Schkölen: Poröses Kirchendach braucht Ersatz

Schkölen  Die Schkölener Kirche wurde zur Wendezeit saniert. Nicht nur wegen altersschwacher Betonschindeln breiten sich Wasserschäden aus.

Manche Balken unter dem Schkölener Kirchendach sehen so aus. Eingedrungenes Wasser hat das teilweise jahrhundertealte Gebälk geschädigt.

Manche Balken unter dem Schkölener Kirchendach sehen so aus. Eingedrungenes Wasser hat das teilweise jahrhundertealte Gebälk geschädigt.

Foto: Florian Girwert

Unterm Dach entfaltet die intensiv strahlende Sonne an diesem Tag eine besonders heftige Wirkung. Schweißtreibend warm und träge ist die Luft unter den Betonsteinen, mit denen das Dach der Kirche gedeckt ist. In die Wendezeit hinein ist die letzte Sanierung erfolgt – und mittlerweile wird offenbar, dass damals nicht alle Probleme auf Dauer gelöst wurden, wie Kirchenbaureferent Fred Lange von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) vor Ort erläutert.

Betonsteine sind porös geworden

So sind unter anderem die Betonsteine mit den Jahren porös geworden und müssen ersetzt werden. „Was mit 620 Quadratmetern Dachfläche recht viel ist.“ Ein Holzschutzgutachten hat man ebenfalls erstellen lassen und dabei an manchem Dachbalken bereits Wasserschäden festgestellt. „Wir wollen verhindern, dass Wasserschäden auch im Innenraum auftreten“, sagt der Schkölener Wolfgang Schumann. Mithin werde die Sanierung immer dringlicher. Oben auf den Dielen gebe es bereits Wasserflecken – ewig werde der Puffer nach unten zum Innenraum nicht halten. Seit vier bis fünf Jahren schaue man inzwischen genauer hin. Ebenso gilt das Dach als sturmanfällig. „Wegen des Materials und der Legetechnik“, sagt Fred Lange. In der Vergangenheit habe es bereits eine Menge Ausbesserungen gegeben. „Aber irgendwann ist das nicht mehr sinnvoll und reicht auch nicht mehr aus.“ Stellenweise scheint die Sonne bereits durch Lücken im Dach. Nicht an allen Stellen sei vor 30 Jahren das richtige Material genutzt worden.

Für die nötige Sanierung des Dachs und der darunter liegenden Konstruktion sind durch ein Gutachten im Auftrag der Kirchgemeinde Kosten von insgesamt 167.000 Euro ermittelt worden. An den Kosten wird sich die Kirche beteiligen, auch Kreis und Land sollen helfen, hofft Schumann. Bei den Eigenmitteln, die für das Projekt nötig sind, stößt man bisher allerdings an Grenzen und hofft auf Zuwendungen durch Spenden aus der Region – von Privatpersonen und Unternehmen. Noch beträgt die Lücke etwa 13.000 Euro.

Wobei auch höhere Kosten nicht ausgeschlossen sind. „Nicht alle Stellen können wir vorher abklopfen. Darin steckt eine Gefahr zur Kostensteigerung“, sagt Architekt Alexander Schwarze. Mancher Holzkern in den Balken sei bereits weggefault, ohne dass das von außen sichtbar ist.

Hoffnung auf Beteiligung der Schkölener Bürger

Sofern die Einwerbung ausreichend hoher Eigenmittel gelingt und die Förderanträge – etwa aus der Städtebauförderung – bewilligt werden, müsste man noch in diesem Jahr das Geld verbauen und das Projekt damit vollenden, sagt Schumann. Er hat die entsprechenden Anträge für die Gemeinde gestellt. Für die Suche nach ausführenden Unternehmen braucht man möglichst schnell Sicherheit, was bei normalen Verwaltungsprozessen nicht immer leicht ist.

Man hofft in der Gemeinde, dass auch nicht-konfessiongebundene Menschen daran interessiert sind, die Kirche zu erhalten. „Kirche ist Heimat für alle“, findet Gemeindekirchenrätin Konni Franke. Die Bürger hätten sich auch schon mehr als einmal für den Erhalt der Kirche eingesetzt. Die Gemeinde hofft, dass das auch in diesem Fall so sein wird. Wer spenden will, sollte sich dafür an die Gemeinde oder das Pfarramt wenden, sagt Pastorin Constanze Lenski.

Fragen zu Spenden für das Kirchendach ans Pfarramt Schkölen unter (036694) 20 513 oder per E-Mail an email@kirche-schkölen.de . Spenden ans Kirchenkassenkonto Naumburg, IBAN DE46 5206 0410 0108 0014 99 unter Angabe des Verwendungszwecks „Kirche Schkölen“ und „RT 145“ für die Gemeinde Schkölen.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.