Schließanlage für Schlosspark: Schutz für Eisenbergs gute Stube

Eisenberg.  Die Umgestaltung des Eisenberger Schlossparkes hat begonnen. Rat der Planer: das barocke Denkmal der Gartenbaukunst nachts verschließen.

Der Blick auf die Fassade von Schloss und Schlosskirche in Eisenberg ist wieder freigegeben, nachdem die Fichten im Schlosspark in den vergangenen Tagen gefällt worden sind.

Der Blick auf die Fassade von Schloss und Schlosskirche in Eisenberg ist wieder freigegeben, nachdem die Fichten im Schlosspark in den vergangenen Tagen gefällt worden sind.

Foto: Foto: Angelika Munteanu

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Als Planer Daniel Rimbach die Pläne für die Umgestaltung des Eisenberger Schlossparks vorgestellt hat, empfahl er der Stadt dringend, das historisch wertvolle, denkmalgeschützte Kleinod nachts zu verschließen. Gründe genug hat es dafür in der jüngeren Vergangenheit gegeben – bis hin zum Diebstahl der Bretter von Sitzbänken in den Laubengängen des barocken Bogengartens im Park.

Wie die Parkanlage nacht verschlossen werden kann, ist ein Thema, das die Kreisstadt als Parkeigentümerin und der Landkreis als Schlosseigentümer gemeinsam klären wollten. Nun zeichneten sich eine Lösung ab.

„Der Landkreis hat in seinem Doppelhaushalt 2020/21 die Finanzen für den Bau einer Schließanlage auf dem Schlosshof eingeplant. Die Investition ist für das Jahr 2021 vorgesehen“, informiert der Amtsleiter für Zentrale Dienste im Kreis, Steffen Grosch. 175.000 Euro sieht der Kreishaushalt für die Schließanlage vor, die voraussichtlich gleich am Eingang zum Schlosshof errichtet werden soll – dort, wo sich derzeit die Poller in der Zufahrt befinden.

„Gute Stube von Eisenberg“ soll geschützt werden

Zur Geraer Straße und zum Krauseplatz hin gibt es um den Schlosspark herum bereits Zäune und Tore, die teils ertüchtigt werden müssten. Wie die Schließanlage vor dem Schlosshof ausgestattet wird, solle sich mit der Investition im kommenden Jahr im Detail zeigen.

Zu klären ist dann auch das Schließregime, wer zu welchen Zeiten das große neue Tor verriegeln wird. Denn die Arbeitszeiten im Landratsamt im Schloss sind nicht deckungsgleich mit den Besuchs- und Besichtigungszeiten im Park und in der Schlosskirche.

Mit der Umgestaltung des Schlossparks ist inzwischen begonnen worden. „Zur guten Stube von Eisenberg“ solle er wieder werden, sagt Planer Daniel Rimbach. Er hat die Zielstellung für den Park im Auftrag des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie auf einen aktuellen Stand gebracht. Der Stadtrat hat sie bestätigt, begleitet von der mehrfachen Forderung, dass der Park als touristisches Kleinod in der Kreisstadt des Saale-Holzlandes gesichert werden muss.

Die Intention der Umgestaltung: Der Schlosspark als einer der ältesten und bedeutendsten historischen Gärten in Thüringen soll bewahrt und schrittweise nach historischem Vorbild gestaltet werden. Die ersten Schritte sind bereits getan. Im vergangenen Winter war der Lindenlaubengang im barocken Bogengarten saniert worden. Die verschnittenen Linden, die sich um das Holzgerüst winden, tragen bereits die ersten Knospen.

In den vergangenen Tagen hat das Eisenberger Landschaftsbau-Unternehmen von Uli Rosenkranz die hohen Fichten an der Schlosskirche und im hinteren Schlossbereich gefällt. So ist es geplant gewesen. „Der Charakter des offenen Landschaftsgartens muss unbedingt erhalten bleiben“, hat Planer Rimbach erklärt.

Für den Landschaftsgarten ist der historische Vorläufer des einstigen Hofgärtners Döll aus der Mitte des 19. Jahrhunderts das gartenkünstlerische Vorbild für die Maßnahmen der Zukunft. Das heißt auch: Sichtachsen und damit der Blick auf die Seitenfassade von Schlosskirche und hinterem Schlossgebäude werden wieder freigegeben.

Am Donnerstag sind Mitarbeiter der Firma Rosenkranz mit dem Bagger an der Arbeit gewesen, um die Baumstümpfe der gefällten Fichten abzuraspeln und einzuebnen. Das erleichtere später auch das Rasenmähen, hieß es vor Ort. Weitere Arbeiten sind in diesem Jahr vorgesehen. Etwa die Neugestaltung des Prinzessinnengartens. Ein Vorhaben, in das die Stadt den Imkerverein mit einbeziehen möchte für ein insekten- und bienenfreundliches Eisenberg.

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