Schüler aus dem Saale-Holzland-Kreis sollen mehr Durchblick im Netz bekommen

Jana Scheiding
| Lesedauer: 3 Minuten
Online-Gewalt gegen Minderjährige wie Cybermobbing kann durch Aufklärung vorgebeugt werden, zum Beispiel durch Programme an Schulen.

Online-Gewalt gegen Minderjährige wie Cybermobbing kann durch Aufklärung vorgebeugt werden, zum Beispiel durch Programme an Schulen.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Saale-Holzland-Kreis.  Krankenkasse bietet Lehrern, Schülern und Eltern Präventionsprogramm für digitale Gesundheit an.

Cybermobbing, Tendenz steigend, kann vor allem bei jungen Menschen zu langwierigen oder dauerhaften seelischen Belastungen führen. Das bestätigt eine von der Barmer-Krankenkasse in Auftrag gegebene Studie. Danach hätten 59 Prozent der 2000 befragten Schüler bereits Berührung mit Cybermobbing gehabt. Zwei Drittel schätzten bisherige schulische Angebote als „nicht hilfreich“ ein.

Um ihrem Präventionsauftrag gerecht zu werden, initiierte die Krankenkasse ein neues Programm, das die digitale Gesundheitskompetenz von Schülern, Lehrkräften und Eltern steigern soll. Unter dem Namen „Durchblickt!“ werde praktisches Wissen für die Suche nach Gesundheitsinformationen im Netz und für den sicheren Umgang damit vermittelt. Für die Schulen im Landkreis biete das Programm nützliche Unterrichtsmaterialien. „Digitale Medien gehören für Heranwachsende zum Alltag. Entscheidend ist ein gesunder Umgang damit. Mit „Durchblickt!“ lernen Schülerinnen und Schüler in Alltagssituationen, digitale Gesundheitsinformationen sinnvoll zu nutzen und zu verstehen, damit sie für ein selbstbestimmtes, gesundes und digitales Leben gerüstet sind“, erklärt Maria Alletsee, Geschäftsführerin der Barmer im Saale-Holzland-Kreis.

Laut Patrick Krug, Thüringer Pressesprecher der Krankenkasse, haben sich bis dato bundesweit 1100 Lehrer für entsprechende Fortbildungen registriert. „Diese beginnen im Februar, deshalb ist jetzt die richtige Zeit, sich anzumelden“, empfiehlt Krug. Interessierte könnten aber auch danach in das Thema einsteigen.

Nicht allein Cybermobbing - nach Angaben Krugs „ein Riesenthema in den Schulen“ - bereite der Krankenkasse Sorgen. Den Verantwortlichen gehe es zudem um Fake News und digitale Einsamkeit. „Es kursieren sehr viele Falschinformationen im Netz. Darüber wollen wir aufklären. Weil bereits junge Schüler mit einem Handy ausgestattet sind, hoffen wir, möglichst viele Nutzer über digitale Kanäle zu erreichen“, erklärt Krug. So biete das „Durchblickt!“-Projekt - es richte sich fächer- und schulformübergreifend an Schüler ab Klassenstufe 5 - Lehrkräften in rund 30 Unterrichtseinheiten wichtige Informationen zu den genannten Themen. Auf der Webseite finden Heranwachsende, Lehrkräfte und Eltern Informationen, beispielsweise zur Anwendung von Gesundheits-Apps. „Damit wollen wir die digitale Gesundheitskompetenz weiter steigern“, sagt Krug und verweist auf die für Schüler entwickelte Meditations- und Achtsamkeits-App 7mind@school.

Jede Unterrichtseinheit starte mit einem Video, in dem bekannte Influencer das Vorwissen der Schüler aktivieren und zu Diskussionen anregen wollen. „Zusätzlich erhalten die Schulklassen einen kostenlosen Zugang zur App mit Achtsamkeits- und Meditationsübungen, die die Heranwachsenden in der Schule und zu Hause nutzen können“, lädt Patrick Krug ein.

„Schulen vermitteln mit ‘Durchblickt!’ auf leicht umsetzbare Weise Kompetenzen, die es allen Beteiligten ermöglichen, unsere digitale Welt gesund zu erleben“, ergänzt Maria Alletsee. Für die Schulen biete das Projekt zugleich den Vorteil, sich als Präventionsträger auszeichnen zu lassen. „Wer sich registriert, erhält eine Urkunde als ‘Digital gesundheitskompetente Schule’“, informiert Patrick Krug. Wer extra Projekte ins Leben ruft könne sogar gefördert werden.

Mehr Informationen: durch-blickt.de