis. „Der steigt erst signifikant, wenn es in den USA eine große Dürre gibt.“

Thomas Prahl sitzt seit 10 Uhr vormittags im Mähdrescher und ist auf dem Feld unterwegs. Begonnen hat der Tag etwa um 7 Uhr mit einer gründlichen Inspektion seines Fahrzeugs. Dazu gehört, überall mit Druckluft Stroh und Staub zu entfernen, damit alle Räder, Ketten und Gelenke flüssig laufen. „Dafür ist jeder Fahrer selber verantwortlich“, sagt Prahl. Sonst kann in der großen Landmaschine auch ein Glutnest und dann ein Feuer entstehen. Am Montag gegen Mittag habe man ein solches abwenden können. Vertrautheit mit der Maschine sei Dank. „Die Nase kann einem vieles sagen, was hier drin passiert.“ Das Glutnest sei schnell gelöscht gewesen. So hatte man in diesem Jahr – Trockenheit hin oder her – keinen Feldbrand zu beklagen, was Prahl als Feuerwehrmann besonders wichtig ist.

120 Hektar groß ist das letzte Feld mit Wintergerste, wohl eines der größten in der Agrargenossenschaft, die etwa 1600 Hektar Fläche für den Pflanzenbau zur Verfügung hat, wie Johannes Böttger weiß. Größter Brocken ist mit 600 Hektar der Weizen, zudem gibt es noch Raps und Mais. „Hier soll etwa ab Mitte August auch wieder Raps ausgesät werden“, sagt der Pflanzenbau-Leiter. Dafür aber brauche es eine gewisse Feuchtigkeit im Boden, die derzeit komplett fehlt. „Im vergangenen Jahr konnten die Pflanzen auch in der sommerlichen Trockenheit noch auf Feuchtigkeit in der Tiefe zurückgreifen. „Nun könnte man zwei Meter tief graben und hätte immer noch keine Feuchtigkeit gefunden.“ Die Pflanzen in diesem Jahr müssten bisher stets von der Feuchtigkeit zehren, die unmittelbar durch Regenfall hinzugekommen ist. So wie am Wochenende. „Aber das war fast nichts.“ Der Weizen ist deshalb schon nicht weiter gewachsen und bereits ausgeblichen. „Hätte es mehr geregnet, wäre das vielleicht zwei Wochen später gekommen.“ Auch der Raps „sah schon mal besser aus.“ Der Mais lechzt ebenfalls nach jedem Tropfen. Man hofft auf den angekündigten Niederschlag in der zweiten Wochenhälfte. „Aber das Wetter ist nun mal, wie es ist.“ Man müsse daher möglichst viele Früchte anbauen, „um das Risiko für Totalausfall zu minimieren“.

10,5 Kubikmeter Getreide passen in den Speicher des Mähdreschers, regelmäßig kommt ein Traktor mit großem Anhänger zum Abtransport – der Transfer passiert, ohne dass der Mähdrescher anhält. Jede verschwendete Minute kostet Geld, weiß Prahl. Langweilig wird die Arbeit nicht – und die Versorgung mit Kaffee stimme dank Johannes Böttger. Der übernimmt auch jeden Mähdrescher zwischendurch mal für eine Weile. „Da wird man wieder munter.“

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